Studie zur digitalen Transformation an Hochschulen

bidt

Im Rahmen der Studie untersuchen das Bayerische Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF) und das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Digitalisierung von Lehre und Forschung an Hochschulen.

Das Projekt soll dazu beitragen, Verbesserungspotenziale bei der digitalen Transformation der Hochschulen zu identifizieren.

Die Befragten sprachen den Hochschul- und Fakultätsleitungen ein effektives Krisenmanagement zu. Allerdings fehle es vielerorts an einer klaren Vision und langfristigen Strategie mit Blick auf die digitale Transformation, so ein Ergebnis der Studie. Befragt wurden 3.846 Professorinnen und Professoren in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen, 1.847 Studierende in Bayern und 4.090 erwerbstätige Absolventinnen und Absolventen bayerischer Hochschulen.

Die Unterstützung durch Hochschul- und Fakultätsleitungen wurde seitens der Professorenschaft vielfach positiv bewertet – teilweise fiel diese Einschätzung sogar im Vergleich zu vor der Pandemie erhobenen Studien deutlich besser aus. Dies ist umso bemerkenswerter, als sich viele Lehrende im Sommersemester 2020 zum ersten Mal und ohne zeitlichen Vorlauf mit der Organisation und Durchführung von Onlinelehre konfrontiert sahen.

»Dass sich gut zwei Drittel der befragten Professorinnen und Professoren gut unterstützt sehen, zeigt, wie effektiv die Hochschulleitungen in der Coronapandemie agiert haben«, kommentiert Roland A. Stürz, Abteilungsleiter des Think Tank am bidt und Mitautor der Studie dieses Ergebnis. »In der Pandemie haben auch diejenigen Lehrenden zu digitalen Tools gegriffen, die früher in Hinblick auf den Einsatz digitaler Technologien eher zurückhaltend waren. Die erforderliche technische und organisatorische Unterstützung haben sie im Sinne eines adäquaten Krisenmanagements meist erhalten.«

Im Vergleich zur befragten Professorenschaft ist die Wahrnehmung der Studierenden weniger positiv: Eine parallele Befragung von 1.847 Studierenden zeigt, dass die Unterstützungsleistungen der Hochschulen nicht im gleichen Maß bei ihnen angekommen sind.

Ein weiterer Aspekt ist, dass viele Lehrende während der kurzfristig notwendigen Umstellung der Lehre auf Online-Formate keine wirklich innovativen digitalen Lehrformate wie zum Beispiel Blended Learning nutzten, sondern lediglich traditionelle Präsenzformate in den virtuellen Raum verlegten.

»Unmittelbar nach Ausbruch der Pandemie stand zunächst die Aufrechterhaltung der Lehrtätigkeit im Zentrum«, meint Yvette E. Hofmann, Professorin an der LMU München und als wissenschaftliche Referentin am IHF Leiterin der Studie. »Jetzt kommt es aber darauf an, dass die Hochschulleitungen die Pandemieimpulse als einmalige historische Chance verstehen und eine zukunftsfähige Digitalisierungsstrategie erarbeiten. Nur so wird es den Hochschulen gelingen, die Potenziale der digitalen Transformation auszuschöpfen.«

Bisher erkennen die Professorinnen und Professoren allerdings vielfach keine kohärente, koordinierte und von ausreichenden Investitionen in Kompetenzen und Ausstattung begleitete Strategie der Hochschulleitungen. Folglich vermisst ein Großteil der Befragten eine klare Vorstellung einer begeisternden Digitalisierungsvision. Diese Wahrnehmung hat sich während der Coronapandemie weiter verstärkt.

 

 

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