»Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt« gestartet

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) plant den Aufbau eines »Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt«. Dafür wurde jetzt ein Verbund aus Hochschul- und Forschungsinstituten ausgewählt. Elf Einrichtungen aus zehn Bundesländern sollen gemeinsam ein Forschungsprogramm und eine Lenkungsstruktur für das dezentral angelegte Institut erarbeiten. Die Entscheidung fiel in einem wissenschaftsgeleiteten Wettbewerb.
»Die Lebenswirklichkeiten von Stadt und Land verändern sich und driften teilweise auseinander. Neue Medien verändern die Kommunikationskultur. In unserer pluralistischen Gesellschaft stellen sich andere Fragen als bisher, wenn es um Zugehörigkeit und Identität geht. Das beschäftigt die Bürgerinnen und Bürger«, sagte die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. »Darüber wollen wir in unserer Gesellschaft reden. Das neue Institut wird die genannten Fragen erforschen und dazu beitragen, viele Debatten auch zu versachlichen. Es wird uns helfen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken«.
Das neue Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt soll die Forschung zu diesem Themengebiet vorantreiben. Multidisziplinär angelegt werden Forscher an verschiedenen Orten arbeiten. Das Institut soll mit praxisrelevanten Vorschlägen dazu beitragen, gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Dafür wird es sich mit aktuellen für den Zusammenhalt der Gesellschaft relevanten Entwicklungen und ihren historischen Wurzeln auseinandersetzen. Die ausgewählten Einrichtungen werden in einer einjährigen Vorphase ein Gründungskonzept für das Institut entwickeln. Sie decken Aspekte wie Polarisierung und Populismus, Identitäten und regionale Erfahrungswelten, Medien und Konfliktkultur sowie Antisemitismus und Hasskriminalität ab.
Für den Verbund ausgewählt wurden neben der Technischen Universität Berlin sowie den Universitäten Bielefeld, Bremen, Frankfurt, Halle-Wittenberg, Hannover, Konstanz und Leipzig auch das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen, das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung Hamburg und das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena (siehe Liste der Einrichtungen).
»Die ausgewählten Einrichtungen haben sich im wissenschaftlichen Wettbewerb mit ihren Konzepten durchgesetzt. Sie bringen unterschiedliche Perspektiven und Expertisen ein«, so Karliczek. »Das gilt es nun zu bündeln. Ich wünsche mir, dass wissenschaftliche Analyse, Praxiswissen und konkrete Handlungsoptionen Hand in Hand gehen«.
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