Europa 2020: Kernziel im Bildungsbereich erfüllt

Die EU hat das Ziel für den Anteil der 30 bis 34-Jährigen mit tertiärem Bildungsabschluss erreicht - ist aber noch noch 0,6 Prozent vom Ziel für den Anteil der frühzeitigen Schul-und Ausbildungsabgänger entfernt
Am vergangenen Freitag wurden aktuelle Daten veröffentlicht, die belegen, welche Fortschritte die EU und ihre Mitgliedstaaten bei der Erreichung der beiden Europa 2020-Kernziele im Bereich Bildung gemacht haben.
Ein Ziel der Strategie Europa 2020 sieht vor, dass bis 2020 mindestens 40 Prozent der 30- bis 34-Jährigen in der Europäischen Union (EU) über einen tertiären Abschluss verfügen sollen. Mit einem Anteil von 40,7% hat die EU diesen Zielwert im Jahr 2018 bereits überschritten. Der Anteil ist seit dem Beginn der Datenreihe im Jahr 2002, als er bei 23,6% lag, kontinuierlich angestiegen.
Diese steigende Tendenz war bei Frauen (der Anteil ist von 24,5% im Jahr 2002 auf 45,8% im Jahr 2018 gestiegen) noch ausgeprägter als bei Männern (von 22,6% auf 35,7% gestiegen), was bedeutet, dass die Frauen das allgemeine Europa 2020-Ziel übertroffen haben und die Männer noch darunter liegen.
Der nationale Zielwert für Deutschland schließt die post-sekundäre, nicht-tertiäre Bildung (Stufe 4 der Internationalen Standardklassifikation für das Bildungswesen 1997) ein.
In Deutschland lag der Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit tertiärem Bildungsabschluss im Jahr 20178 bei 34,9% (gegenüber 24,2% im 2002), der nationale Zielwert für 2020 ist 42,0%. Sechzehn Mitgliedstaaten haben bei diesem Indikator ihre nationalen Zielwerte für 2020 bereits erreicht oder übertroffen, nämlich Belgien, Tschechien, Dänemark, Estland, Griechenland, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Malta, die Niederlande, Österreich, Polen, Slowenien, Finnland und Schweden.
In allen Mitgliedstaaten war 2018 der Anteil der Frauen im Alter von 30 bis 34 Jahren mit einem tertiären Bildungsabschluss höher als der entsprechende Anteil der Männer. Auch in Deutschland war dies der Fall: der Anteil der Frauen lag bei 35,4%, bei den Männern waren es 34,5%.
Der Anteil der frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabgänger lag im Jahr 2018 in nahezu allen Mitgliedstaaten, für die Zeitreihen vorliegen, niedriger als im Jahr 2006. Ausnahmen waren Tschechien (Anstieg von 5,1% auf 6,2%), die Slowakei (von 6,6% auf 8,6%) und Schweden (von 8,6% auf 9,3%). In Deutschland betrug der Anteil im Jahr 2018 10,3% (Männer: 11,5%; Frauen: 9,1%) und lag damit knapp über dem Europa 2020-Kernziel von 10,0%. Dreizehn Mitgliedstaaten haben für diesen Indikator ihre Zielwerte für 2020 bereits erreicht, nämlich Belgien, Irland, Griechenland, Frankreich, Kroatien, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Österreich und Slowenien.
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