.
.

Hessen: Pilotprojekt für zukünftige Berufsschullehrkräfte ausgeweitet

 Berufsschullehrerin (Symbolbild)Quelle: Adobe Stock

Gerade an Berufsschulen ist die Nachfrage nach gut ausgebildeten Lehrkräften unvermindert hoch

Um die Lehrerversorgung langfristig sicherzustellen, existieren deshalb seit Jahren umfangreiche Quer- und Seiteneinstiegsprogramme für Berufstätige.

Hessen ist im vergangenen Jahr einen Schritt weitergegangen und hat in einem Pilotprojekt an den Universitäten in Darmstadt und Kassel bereits die universitäre Ausbildung in den Blick genommen: Seit Beginn des vergangenen Wintersemesters erhalten dort Master-Studierende der Fachrichtungen Metall- und Elektrotechnik, die sich vorstellen können, Lehrkraft zu werden, die Möglichkeit, sich für eine sogenannte »Masterförderung« zu bewerben.

Die Masterförderung sieht während des Studiums neben Praxisphasen auch ein festes Nettogehalt von rund 1.300 Euro vor. Nun wird das Pilotprojekt ausgeweitet: Ab dem kommenden Wintersemester können sich auch Studierende der beruflichen Fachrichtungen Informatik und Chemietechnik in Darmstadt sowie der Fachrichtung Gesundheit in Kassel bewerben.

Lehrerausbildung und Masterstudium in einem

Dazu erklärte Kultusminister Alexander Lorz in Wiesbaden: »Unser Angebot richtet sich an all jene, denen während des Studiums klar wird, dass sie gerne als ausgebildete Lehrerin oder Lehrer mit Schülerinnen und Schülern arbeiten wollen.« Schon jetzt sei erkennbar, dass die Masterförderung die Qualität der Ausbildung steigere.

Während ihrer Masterstudienzeit erhalten die Studierenden bis zu drei Jahre lang ein Gehalt für ihre Unterrichtstätigkeit und eine zusätzliche Fördersumme von 1.000 Euro im Monat. Dafür besuchen sie – neben ihrer theoretischen Ausbildung in der Universität – einen Tag in der Woche eine berufliche Schule, im ersten Semester zur Hospitation, in späteren Semestern zum angeleiteten und eigenverantwortlichen Unterrichten.

Der Unterricht wird von erfahrenen Ausbilderinnen und Ausbildern begleitet. Pro Standort und Jahr werden jeweils 20 Studierende gefördert.

»Schon jetzt bestehen für Lehramtsstudierende an unseren Schulen – etwa als Vertretungslehrkraft – attraktive Hinzuverdienstmöglichkeiten«, ergänzte der Minister. Das grundlegend Neue an der Masterförderung sei, dass der finanzielle Aspekt institutionell im Studium verankert werde. »Unser neues Angebot ist gleich doppelt attraktiv, denn es gibt Studierenden neben der unmittelbaren Förderung im Studium nach erfolgreichem Abschluss die Möglichkeit, den anschließenden Vorbereitungsdienst zu verkürzen und somit noch schneller in den Lehrerberuf einzusteigen.«

Interessierte Bachelorabsolventen können sich von Anfang Oktober bis Ende November um die Aufnahme in das Masterförderprogramm bewerben. Die Förderung beginnt am 1. Februar 2023.