Paralleluniversen des Wissenschaftsmanagements: Hochschulen & außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

FortBeaM

Das Thema Wissenschaftsmanagement begleitet die Diskussionen um Qualitätssicherung und -entwicklung im Wissenschaftssystem bereits seit zwei Jahrzehnten.

Forschungsarbeiten zu diesem Themenfeld nahmen dabei bislang vornehmlich auf Entwicklungen an Hochschulen Bezug – insbesondere auf den Bereich Studium und Lehre. Das HoF legt in seinem neuesten Arbeitsbericht daher nun Ergebnisse zum Stand der Diskussionen und personellen Umfang des Wissenschaftsmanagements sowohl im außeruniversitären Forschungssektor als auch an Hochschulen – bei letzteren in Abgrenzung von lehr- und forschungsbezogenem Wissenschaftsmanagement – vor.

Der HoF-Arbeitsbericht rückt einen empirisch gestützten Vergleich des Wissenschaftsmanagements zwischen Hochschulen und außeruniversitärem Forschungssektor in den Mittelpunkt. Im Rahmen des Projekts »FortBeaM – Forschungsqualität durch Wissenschaftsbedingungsmanagement« wurden Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und als außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (auFE) die Institute bzw. Zentren der Leibniz- und Helmholtz-Gemeinschaft sowie der Fraunhofer- und Max-Planck-Gesellschaft untersucht.

Der Report identifiziert die unterschiedlichen wissenschaftspolitischen Kontextbedingungen für Hochschulen und auFE, und ihren Einfluss auf die Gestaltung der organisatorischen Kontexte von Forschung respektive auf das Wissenschaftsmanagement. Ebenso wird eine Definition von Wissenschaftsmanagement sowie seiner Rollenträger*innen entwickelt, die in Anspruch nehmen kann, für Hochschulen wie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zu gelten.

Ausgangspunkt der empirischen Untersuchung ist die Beobachtung, dass es für Hochschulen bislang vorwiegend Abschätzungen zur Anzahl von Wissenschaftsmanager*innen und für den außeruniversitären Forschungsbereich sogar keine solcher Größenangaben gibt. Gestützt auf die eigene Definition, wurde das Wissenschaftsmanagement über die Verschränkung mehrerer Datenquellen, einschließlich eigener Erhebungen, quantitativ vermessen.

Zu den Datenquellen gehörten:

  • (1) Sonderauswertungen des Statistischen Bundesamts der Personalstatistiken an Hochschulen und auFE;
  • (2) eine Online-Befragung mittels einer Vollerhebung unter den Hochschulen und den vier großen außeruniversitären Forschungsorganisationen.

Auf Basis dieses Untersuchungsansatzes ließen sich an den Hochschulen 5.441 Wissenschaftsmanager*innen bestimmen. Das entspricht knapp zwei Prozent des Gesamtpersonals an Hochschulen. Im Mittel (Median) sind je Hochschule, ohne Berücksichtigung ihrer Größe, somit etwa 20 Wissenschaftsmanager*innen tätig.

Die Wissenschaftsmanager*innen an Hochschulen verteilen sich im Mittel zu gleichen Anteilen im lehr- und forschungsbezogenen Wissenschaftsmanagement. Die Anzahl der Personen im Wissenschaftsmanagement der außeruniversitären Forschungseinrichtungen kann wiederum auf 1.446 beziffert werden. Das entspricht ebenfalls knapp zwei Prozent des Gesamtpersonals. Im außeruniversitären Forschungssektor sind je Einrichtung (Institut/Zentrum) im Mittel (Median) zwischen vier und fünf Wissenschaftsmanager*innen tätig.

In der Gesamtschau zeigt sich, dass zwar hinreichend substantielle Gemeinsamkeiten der Anforderungen an das Wissenschaftsmanagement in allen Gliedern des Wissenschaftssystems bestehen, gleichwohl verweisen die Befunde auch auf Unterschiede zwischen Hochschulen und dem außeruniversitären Forschungsbereich.

Das Verständnis von Wissenschaftsmanagement an Hochschulen und auFE ist nicht notwendigerweise gleichgeartet. Während in Hochschulen z.B. ein vergleichsweise sehr viel breiteres Aufgabenspektrum durch das Personal im Wissenschaftsmanagement bedient werden muss, lässt sich an auFE ein eher engeres Aufgabenverständnis beobachten. Zudem unterscheidet sich das Verständnis auch innerhalb des außeruniversitären Forschungsbereichs.

Zu ergänzen wäre indes noch die Differenzierung zwischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Letztere verfügen über strukturell stark von Universitäten abweichende Voraussetzungen für die Forschung und mithin das forschungsbezogene Wissenschaftsmanagement.

Das Projekt »FortBeaM« wird in der Förderrichtlinie »Qualitätsentwicklungen in der Wissenschaft – Untersuchungen zur Meso-Ebene« durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Justus Henke, Email: [email protected]
Sebastian Schneider, Email: [email protected]


 

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