.

Energiepreis-Entlastungspaket: Untere Einkommensgruppen profitieren überproportional

IAB5

Mit einem Volumen von 65 Milliarden Euro ist das dritte Entlastungspaket das umfangreichste der drei Entlastungspakete, die seit Beginn der Energiekrise beschlossen wurden.

Energiepreiskrise: Die geplanten finanziellen Entlastungen dürften das Arbeitsangebot nur wenig beeinflussen

Das dritte Entlastungspaket der Bundesregierung dürfte sich insgesamt auf das Angebot von Arbeitskräften kaum auswirken. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die am Montag veröffentlicht wurde.

Die IAB-Forschenden haben in der Studie untersucht, wie sich die einzelnen Maßnahmen auf die Erwerbsbeteiligung auswirken. Die im Entlastungspaket enthaltene Regelbedarfserhöhung im Bürgergeld würde für sich genommen das Arbeitsangebot um insgesamt rund 150.000 in Vollzeit arbeitende Personen senken. Werden die voraussichtlich in 2023 steigenden Löhne und die Auswirkung der Mindestlohnerhöhung im Oktober 2022 berücksichtigt, reduziert sich der Rückgang auf 100.000 Vollzeitbeschäftigte.

Weitere Maßnahmen des Entlastungspakets wie die Änderungen bei Wohngeld und Kinderzuschlag entlasten Geringverdienende, wodurch der Gesamteffekt des Entlastungspakets auf das Arbeitsangebot mit 1.000 zusätzlichen in Vollzeit arbeitenden Beschäftigten leicht positiv ist.

In der Studie haben die IAB-Forschenden auch festgestellt, dass die einkommensschwächsten Haushalte durch das Entlastungspaket relativ am stärksten entlastet werden. Dazu trägt insbesondere der erhöhte Regelbedarf im Bürgergeld bei, ebenso wie die Wohngeldreform.

Das nominale Einkommen im untersten Zehntel der Einkommensverteilung steigt durch das Entlastungspaket um 5,6 Prozent. Im zweiten und dritten Zehntel steigt das Einkommen um 5,4 Prozent beziehungsweise um 3,3 Prozent. Im vierten Zehntel beträgt der relative Einkommensgewinn noch 1,6 Prozent und bleibt bis zu den Haushalten mit dem höchsten Einkommen nahezu unverändert.

»Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Einkommenssteigerungen nichts darüber aussagen, inwieweit damit die Preissteigerungen bei den Konsumausgaben kompensiert werden können«, erklärt Kerstin Bruckmeier, Leiterin der IAB-Forschungsgruppe »Grundsicherungsbezug und Arbeitsmarkt«.

Hintergrund
Die Studie basiert auf dem IAB-Mikrosimulationsmodell und Daten des Sozio-oekonomischen Panels der Jahre 2019 und 2020. Das Modell simuliert ausgehend vom Bruttoeinkommen des Haushalts Steuern, Abgaben und Ansprüche auf Sozialleistungen. Nicht berücksichtigt wurden kurzfristige Maßnahmen wie die Strompreisbremse und die Inflationsausgleichsprämie.


  VERWEISE  


Herausforderung Fachkräftemangel: Die Ära gesicherten Wachstums ist vorbei
Zeitenwende durch Fachkräftemangel Über 70 Jahre lang konnte wirtschaftliches Wachstum in Deutschland als sicher gelten. Diese Zeiten sind vorbei. Das liegt maßgeblich auch am schwachen Produktivitäts­wachstum. Wollte Deutschland allein durch...
Das Bürgergeld kommt
Der Bundesrat hat am 25. November 2022 dem Bürgergeld-Gesetz zugestimmt, das im Vermittlungsausschuss nachverhandelt worden war. Der Bundestag hatte kurz zuvor den Kompromissvorschlag bestätigt und seinen ursprünglichen Beschluss entsprechend...
0,5 Millionen weniger Niedriglohnjobs im April 2022 gegenüber April 2018
7,5 Millionen Beschäftigte verdienten weniger als 12,50 Euro brutto je Stunde - Besserverdienende hatten im April 2022 einen 3,28-mal höheren Bruttostundenlohn als Geringverdienende Knapp jede und jeder fünfte abhängig Beschäftigte (19 %) in...

Wir benutzen Cookies
Der BildungsSpiegel setzt auf seiner Website sog. Cookies ein. Einige von ihnen sind für den reibungslosen Betrieb essentiell, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern. Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Website zur Verfügung stehen.