Frauen gründen mehr: Wie gezielte Kommunikation die Gründungslust steigert

Entrepreneurship

Gendergap bleibt bestehen: Was Frauen bei der Gründung bewegt

Die Gründungsquote von Frauen in Deutschland hat 2024 einen Höchststand erreicht – dennoch bleibt der Gendergap bestehen.

Laut des aktuellen Global Entrepreneurship Monitor (GEM) lässt sich der Abstand zwischen den Geschlechtern durch gezielte, gendersensible Kommunikation verringern. Untersuchungen zeigen, dass die richtige Ansprache von potenziellen Gründerinnen maßgeblich dazu beiträgt, mehr Frauen für den Schritt in die Selbstständigkeit zu motivieren.

Starke Zunahme bei Gründerinnen – Gendergap bleibt

Im Jahr 2024 lag die Gründungsquote von Frauen bundesweit bei 8,5 Prozent. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (5,9 Prozent) und der beste Wert seit Einführung des GEM-Berichts. Auch die Quote bei Männern stieg auf 11 Prozent.

Trotz dieser positiven Entwicklung zeigt sich weiterhin ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern: Unter 100 gründenden Personen waren lediglich 43 Frauen und 57 Männer aktiv. Ein Grund für das anhaltende Ungleichgewicht ist laut Fachleuten die fehlende zielgerichtete Ansprache von Frauen.

Was Gründerinnen wirklich interessiert

Die Umfrage zeigt: Für Frauen sind insbesondere Informationen zu Recht, Steuern und Buchführung entscheidend (64,5 Prozent der Befragten nannten dieses Thema). Doch dieses Informationsbedürfnis teilt sich nahezu identisch mit männlichen Gründern. Auf dem zweiten Platz bei Gründerinnen steht das Thema »Gründungen im Nebenerwerb« (61,5 Prozent). Außerdem gibt es starkes Interesse an Wissen über Unternehmerinnenpersönlichkeit (55,9 Prozent) und Gründungsfinanzierung (52,4 Prozent).

Das macht deutlich: Gründerinnen möchten in ihrer Vielschichtigkeit adressiert werden – ihre Motive und Informationsbedarfe gehen über reine Sachfragen hinaus.

Informationskanäle: Webseiten und persönliche Kontakte zählen

Die bevorzugten Kanäle für die Informationsbeschaffung rund um die Gründung bleiben bei Frauen und Männern fast identisch. Webseiten führen mit 80,7 Prozent die Liste an, dicht gefolgt vom persönlichen Kontakt zu unterstützenden Organisationen (80,2 Prozent) und Social Media (75,7 Prozent).

Flexible Beratungsangebote – etwa zu unterschiedlichen Tageszeiten und sowohl online als auch in Präsenz – sind für 72,7 Prozent der weiblichen Befragten wichtig. Events und Messen finden sich im Mittelfeld (44,9 Prozent). Klassische Medien wie Radio, Fernsehen sowie Printprodukte spielen für Gründerinnen eine untergeordnete Rolle

Hintergrund
Der Global Entrepreneurship Monitor ist weltweit die einzige Erhebung, die einen räumlichen und zeitlichen Vergleich der Gründungsquoten, Gründungsmotive und Gründungseinstellungen in der Gesamtbevölkerung vieler Länder auf allen Kontinenten der Welt ermöglicht. Seit 1999 werden in Deutschland und in über 50 weiteren Ländern entsprechende Daten erhoben. Seit 2018 untersucht das RKW Kompetenzzentrum in Eschborn im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gemeinsam mit dem Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover das Gründungsgeschehen in Deutschland in Form einer jährlichen repräsentativen Bevölkerungserhebung sowie einer Befragung von Gründungsexpertinnen und -Experten.


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