Wissenschaftsstandort Deutschland international hochattraktiv

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Zahl ausländischer Studierender und Forschender steigt / Karliczek: »Gelebte Wissenschaftsfreiheit und Investitionen in die Hochschulen zahlen sich aus« 

Deutschland ist für Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland ein attraktives Ziel. Gleichzeitig erreicht die Zahl deutscher Studierender im Ausland erneut ein hohes Niveau. Das zeigt der Bericht »Wissenschaft weltoffen 2018«, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) heute vorgestellt hat.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hob hervor: »Deutschland ist ein international hochattraktiver Wissenschaftsstandort und profitiert vom internationalen Austausch. Mit mehr als 350.000 ausländischen Studierenden haben wir unser mit den Ländern vereinbartes Ziel früher als erwartet erreicht. Gelebte Wissenschaftsfreiheit und unsere Investitionen in die Hochschulen zahlen sich mehr denn je aus. Das deutsche Wissenschafts- und Hochschulsystem ist international vernetzt und im besten Sinne weltoffen – allen Abschottungsdiskursen zum Trotz.« Die Zahl ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen ist 2017 um fünf Prozent auf 359.000 gestiegen. Das 2013 von Bund und Ländern gesteckte Ziel, 350.000 ausländische Studierende in Deutschland bis zum Jahr 2020 zu erreichen, wurde bereits 2017 übertroffen.

Auch auf ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat Deutschland eine hohe Anziehungskraft. Seit 2007 ist die Zahl des ausländischen Wissenschaftspersonals an deutschen Hochschulen um 84 Prozent gestiegen. 2016 arbeiteten 46.000 ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Hochschulen, das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahr. »Unsere Anstrengungen für Bildung und Forschung tragen Früchte. Mit nationalen Initiativen wie der Exzellenzstrategie, den Wissenschaftspakten, dem Tenure-Track-Programm oder jetzt mit dem Programm Innovative Hochschule steigern wir die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts weiter«, so Karliczek.

Margret Wintermantel, Präsidentin des DAAD sagte: »Die Zahl der deutschen Studierenden im Ausland ist auf gleichbleibend hohem Niveau. Wir dürfen nicht nachlassen, jungen Menschen den Wert eines Studienaufenthaltes im Ausland zu vermitteln. Zu lernen, sich weit weg von der gewohnten Umgebung zurecht zu finden, trägt neben dem Erwerb neuen Wissens auch zur Persönlichkeitsbildung bei. An unserem Ziel, dass künftig die Hälfte aller deutschen Hochschulabsolventinnen und -absolventen zu Studienzwecken im Ausland war, halten wir fest: Mit unseren Kampagnen ‚studieren weltweit – ERLEBE ES!‘ und ‚Study in Germany – Land of Ideas‘ sprechen wir interessierte Studierende, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an und unterstützen mit ‚GATE Germany‘ die internationale Positionierung deutscher Hochschulen im Ausland«.

Monika Jungbauer-Gans, wissenschaftliche Geschäftsführerin des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), erläutert: »Die meisten ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind in der Mathematik und den Ingenieurswissenschaften tätig. Bei Promotionen liegt China als Herkunftsland mit fast 800 Abschlüssen an der Spitze, gefolgt von Indien und Italien mit jeweils etwa 300. Betrachtet man die großen außeruniversitären Wissenschaftsorganisationen, hat die Max-Planck-Gesellschaft mit 46 Prozent den größten Anteil an ausländischem Personal.« Im Vergleich mit anderen attraktiven Zielländern wie den USA oder Großbritannien zeichnet sich Deutschland durch eine Vielzahl von Herkunftsstaaten der ausländischen Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus. Gleichzeitig nutzen deutsche Studierende und Wissenschaftler eine breite Vielfalt möglicher Zielländer. Die Förderung des DAAD, das Auslands-BAföG sowie das Erasmus-Programm der Europäischen Union erfreuen sich unter deutschen Studierenden großer Beliebtheit. So hat sich seit Beginn des Bologna-Prozesses die Zahl der Erasmus-Aufenthalte von Studierenden deutscher Hochschulen nahezu verdreifacht.

In Bezug auf die Abbruchquoten ausländischer Studierender zeigt Wissenschaft weltoffen 2018 allerdings auch Handlungsbedarfe auf. 45 Prozent der ausländischen Bachelorstudierenden und 29 Prozent der Masterstudierenden brechen ihr Studium vorzeitig ab. Deutsche Studierende weisen dagegen eine Abbruchquote von 28 Prozent im Bachelor und 19 Prozent im Master auf. Gefördert durch das BMBF und gemeinsam mit Hochschulen und weiteren Partnern entwickelt der DAAD Empfehlungen für Maßnahmen zur Sicherung des Studienerfolgs. Ein über vier Jahre laufendes Forschungsprojekt zu »Studienerfolg und Studienabbruch bei Bildungsausländern« befindet sich bereits in der Feldphase.

  

 

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