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Erwerbstätigenquote der 20- bis 64-Jährigen in der EU im Jahr 2015 bei über 70 Prozent

eurostat

Neue Spitzenwerte für Frauen und die Altersgruppe von 55 bis 64 Jahren 

Im Jahr 2015 lag die Erwerbstätigenquote der Bevölkerung im Alter von 20 bis 64 Jahren in der Europäischen Union (EU) mit 70,1% höher als im Jahr 2014 (69,2%), jedoch noch knapp unter dem Höchststand von 2008 (70,3%). Ein ähnliches Bild ergibt sich für die Männer, bei denen die Erwerbstätigenquote 2015 gegenüber 2014 (75,0%) zunahm, jedoch mit 75,9% noch unter dem Niveau von 2008 lag. Die Erwerbstätigenquote der Frauen ist hingegen seit 2010 kontinuierlich gestiegen und übertraf 2015 mit 64,3% die Spitzenwerte von 63,5% im Jahr 2014 und 62,8% im Jahr 2008. In der Strategie Europa 2020 wurde als Ziel festgelegt, in der EU bis 2020 bei den 20- bis 64-Jährigen eine Erwerbstätigenquote von insgesamt mindestens 75% zu erreichen. Davon ausgehend wurden nationale Ziele formuliert, um die Situation und die Möglichkeiten der einzelnen Mitgliedstaaten, zur Verwirklichung des gemeinsamen Ziels beizutragen, zu berücksichtigen.

Die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen ist in der EU in den letzten Jahren stetig gestiegen, und zwar von 38,4% im Jahr 2002 auf 53,3% im Jahr 2015. Die stärkere Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer ist auch eines der Ziele, die mit der Strategie Europa 2020 im Bereich Beschäftigung angestrebt werden.

Diese Informationen stammen aus einem Artikel, der von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht wurde und auf den Ergebnissen der Europäischen Arbeitskräfteerhebung für das Jahr 2015 basiert. In dieser Erhebung werden Daten zu Beschäftigung und Arbeitslosigkeit erfasst ebenso wie zu einem breiten Spektrum anderer Arbeitsmarkt-Variablen, von denen in dieser Meldung nur auf eine kleine Auswahl eingegangen wird.

Deutschland, Estland, Litauen und Schweden haben ihr Europa 2020-Beschäftigungsziel bereits erreicht

Im Vergleich zu 2014 stieg die Erwerbstätigenquote der 20- bis 64-Jährigen im Jahr 2015 in fast allen Mitgliedstaaten, am stärksten jedoch in Ungarn, Estland, Spanien, Bulgarien, Lettland, Irland und der Slowakei. Erwerbstätigenquoten über 75% wurden in Schweden (80,5%), Deutschland (78,0%), dem Vereinigten Königreich (76,9%), Dänemark und Estland (je 76,5%) sowie in den Niederlanden (76,4%) verzeichnet. Unter diesen Mitgliedstaaten haben Deutschland, Estland und Schweden 2015 bei diesem Indikator ihre nationalen Zielwerte für 2020 bereits erreicht oder übertroffen, was auch für Litauen zutrifft. Außerdem sind die Tschechische Republik, Irland und Lettland 0,5 Pp. oder weniger von ihrem jeweiligen Zielwert entfernt.

Die niedrigsten Erwerbstätigenquoten wurden hingegen in Griechenland (54,9%) registriert, gefolgt von Kroatien und Italien (je 60,5%) sowie Spanien (62,0%).

