DGB-Index Gute Arbeit 2025: Mehrheit wünscht kürzere Wochenarbeitszeit

Wöchentliche Arbeitszeiten: Wunsch und Wirklichkeit
Neue Zahlen des DGB-Index Gute Arbeit zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen der tatsächlichen und der gewünschten Arbeitszeit der Beschäftigten in Deutschland. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, ihre Wochenstunden reduzieren zu wollen.
Wunsch und Realität klaffen auseinander
Laut der Umfrage würden 53 Prozent der Beschäftigten ihre Arbeitszeit gerne verkürzen. Rund 40 Prozent sind mit ihrem aktuellen Pensum zufrieden, während nur sieben Prozent eine längere Arbeitszeit bevorzugen würden.
Im Durchschnitt wünschen sich die Befragten eine Reduzierung um 4,2 Stunden pro Woche.
Besonders groß sei der Anpassungswunsch bei Beschäftigten mit überlangen Arbeitszeiten von mehr als 48 Stunden. Sie würden ihre Wochenstunden um durchschnittlich 14,8 Stunden kürzen. Beschäftigte in kurzer Teilzeit hingegen streben im Mittel eine Erhöhung um 2,2 Stunden an.
Sorgearbeit beeinflusst Arbeitszeiten
Die Ergebnisse machen auch deutlich, dass familiäre Verpflichtungen bei der Arbeitszeitgestaltung eine zentrale Rolle spielen. Als wichtigster Grund für Teilzeitarbeit wurde die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen genannt.
Wer die Kinderbetreuung überwiegend selbst übernimmt, arbeitet im Schnitt 28 Stunden wöchentlich. Dabei zeigt sich ein klares Geschlechtergefälle: Vor allem Frauen tragen weiterhin die Hauptverantwortung und reduzieren dafür ihre Erwerbsarbeit.
Bedeutung für Arbeitsmarkt und Politik
Die Befunde verdeutlichen den Handlungsbedarf für Politik und Betriebe, flexiblere Arbeitszeitmodelle zu schaffen. Insbesondere eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht im Fokus, um die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu verringern.
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