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BA-X (12/2021): Kräftenachfrage nähert sich bisherigem Höchststand

BA X

BA-Stellenindex für Deutschland im Dezember 2021

Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X), ein saisonbereinigter Indikator für die Arbeitskräftenachfrage in Deutschland, steigt von November auf Dezember um 3 Punkte auf 132 Punkte.

Damit nähert sich der Wert dem bisherigen Höchststand seit Einführung des Index 2005, der im Juli 2018 und im Februar 2019 mit 134 Punkten erreicht wurde. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt der aktuelle Stellenindex 33 Punkte im Plus.

Der BA-X übertrifft um 18 Punkte den Wert vom März 2020, also dem letzten Berichtsmonat, bevor die Auswirkungen der Pandemiemaßnahmen auf dem Arbeitsmarkt sichtbar wurden.

Im Vergleich zum Dezember 2020, als die Wirtschaft vom zweiten Lockdown betroffen war, ist die Kräftenachfrage überall im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Am kräftigsten nahm der gemeldete Stellenbestand im Gastgewerbe (vom 2. Lockdown neben den Sonstigen Dienstleistungen besonders beeinträchtigt) und im Verarbeitenden Gewerbe zu. Bei den Qualifizierten Unternehmensdienstleistungen, bei Information und Kommunikation, Verkehr und Logistik, im Handel sowie in Land- und Forstwirtschaft stieg die Kräftenachfrage zum Dezember 2020 um etwa die Hälfte.

Auch gegenüber dem noch nicht von der Coronakrise betroffenen Dezember 2019 gibt es in fast allen Branchen ein zum Teil deutliches Plus. Ausgenommen sind hier lediglich Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, die Finanz- und Versicherungsbranche sowie Erziehung und Unterricht.

Insgesamt sind 12 Prozent des Bestands an gemeldeten Stellen dem Handel zuzurechnen. 11 Prozent sind jeweils dem Verarbeitenden Gewerbe sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen zuzuordnen. Von Qualifizierten Unternehmensdienstleistern stammten 10 und von der Baubranche 7 Prozent. 25 Prozent der gemeldeten Arbeitsstellen gehen auf Zeitarbeitsunternehmen
zurück.

 

BA-X Dezember 2021Bild: Bundesagentur für Arbeit

 
 

Das BA-X-Konzept

Der BA-X ist der monatlich für Bund und ausgewählte Länder veröffentlichte Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA). Er ist der aktuellste Stellenindex in Deutschland und beruht auf den bei der BA gemeldeten Stellenangeboten. Der saison- und kalenderbereinigte Indikator bil­det die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage am ersten Arbeitsmarkt unabhängig von jahres­zeitlichen Einflüssen ab und spiegelt die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen wider.

Die Basis für den BA-Stellenindex bilden die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten un­geförderten Arbeitsstellen. Als Abbild der Arbeitskräftenachfrage fließen in den BA-X sowohl die Stellenzugänge als auch die Stellenbestände ein. Die Stellenzugänge spiegeln die Dynamik des monatlichen Einstellungsgeschehens und des aktuellen Personalbedarfs der Betriebe wider. Der Stellenbestand drückt das Niveau der Kräftenachfrage aus und beinhaltet implizit auch die Laufzeit der gemeldeten Stellen. Durch die Verwendung von Zugängen und Beständen bildet der BA-X sowohl die Einstellungsbereitschaft der Betriebe als auch mögliche Stellenbeset­zungsschwierigkeiten ab.

Für die Berechnung des BA-X werden der Stellenbestand und der Stellenzugang zunächst saisonbereinigt bzw. saison- und kalenderbereinigt. Auf Basis dieser Daten wird der arithme­tische Mittelwert berechnet. Anschließend werden die Abweichungen auf den Referenzwert (Jahresdurchschnitt 2015), der auf 100 normiert wurde, ermittelt. Durch die Saison- bzw. Kalen­derbereinigung kann es insbesondere am aktuellen Rand zu Abweichungen von früher veröffent­lichten Monatsversionen des BA-X kommen.

HINWEIS:
Mit dem Berichtsmonat Januar 2020 wurde eine Revision des BA-X umgesetzt. Unter anderem wurde das Referenzjahr der Indizierung von 2004 auf 2015 aktualisiert und die Datengrundlage des BA-X an die Statistik der gemeldeten Stellen angepasst. Dadurch ergab sich eine Stauchung und eine Niveauabsenkung um rund 100 Punkte nach unten. Der typische Verlauf des BA-X (für Deutschland) ist jedoch weiterhin erkennbar. Bewertungen, die auf Basis des BA-X über die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage getroffen wurden, bleiben damit unverändert.