Zehn Jahre »Pakt für Forschung und Innovation«

GWK

Bund und Länder haben 2005 den Pakt für Forschung und Innovation (PFI) geschlossen mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems zu stärken. Nach 10 Jahren ziehen die Forschungsministerinnen und -minister in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) Bilanz: Der Pakt wirkt und ist ein Erfolgsmodell für nachhaltiges gemeinsames Handeln von Bund und Ländern. Der Pakt ist Ausdruck einer Politik, auf der Basis gemeinsamer Ziele die Eigenverantwortung der Wissenschaft zu stärken. Die Fortführung des Paktes von 2016 bis 2020 ist bereits beschlossen.

Die GWK hat heute in ihrem jährlichen Monitoring des Paktes für Forschung und Innovation die aktuellen Fortschritte bei den geförderten Wissenschaftsorganisationen (Deutsche Forschungsgemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft) überprüft. Zugleich hat sie eine Bilanz der beiden zurückliegenden Phasen des Paktes für Forschung und Innovation, 2006 – 2010 und 2011 – 2015, gezogen.

Als Ergebnis stellt sie fest:

  • Das Wissenschaftssystem ist fit für zukünftige Herausforderungen.
    Der Pakt hat es den Wissenschaftsorganisationen ermöglicht, zukunftsweisende Themen aufzugreifen und langfristig zu entwickeln. Diese Themen werden in systematischen Prozessen durch die Wissenschaftsorganisationen frühzeitig identifiziert, so dass die für eine leistungsfähige Wissenschaft wesentliche Profilbildung und strategische Schwerpunktsetzung gestärkt werden. Die Kooperation zwischen außerhochschulischen Forschungseinrichtungen und Hochschulen hat sich etabliert: z.B. bilden gemeinsame Berufungen mit Hochschulen für Leitungspositionen eine elementare personelle Verbindung zwischen den Einrichtungen; ihre Zahl hat sich seit 2005 auf ca. 1.200 nahezu verdoppelt. Auch die hohe Anzahl der gemeinsamen Publikationen spiegelt die erfolgreiche Vernetzung und Kooperation der Akteure wider. Zwischen rund 50% und 70% der wissenschaftlichen Veröffentlichungen der außeruniversitären Forschungs-organisationen entstehen gemeinsam mit nationalen Partnern.

  • Der Wissenschaftsstandort Deutschland ist international attraktiv und konkurrenzfähig.
    Die deutsche Wissenschaft ist in Europa und der Welt exzellent vernetzt. Die Organisationen sind sehr erfolgreich im Wettbewerb um europäische Fördermittel (bisher 763 Mio. € aus Horizon 2020 - das ist ca. 1/3 der nach Deutschland vergebenen Mittel). Die Forschungsorganisationen sind attraktive Arbeitsgeber und ein Anziehungspunkt für Wissenschaftler aus dem Ausland (ca. 20% der Mitarbeiter haben ausländische Staatsangehörigkeit).

  • Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten erfolgreich zusammen.
    Alle Organisationen haben erfolgreiche Transferstrategien etabliert. Insgesamt meldeten sie 2015 1.100 Patente an und sind damit im internationalen Vergleich sehr effizient.

  • Die Wissenschaft ist als Arbeitgeberin attraktiv und bildet hochqualifizierte Fachkräfte für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft aus.
    Während der Pakte I und II wurden ca. 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze mit Karriereperspektiven geschaffen. Dabei hat die Anzahl der von außeruniversitären Forschungsorganisationen zusammen mit Hochschulen betreuten Promotionen stark zugenommen, rund 11 % aller in Deutschland abgeschlossenen Promotionen wurden gemeinsam betreut.

  • Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Wissenschaft steigt kontinuierlich.
    Seit 2010 steigt der Frauenanteil in den Führungspositionen bei den außeruniversitären Forschungsorganisationen insgesamt schneller als in der Dekade zuvor. Sie haben sich auf organisationsspezifizische Kaskadenmodelle und Zielquoten verpflichtet, die sie bis 2017 erreichen wollen. Auch wenn der bisherige Stand noch nicht befriedigend ist, zeichnet sich bei Neueinstellungen eine strukturelle Gleichbehandlung ab.


Der PFI hat gemeinsam mit weiteren von Bund und Ländern getragenen Anstrengungen wie dem Hochschulpakt und der Exzellenzinitiative zu einer großen Dynamik und Leistungssteigerung im deutschen Wissenschaftssystem geführt und trägt wesentlich dazu bei, dass Deutschland zu den leistungsstärksten und innovativsten Gesellschaften der Welt gehört.

Der Pakt bleibt zentraler Baustein einer an zukünftigen Herausforderungen orientierten Strategie für den Wissenschafts-, Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland. Auch in der dritten Phase (2016 bis 2020) gewährt der Pakt Planungssicherheit durch jährliche Aufwüchse der staatlichen Zuwendungen um 3 %, die in dieser Paktperiode allein vom Bund getragen werden.

Neben den außeruniversitären Forschungseinrichtungen profitiert auch die Forschung an Hochschulen über die Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Der Pakt leistet auch einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen des 3 %-Ziels der Strategie Europa 2020.

 

 

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