IAB-Arbeitsmarktbarometer 4/25: Erster Anstieg seit sieben Monaten

Hoffnungsschimmer am deutschen Arbeitsmarkt – IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt erstmals seit Monaten
Nach sieben Rückgängen in Folge zeigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer im April erstmals wieder einen leichten Aufwärtstrend.
Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) klettert um 0,3 Punkte auf 98,6 Zähler und signalisiert damit eine vorsichtige Aufhellung der Arbeitsmarktstimmung in Deutschland. Dennoch bleibt der Wert unter der neutralen Marke von 100 Punkten und deutet weiterhin auf eine unterdurchschnittliche Entwicklung hin.
Positive Entwicklung in beiden Komponenten
Beide Teilbereiche des Barometers entwickeln sich im April positiv. Die Komponente zur Prognose der Arbeitslosigkeit steigt im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Punkte, bleibt mit 97,1 Punkten aber weiterhin klar im negativen Bereich.
Die Beschäftigungskomponente legt um 0,1 Punkte zu und erreicht mit exakt 100 Punkten die neutrale Schwelle. Das deutet auf stabile Erwartungen bei der Beschäftigungsentwicklung hin.
Verhaltener Optimismus bei den Arbeitsagenturen
Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs »Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen« am IAB, sieht in den aktuellen Zahlen einen ersten Hoffnungsschimmer, warnt aber vor zu großem Optimismus. Die angekündigten Finanzpakete könnten laut Weber die Stimmung drehen, doch die anhaltende Industriekrise und Handelskonflikte belasten die Aussichten weiterhin.
Die Erwartungen der Arbeitsagenturen spiegeln also eine vorsichtige Zuversicht wider, ohne dass von einer Trendwende gesprochen werden kann.
Europäischer Vergleich: European Labour Market Barometer sinkt
Im Gegensatz zum deutschen Frühindikator zeigt das European Labour Market Barometer im April wieder eine leicht negative Tendenz. Nach zuletzt zwei Anstiegen fällt der Wert um 0,2 Punkte auf 99,5 Punkte. Damit bleibt auch dieser Indikator unter der neutralen Marke. Laut Weber sehen die europäischen Arbeitsverwaltungen weiterhin keine grundlegende Verbesserung ihrer Arbeitsmärkte.
Hintergrund: Was messen die Barometer?
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer basiert auf monatlichen Umfragen der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen. Es spiegelt die Erwartungen zur Entwicklung von Arbeitslosigkeit und Beschäftigung wider.
Die Skala reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung). Das European Labour Market Barometer wird gemeinsam mit Arbeitsverwaltungen aus 16 europäischen Ländern erhoben und liefert einen vergleichbaren Frühindikator für den europäischen Arbeitsmarkt
Hintergrund
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein seit November 2008 bestehender Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert.
Das European Labour Market Barometer ist ein monatlicher Frühindikator, der auf einer seit Juni 2018 gemeinsam von den 17 Arbeitsverwaltungen und dem IAB durchgeführten Befragung unter den lokalen oder regionalen Arbeitsagenturen der teilnehmenden Länder basiert. Dazu zählen: Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft, Wallonien), Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Island, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, die Schweiz, Tschechien und Zypern.
Während Komponente A des IAB-Arbeitsmarktbarometers und des European Labor Market Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten »Arbeitslosigkeit« und »Beschäftigung« bildet den Gesamtwert der beiden Barometer. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).
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