Spaß am Job ist wichtigster Grund für Arbeiten im Ruhestand

Wenn Menschen im Rentenalter einer Erwerbsarbeit nachgehen, dann machen sie das meist aus Freude an der Arbeit (26 %) oder um weiterhin Geld zu verdienen (19 %). Weitere Gründe für eine Erwerbstätigkeit im Ruhestand sind das Gefühl, gebraucht zu werden (15 %) sowie Kontakte zu anderen Menschen (13 %).
Das ist ein Ergebnis aus einer Studie, die das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden zu Lebenssituation und den Plänen älterer Menschen veröffentlicht hat. Dafür wurden 2.500 Personen im Alter zwischen 58 und 73 Jahren befragt.
Unterscheidet man die Befragten nach Bildungsabschlüssen, zeigt sich ein differenzierteres Bild. So zählt für Menschen mit hohem Bildungsgrad neben dem Spaß an der Arbeit (25 %) vor allem das Gefühl, gebraucht zu werden (17 %). Dagegen ist ihnen der finanzielle Aspekt mit 13 % nicht ganz so wichtig. Immerhin noch jeder Zehnte möchte mit seiner Arbeit Wissen und Erfahrung weitergeben.
Bei Personen mit niedriger Bildung ist der Spaß an der Arbeit (27 %) zwar ebenfalls das wichtigste Motiv für eine Erwerbsarbeit im Alter, allerdings ist der Aspekt des Geldverdienens hier deutlich stärker ausgeprägt. So gibt jede vierte befragte Person mit geringer Bildung an, dass der Hinzuverdienst der Hauptgrund für eine bezahlte Tätigkeit im Ruhestand ist. »Da Menschen mit formal niedrigerem Bildungsstatus meist geringere Altersrenten beziehen, arbeiten sie häufiger aufgrund finanzieller Notwendigkeiten als höher Gebildete«, erklärt Dr. Andreas Mergenthaler vom BiB. Dies lässt jedoch keinen pauschalen Rückschluss zu, dass sich hinter diesem Motiv eine materielle Notlage verbirgt.

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