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OECD: Mit der Krise verstärken sich die Auswirkungen der digitalen Kluft

OECD Digital Economy Outlook 2020

Die Covid-19-Krise hat die Nutzung digitaler Technik in Unternehmen und Privathaushalten befeuert. Manche Internet-Provider berichten, dass ihr Datenverkehr seit Krisenbeginn um 60 Prozent angestiegen ist. Gleichzeitig, so der aktuelle Digital Economy Outlook der OECD, wird es immer wichtiger, der digitalen Kluft international und regional entgegenzuwirken.

Wie die Studie zeigt, reicht der Glasfaseranteil an den Breitbandanschlüssen im Festnetz in OECD-Ländern von unter fünf Prozent in Deutschland, Österreich, Belgien und einigen weiteren Ländern bis zu 82 Prozent in Korea.

»Dank digitaler Technologien konnten wir vermeiden, dass uns die COVID-19-Krise in einen kompletten Stillstand führt. Wir konnten unser Wissen über das Virus ausbauen, die Suche nach einem Impfstoff vorantreiben und die Entwicklung der Pandemie nachverfolgen«, so OECD-Vizegeneralsekretär Ulrik Vestergaard Knudsen. »Aber die Krise hat auch offengelegt, wie sehr wir von digitalen Technologien abhängen und wie groß die digitale Kluft innerhalb und zwischen den Ländern ist. Wie unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften nach der Krise dastehen, hängt auch davon ab, wie gut es uns gelingt, diese Kluft zu verkleinern.

Immer mehr Regierungen machen Digitalstrategien zur politischen Priorität. Die wachsende Nachfrage nach bandbreitenintensiven Kommunikationsdiensten durch E-Commerce, Telearbeit und soziale Online-Aktivitäten sowie die verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Politik, Bildung und Forschung dürfte die Entwicklung weiter beflügeln. Sie erhöht aber auch die Dringlichkeit effektiver Strategien gegen Cyberkriminalität.

Zahlen vom Juni 2019 zeigen, dass sich die mobile Datennutzung pro Abonnent in den vorhergegangenen vier Jahren in OECD-Ländern vervierfacht hat. Gleichzeitig sind die Preise für stark genutzte mobile Breitbanddienste zwischen 2013 und 2019 um 59 Prozent gefallen. Während im Juni 2019 auf hundert Einwohner 113 Verträge für mobiles Hochgeschwindigkeitsinternet kamen, waren es zehn Jahre zuvor nur 32.

Mit 32 Breitbandverträgen im Festnetz pro hundert Einwohnern liegen die OECD-Länder mehr als dreifach über dem Schnitt der Nicht-OECD-Länder. Große Unterschiede gibt es nach wie vor in der Verfügbarkeit hochwertiger Breitbandanschlüsse im Festnetz zwischen Stadt und Land.