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OECD: Indikatoren weisen auf gestiegene FuE-Investitionen im Krisenjahr 2020 hin

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Trotz des krisenbedingten Wirtschaftsabschwungs haben Unternehmen und Regierungen im OECD-Raum 2020 offenbar mehr für Forschung und Entwicklung (FuE) ausgegeben. Das zeigen vorläufige Daten, die jetzt in den aktualisierten Main Science and Technology Indicators (MSTI) der OECD nachzulesen sind.

Damit setzt sich ein seit 2017 bestehender Trend zu steigenden FuE-Ausgaben fort. Global hat China, die Nummer zwei bei den FuE-Ausgaben, seinen Abstand zur Nummer eins, den USA, in 2019 weiter verringert. In der EU wurden die wachsenden FuE-Investitionen insbesondere durch Deutschland angetrieben. Gemessen an seinem Bruttoinlandsprodukt entfielen in Deutschland 2019 knapp 3,2 Prozent auf Forschung und Entwicklung (verglichen mit knapp 2,5 Prozent im OECD-Schnitt und 2,1 Prozent im Schnitt der 27 EU-Mitgliedsstaaten).

Während offizielle Zahlen für das Krisenjahr 2020 für die meisten Länder erst im dritten Quartal 2021 zur Verfügung stehen werden, geben von der OECD entwickelte Indikatoren bereits erste Hinweise. Für die von Unternehmen getätigten FuE-Investitionen deutet sich ein Wachstum an, wenn auch schwächer ausgeprägt als in 2019 und mit deutlichen Unterschieden zwischen den Branchen. Bei den allermeisten untersuchten Unternehmen stiegen die FuE-Investitionen 2020 schneller als der Umsatz (bzw. sanken in geringerem Umfang als der Umsatz). Die meisten der großen FuE-Investoren in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie und Biowissenschaften wiesen ein robustes Wachstum auf, während die FuE-Investitionen bei Unternehmen anderer Branchen tendenziell sanken, insbesondere im Fahrzeugbau. Sollten sich die Daten bestätigen, wäre dies die erste globale Wirtschaftskrise in der 60-jährigen Geschichte der OECD, in der die FuE-Ausgaben von Unternehmen insgesamt nicht zurückgegangen sind.

Auch die FuE-Budgets der Regierungen wurden 2020 offenbar erhöht, allerdings ist das derzeitige Bild noch sehr unvollständig. Mit Stand März 2021 schätzt die OECD, dass die FuE-Budgets im OECD-Raum 2020 real um 6,2 Prozent gestiegen sind. Die Schätzung basiert auf den Daten der Länder, die ihre FuE-Budgets bereits an die OECD gemeldet haben. Dies wäre ein deutlicher Anstieg gegenüber 2019. Hintergrund ist vermutlich, dass schon vor der Krise erhöhte FuE-Ausgaben beschlossen und dann durch zusätzliche Notfallunterstützungen ergänzt wurden, insbesondere für die Entwicklung von Impfstoffen und Behandlungsmethoden.