Europäisches Jahr der Kompetenzen - Förderung von Wettbewerbsfähigkeit, Teilhabe und Talenten

EU Kommission 6

2023 ist das Europäische Jahr der Kompetenzen

Derzeit berichten mehr als drei Viertel der Unternehmen in der EU über Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften. Jüngste Eurostat-Zahlen deuten darauf hin, dass sich nur 37 Prozent der Erwachsenen regelmäßig weiterbilden.

Der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zeigt, dass vier von zehn Erwachsenen und jede dritte Arbeitskraft in Europa nicht über die grundlegenden digitalen Kompetenzen verfügen.

Bereits 2021 wurde zudem in 28 Berufen, vom Baugewerbe über das Gesundheitswesen bis hin zum Ingenieurwesen und zur IT, über einen Arbeitskräftemangel geklagt, was eine wachsende Nachfrage sowohl nach hoch qualifizierten als auch nach gering qualifizierten Arbeitskräften aufzeigt. Außerdem ist der Anteil von Frauen in technikbezogenen Berufen und Studiengängen niedrig: Nur ein Sechstel der IT-Fachkräfte und nur ein Drittel der Absolventen von Studiengängen der Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sind Frauen.

Zur Förderung des lebenslangen Lernens haben die EU-Mitgliedstaaten die bis 2030 anvisierten sozialpolitischen Ziele der EU gebilligt, wonach jedes Jahr mindestens 60 Prozent der Erwachsenen an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen sollten, und bereits ihren nationalen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels vorgelegt.

Dies ist auch wichtig, um das Ziel einer Beschäftigungsquote von mindestens 78 Prozent bis 2030 zu erreichen. Im Digitalen Kompass 2030 ist das EU-Ziel festgelegt, dass bis zum Jahr 2030 mindestens 80 Prozent aller Erwachsenen über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen und in der EU 20 Millionen IKT-Fachkräfte beschäftigt sein sollten; gleichzeitig sollten mehr Frauen zu einer solchen Tätigkeit motiviert werden.

Was die EU an Kompetenzförderungen plant

Mit dem auf Aus- und Weiterbildung ausgerichteten Europäischen Jahr der Kompetenzen schlägt die EU-Kommission in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament, den Mitgliedstaaten, den Sozialpartnern, öffentlichen und privaten Arbeitsvermittlungsstellen, Industrie- und Handelskammern, Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Unternehmen vor, dem lebenslangen Lernen neue Impulse zu verleihen durch

  • die Förderung verstärkter, wirksamerer und inklusiver ausgerichteter Investitionen in die Aus- und Weiterbildung, um das volle Potenzial der Arbeitskräfte in Europa zu nutzen und die Menschen beim Übergang von einem Arbeitsplatz zum nächsten zu unterstützen;
  • die Gewährleistung arbeitsmarktrelevanter Kompetenzen, auch in Zusammenarbeit mit Sozialpartnern und Unternehmen;
  • die Abstimmung der Ziele, Wünsche und Kompetenzen der Menschen auf die auf dem Arbeitsmarkt gebotenen Chancen, insbesondere diejenigen, die sich aus dem ökologischen und dem digitalen Wandel und der wirtschaftlichen Erholung ergeben. Ein besonderer Schwerpunkt wird darauf liegen, mehr Menschen, insbesondere Frauen und junge Menschen und vor allem diejenigen, die weder arbeiten, noch eine Schule besuchen oder eine Ausbildung absolvieren, auf den Arbeitsmarkt zu bringen;
  • die Anwerbung von Drittstaatsangehörigen mit den in der EU benötigten Kompetenzen, unter anderem durch bessere Lernangebote, die Stärkung der Mobilität sowie die leichtere Anerkennung von Qualifikationen.

Zur Verwirklichung dieser Ziele wird die EU-Kommission Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten fördern, beispielsweise indem sie auf entsprechende EU-Initiativen, einschließlich der jeweiligen Finanzierungshilfen, hinweist, mit denen die Inanspruchnahme, Durchführung und Erzielung von Ergebnissen vor Ort unterstützt werden.

Darüber hinaus werden EU-weit Veranstaltungen und Sensibilisierungskampagnen organisiert, um für das Voneinanderlernen der Weiterbildungs- und Umschulungspartner zu werben.

Das vorgeschlagene Aktionsjahr soll auch dazu beitragen, Instrumente zur Erfassung von Daten über Kompetenzen sowie Instrumente für mehr Transparenz und eine einfachere Anerkennung von auch außerhalb der EU erworbener Qualifikationen weiterzuentwickeln.


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