Fachkräfteeinwanderungsgesetz vorgelegt

Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Fachkräfteeinwanderungsgesetzes vorgelegt. Ziel des Entwurfs ist es, die Fachkräftesicherung »durch eine gezielte und gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten zu flankieren«.
Der Vorlage zufolge sollen künftig alle Fachkräfte, die über einen Arbeitsvertrag und eine anerkannte Qualifikation verfügen, in den entsprechenden Berufen in Deutschland arbeiten können. Die Beschränkung auf besonders vom Fachkräftemangel betroffene »Engpassberufe« soll entfallen. Auch auf die Vorrangprüfung, ob nicht auch Deutsche oder EU-Bürger für die Stelle in Frage kommen, soll bei Fachkräften im Grundsatz verzichtet werden, allerdings verbunden mit der Möglichkeit, bei Veränderungen des Arbeitsmarktes die Vorrangprüfung kurzfristig wieder einzuführen.
Für Fachkräfte mit Berufsausbildung soll zudem die Möglichkeit zur befristeten Einreise zur Arbeitsplatzsuche analog zur Regelung für Fachkräfte mit akademischer Ausbildung geschaffen und für fünf Jahre befristet erprobt werden. Zudem soll laut Entwurf der Aufenthalt zu ergänzenden Qualifizierungsmaßnahmen für Drittstaatsangehörige mit im Ausland abgeschlossener Berufsbildung erweitert und attraktiver gestaltet werden.
Zur Begründung verweist die Bundesregierung darauf, dass sich der Fachkräftemangel zu einem Risiko für die deutsche Wirtschaft entwickelt habe. Die Zahl der offenen Stellen sei aktuell auf rund 1,2 Millionen angestiegen. Der Fachkräftemangel ist bereits bei vielen Unternehmen, vor allem in der Gesundheits- und Pflegebranche, in den sogenannten Mint-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), aber auch im Handwerk spürbar. Dabei fehlten nicht nur Hochschulabsolventen, sondern zunehmend auch Fachkräfte mit qualifizierten Berufsausbildungen. Die demografische Entwicklung werde dies noch verstärken.
VBERWEISE
Ähnliche Themen in dieser Kategorie
Wachstum beim ungenutzten Arbeitskräftepotenzial: Fast fünf Millionen Personen streben Erwerbstätigkeit an In Deutschland wächst das Reservoir an verfügbaren Arbeitskräften deutlich an. Im Jahr 2025 äußerten knapp 4,9 Millionen Nichterwerbstätige im Alter zwischen 15 und 74 …
Einkommensstrukturen in Mangelberufen: Diskrepanz zwischen Bedarf und Vergütung Der ausgeprägte Bedarf an qualifiziertem Personal in Baden-Württemberg führt nicht zwangsläufig zu einer überdurchschnittlichen Entlohnung. Aktuelle Daten des Statistischen Landesamtes aus dem …
Ein komplexes Lagebild im Überblick Deutschland sieht sich mit einer widersprüchlichen MINT-Realität konfrontiert. Der aktuelle MINT-Herbstreport 2025 zeigt, dass der viel beschworene Fachkräftemangel zwar real ist, aber an ganz anderen Stellen entsteht als oft angenommen. …
Warum der Fachkräftemangel derzeit ruht – und warum er bald zurückkommen könnte Laut dem aktuellen KfW‑ifo‑Fachkräftebarometer vom Oktober 2025 meldeten 25,8 Prozent der befragten Unternehmen, dass ihre Geschäftstätigkeit durch Fachkräftemangel behindert sei – der niedrigste …
