Datengestützte Schulentwicklung in Schleswig-Holstein
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Strategische Weichenstellung für die datengestützte Schulentwicklung bis 2035
Die kontinuierliche Förderung individueller Leistungspotenziale und die Stärkung der Bildungsgerechtigkeit sollen die Schwerpunkte der künftigen Schulpolitik im Land bilden.
Wie am 19. März im Landtag dargelegt wurde, forcieren die Verantwortlichen hierfür eine systematische, datengestützte Unterrichtsentwicklung. Als strategisches Fundament dient das im Vorjahr verabschiedete »Rahmenkonzept Schule 2035«, welches die Leitlinien für die kommenden zehn Jahre definiert. Durch die gezielte Auswertung von Bildungsdaten soll eine passgenaue Unterstützung für alle Lernenden sichergestellt werden.
Instrumente zur Qualitätsanalyse und Zielvereinbarung
Ein zentrales Element dieser Strategie stellt das neu eingeführte Schul-Datenblatt für allgemeinbildende Schulen dar. Dieses Dokument führt spezifische Kennzahlen einer einzelnen Bildungseinrichtung zusammen und setzt sie in Relation zum landesweiten Durchschnitt.
Die Daten dienen als objektive Verhandlungsgrundlage für den Dialog zwischen Schulleitungen und der Schulaufsicht. In diesem Rahmen werden verbindliche Ziele sowie konkrete Maßnahmen vereinbart, um die Qualität des Unterrichts und die Organisation der Schule stetig zu verbessern.
Frühzeitige Lernstandserhebung und fachspezifische Förderung
Um Defizite frühzeitig zu erkennen und abzubauen, setzt das Land auf standardisierte, digitale Verfahren. Mit Beginn des aktuellen Schuljahres kommt an den entscheidenden Bildungsübergängen – etwa beim Wechsel von der Kindertagesstätte in die Grundschule oder beim Übergang in weiterführende Schulen – das System »LeA.SH« zum Einsatz. Hierbei werden die Kompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathematik digital erfasst, woraus direkt ableitbare Empfehlungen für die individuelle Förderung resultieren.
Ergänzend dazu unterstützen etablierte Programme wie das »Leseband.SH«, der »Rechtschreib-Grundwortschatz« sowie die »MatheZeit« die tägliche pädagogische Arbeit.
Prävention und Kooperation im Elementarbereich
Ein besonderer Fokus liegt auf der Phase vor dem Schuleintritt. In Kooperation mit dem Sozialministerium wird das Programm »Entwicklungsfokus Viereinhalb«, kurz »EVi«, umgesetzt. Diese Initiative basiert auf einer engen Vernetzung zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen.
Ziel ist es, den sprachlichen Förderbedarf bei Kindern bereits im Alter von viereinhalb Jahren zu identifizieren, um rechtzeitig vor der Einschulung intervenieren zu können. Dies soll sicherstellen, dass strukturelle Benachteiligungen durch mangelnde Sprachkenntnisse minimiert werden.
Modernisierung der digitalen Infrastruktur
Die technische Basis für diese Reformen bildet eine vereinheitlichte digitale Verwaltung. Ein Großteil der allgemeinbildenden Schulen arbeitet bereits mit der Software »School-SH«. Darauf aufbauend wird derzeit die zentrale Auswertungs- und Berichtsplattform »DaTUM« entwickelt.
Ein weiterer wesentlicher Baustein ist die Einführung einer lebensbegleitenden Schüler-ID. Diese Kennnummer ermöglicht es, die Bildungsbiografie eines Kindes lückenlos nachzuvollziehen und so eine bruchfreie Förderung über verschiedene Schulstufen hinweg zu gewährleisten.
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