Deutsche Chefetagen bleiben männlich dominiert

Anteil von Frauen in Führungspositionen stagniert
Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in Deutschland hat sich laut aktueller Erhebung des Statistischen Bundesamts (Destatis) kaum verändert.
Im Jahr 2024 waren 29 Prozent aller Führungskräfte weiblich. Dieser Wert blieb nahezu konstant gegenüber dem Vorjahr und zeigt, dass der Aufstieg von Frauen in leitende Positionen weiter nur langsam vorankommt.
Unterschiede nach Wirtschaftssektoren
Besonders niedrig ist der Frauenanteil in der Industrie und im Baugewerbe. In diesen Bereichen lagen die Werte laut Destatis deutlich unter dem Durchschnitt.
Dagegen waren im Dienstleistungssektor, insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales, mehr Frauen in leitenden Funktionen tätig. Dennoch sei die Geschlechterverteilung auch dort unausgewogen geblieben.
Einfluss der Unternehmensgröße
Je größer das Unternehmen, desto geringer der Frauenanteil in der Führung: Diese Tendenz bestätigte sich erneut. In kleinen Betrieben bis 50 Beschäftigte lag der Anteil weiblicher Führungskräfte höher als in großen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden.
Destatis verweist auf unterschiedliche Strukturen, Hierarchieebenen und Rekrutierungswege als mögliche Ursachen.
Bildungsstand und Erwerbsbeteiligung
Trotz eines höheren Bildungsniveaus von Frauen zeigt sich, dass sie seltener in Führungspositionen gelangen. Laut Destatis waren 2024 rund die Hälfte der erwerbstätigen Frauen akademisch qualifiziert, bei den Männern lag der Anteil niedriger. Dennoch spiegeln sich diese Qualifikationen bislang kaum in der Verteilung leitender Positionen wider.
Leichte Fortschritte bei jüngeren Generationen
Etwas positiver fällt die Bilanz bei jüngeren Altersgruppen aus. Unter den 30- bis 39-Jährigen war der Anteil weiblicher Führungskräfte etwas höher als im Durchschnitt. Das könne, so Destatis, auf eine allmähliche Veränderung von Rollenbildern und familienpolitischen Rahmenbedingungen hinweisen.
Resümeek
Trotz dieser leichten Verschiebungen bleibt der Abstand zwischen den Geschlechtern erheblich. Destatis betont, dass die strukturellen Hürden für Frauen beim Zugang zu Leitungsfunktionen weiter bestehen. Ein nachhaltiger Wandel könne nur erreicht werden, wenn Unternehmen gezielt Gleichstellungsstrategien verfolgen und Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die Führungsverantwortung unabhängig vom Geschlecht ermögliche
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