Beschäftigungsgefälle zwischen Frauen und Männern in Finnland und Litauen am geringsten, in Malta am größten

Die Erwerbstätigenquoten von Männern und Frauen wiesen 2015 in vielen Mitgliedstaaten nach wie vor erhebliche Unterschiede auf. Am geringsten waren diese bei Frauen und Männern im Alter von 20 bis 64 Jahren in Finnland (mit 71,8% bei den Frauen gegenüber 73,9% bei den Männern bzw. -2,1 Prozentpunkten, Pp.), Litauen (-2,4 Pp.), Lettland (-4,0%) und Schweden (-4,2 Pp.). Am anderen Ende der Skala wies Malta (mit 53,6% bei den Frauen gegenüber 81,4% bei den Männern bzw. -27,8 Pp.) die größten Unterschiede zwischen den Erwerbstätigenquoten von Frauen und Männern auf. Große Diskrepanzen wurden auch aus Italien (-20,0 Pp.), Griechenland (-18,0 Pp.), Rumänien (-17,5 Pp.) und der Tschechischen Republik (-16,6 Pp.) gemeldet. Auf EU-Ebene lag der Unterschied zwischen der Erwerbstätigenquote bei den Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren (64,3%) und den Männern derselben Altersgruppe (75,9%) im Jahr 2015 bei -11,6 Prozentpunkten gegenüber -17,3 Prozentpunkten im Jahr 2002.

Stetiger Anstieg der Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen in der EU

Seit 2002 ist die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen in der EU stetig gestiegen und lag im Jahr 2014 bei 53,3%, gegenüber 38,4% im Jahr 2002. Der Anstieg war bei den Frauen ausgeprägter (von 29,1% im Jahr 2002 auf 46,9% in Jahr 2015) als bei den Männern (von 48,2% 2002 auf 60,1% 2015). Infolgedessen verringerte sich der Unterschied zwischen den Erwerbstätigenquoten von Frauen und Männern im Alter von 55 bis 64 Jahren in der EU von 19,1 Prozentpunkten im Jahr 2002 auf 13,2 Prozentpunkte im Jahr 2015.

In Schweden haben nahezu drei von vier Personen im Alter von 55 bis 64 Jahren eine Beschäftigung

Im Jahr 2015 war in zwölf EU-Mitgliedstaaten mindestens die Hälfte der Bevölkerung im Alter von 55 bis 64 Jahren erwerbstätig. Die höchste Erwerbstätigenquote für diese Altersgruppe wurde in Schweden (74,5%) registriert, darauf folgten Deutschland (66,2%), Dänemark (64,7%), Estland (64,5%), das Vereinigte Königreich (62,2%) und die Niederlande (61,7%). Die niedrigsten Erwerbstätigenquoten wurden hingegen aus Griechenland (34,3%), Slowenien (36,6%), Luxemburg (38,4%) und Kroatien (39,0%) gemeldet. Im Vergleich zu 2014 stieg die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen im Jahr 2015 in fast allen EU-Mitgliedstaaten.


Geographische Informationen
Die Europäische Union (EU) umfasst Belgien, Bulgarien, die Tschechische Republik, Dänemark, Deutschland, Estland, Irland,
Griechenland, Spanien, Frankreich, Kroatien, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, Ungarn, Malta, die Niederlande,
Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, die Slowakei, Finnland, Schweden und das Vereinigte Königreich.
Die Daten für Frankreich, einschließlich des Europa 2020-Zielwertes, beinhalten keine Daten für die überseeischen
Departements.

Methoden und Definitionen
Bei der Arbeitskräfteerhebung (AKE) handelt es sich um eine umfassende Haushaltsstichprobenerhebung. Die Daten der
AKE beziehen sich auf die Wohnbevölkerung und deren Ergebnisse, somit auf das Wohnsitzland der Erwerbstätigen und nicht
auf das Land, in dem diese Personen beschäftigt sind. Dieser Unterschied kann in Ländern mit hohen Zahlen von
grenzüberschreitenden Pendlern erheblich sein. Weitere Informationen finden sich in der Eurostat-Veröffentlichung zur AKE in
der EU.
Die in dieser Meldung enthaltenen Jahresergebnisse werden als Durchschnitt der vierteljährlichen Ergebnisse berechnet.

Die Erwerbstätigenquote gibt den Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung derselben Altersgruppe in Prozent an. Der
Erwerbsstatus wird anhand der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation gemessen. Die Erwerbssituation des
Einzelnen hängt vom Arbeitsplatzangebot ab bzw. davon, ob er sich dazu entschließt oder bereit ist, eine Arbeit anzunehmen.
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