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BA-X (Juli 2021): Kräftenachfrage auf Wachstumskurs

BA X

BA-Stellenindex für Deutschland im Juli 2021 

Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X), ein saisonbereinigter Indikator für die Arbeitskräftenachfrage in Deutschland, steigt von Juni auf Juli um 7 Punkte auf 121 Punkte.

Damit setzt die Arbeitskräftenachfrage das Wachstum der letzten Monate fort. Im Vergleich zum Juli 2020, einen Monat nach dem Nachfragetiefpunkt seit Beginn der Corona-Krise, liegt der Stellenindex 29 Punkte im Plus. Der BA-X übertrifft auch um 7 Punkte den Wert vom März 2020, also dem letzten Berichtsmonat, bevor die Auswirkungen der Pandemiemaßnahmen auf dem Arbeitsmarkt sichtbar wurden.

Im Vergleich zum Vormonat ist in allen Branchen ein Stellenplus zu vermelden. Die Belebung der Kräftenachfrage im Vergleich zum Vormonat resultiert zu einem großen Teil aus der positiven Entwicklung des Gastgewerbes, von Verkehr und Logistik sowie des Handels aufgrund der Öffnungen seit Mai.

Im Vergleich zum Juli 2020 zeigt sich in fast allen Branchen ein Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich. So lag der gemeldete Stellenbestand im Gastgewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 2021 über die Hälfte höher. Im Bereich Information und Kommunikation, in der Landwirtschaft, bei Verkehr und Logistik, Qualifizierten Unternehmensdienstleistungen sowie im
Handel beträgt der Anstieg mehr als ein Drittel. Lediglich der Öffentliche Dienst sowie Banken und Versicherungen verzeichnen in diesem Juli ein nur einstelliges Plus beim gemeldeten Personalbedarf im Vergleich zum Jahr zuvor.

Insgesamt sind 11 Prozent des Bestands an gemeldeten Stellen dem Handel zuzurechnen. Jeweils 10 Prozent sind dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem Verarbeitenden Gewerbe zuzuordnen. Von Qualifizierten Unternehmensdienstleistern stammten 9 und von der Baubranche 7 Prozent. 27 Prozent der gemeldeten Arbeitsstellen gehen auf Zeitarbeitsunternehmen zurück.

 

 

BA-X Juli 2021Bild: Bundesagentur für Arbeit

 
 

Das BA-X-Konzept

Der BA-X ist der monatlich für Bund und ausgewählte Länder veröffentlichte Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA). Er ist der aktuellste Stellenindex in Deutschland und beruht auf den bei der BA gemeldeten Stellenangeboten. Der saison- und kalenderbereinigte Indikator bil­det die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage am ersten Arbeitsmarkt unabhängig von jahres­zeitlichen Einflüssen ab und spiegelt die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen wider.

Die Basis für den BA-Stellenindex bilden die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten un­geförderten Arbeitsstellen. Als Abbild der Arbeitskräftenachfrage fließen in den BA-X sowohl die Stellenzugänge als auch die Stellenbestände ein. Die Stellenzugänge spiegeln die Dynamik des monatlichen Einstellungsgeschehens und des aktuellen Personalbedarfs der Betriebe wider. Der Stellenbestand drückt das Niveau der Kräftenachfrage aus und beinhaltet implizit auch die Laufzeit der gemeldeten Stellen. Durch die Verwendung von Zugängen und Beständen bildet der BA-X sowohl die Einstellungsbereitschaft der Betriebe als auch mögliche Stellenbeset­zungsschwierigkeiten ab.

Für die Berechnung des BA-X werden der Stellenbestand und der Stellenzugang zunächst saisonbereinigt bzw. saison- und kalenderbereinigt. Auf Basis dieser Daten wird der arithme­tische Mittelwert berechnet. Anschließend werden die Abweichungen auf den Referenzwert (Jahresdurchschnitt 2015), der auf 100 normiert wurde, ermittelt. Durch die Saison- bzw. Kalen­derbereinigung kann es insbesondere am aktuellen Rand zu Abweichungen von früher veröffent­lichten Monatsversionen des BA-X kommen.

HINWEIS:
Mit dem Berichtsmonat Januar 2020 wurde eine Revision des BA-X umgesetzt. Unter anderem wurde das Referenzjahr der Indizierung von 2004 auf 2015 aktualisiert und die Datengrundlage des BA-X an die Statistik der gemeldeten Stellen angepasst. Dadurch ergab sich eine Stauchung und eine Niveauabsenkung um rund 100 Punkte nach unten. Der typische Verlauf des BA-X (für Deutschland) ist jedoch weiterhin erkennbar. Bewertungen, die auf Basis des BA-X über die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage getroffen wurden, bleiben damit unverändert.