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Überwindung des Gender Gap bringt erheblichen Nutzen für Frauen, Gesellschaft und Wirtschaft

ILO5

Neuer ILO-Bericht zur Verringerung des Gender Gap der Erwerbsbeteiligung um 25 Prozent bis 2025 belegt die positiven Auswirkungen für die Weltwirtschaft und die nationalen Haushalte durch erhöhte Steuereinnahmen 

Es ist eine der dringlichsten Herausforderungen für die Arbeitswelt den Gender Gap zu schließen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen am Arbeitsmarkt partizipieren, ist bedeutend geringer als bei Männern. Frauen haben es schwerer einen Arbeitsplatz zu finden und die Arbeitsbedingungen von Frauen geben weltweit weiterhin Grund zur Sorge.

Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, ist ein erster wichtiger Schritt. 2017 liegt die globale Erwerbsbeteiligung für Frauen gerade einmal bei 49 Prozent. Das sind fast 27 Prozentpunkte weniger als bei Männern (Tabelle 1). Dieser Wert wird sich laut ILO Berechnungen bis 2018 wenig ändern.

2014 haben sich die G20-Staaten verpflichtet, die Geschlechterkluft in der Erwerbsbeteiligung für Frauen bis zum Jahr 2025 um 25 Prozent zu senken.

Der ILO-Bericht »World Employment and Social Outlook (WESO) Trends for Women 2017« legt Schätzungen vor, wonach die Erreichung dieses Ziels für die globale Wirtschaft zusätzliche 5,8 Billionen US-Dollar einbringt und höhere Steuereinnahmen erzielt. Die Steuereinnahmen könnten sich global um 1,5 Billionen US-Dollar erhöhen, zu einem Großteil in Schwellenländern (990 Milliarden US-Dollar) und in Industriestaaten (530 Milliarden US-Dollar). Im Hinblick auf den Gender Gap von mehr als 50 Prozent in Nordafrika, den arabischen Staaten und Südasien, würden diese Regionen am deutlichsten profitieren.

 

Geschlechterkluft

 


Das Wohlbefinden von Frauen fördern

Zusätzlich zum erheblichen wirtschaftlichen Nutzen hat die Einbeziehung von Frauen in die Arbeitswelt positive Auswirkungen auf Zufriedenheit und Wohlbefinden, da die Mehrzahl der Frauen am Erwerbsleben teilnehmen möchte. »Die Tatsache, dass die Hälfte der Frauen nicht Teil der Erwerbsbevölkerung ist und gleichzeitig 58 Prozent von ihnen einen bezahlten Arbeitsplatz haben möchten, ist ein starker Indikator für erheblichen Reformbedarf zur Entfaltung ihrer Möglichkeiten und für mehr Freiheit zur Teilhabe«, sagte die stellvertretende ILO-Direktorin Deborah Greenfield.

»Daher sollten sich politische Entscheidungsträger darum kümmern, Beschränkungen, denen sich Frauen beim Zugang zum Arbeitsmarkt ausgesetzt sehen, zu beseitigen«.

Arbeitslosenniveau von Frauen höher als bei Männern

Wenn Frauen am Erwerbsleben teilnehmen, ist die Wahrscheinlichkeit arbeitslos zu werden höher als bei Männern.

Für 2017 liegt die globale Arbeitslosenrate bei Frauen bei 6,2 Prozent und damit 0,7 Prozent höher als die Arbeitslosenrate der Männer, die bei 5,5 Prozent liegt. Für 2018 werden gleichbleibende Werte erwartet, die Kluft bleibt bestehen. Daher ist auch zukünftig bei derzeitigem Trend keine Verbesserung vor 2021 zu erwarten.

Frauen wird die Partizipation an der Erwerbsarbeit verwehrt

Unter den beschäftigten Frauen weltweit beträgt der Anteil unbezahlt mithelfender Familienangehörige 15 Prozent, bei Männer bei 5 Prozent. In Entwicklungsländern, wo 36,6 Prozent der Frauen und nur 17,2 Prozent der Männer als unbezahlt mithelfende Familienangehörige arbeiten, ist die Kluft mit 19 Prozentpunkten am höchsten.

Die Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben und der Zugang zu guten Arbeitsplätzen wird von vielfältigen Faktoren beeinflusst: Bildung, unbezahlte Pflegearbeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Familienstand und diskriminierende Bedingungen. Daneben spielen Rollenbilder eine zentrale Rolle

Unsere Einstellungen gegenüber der Rolle der Frauen in der Arbeitswelt muss sich verändern. Beispielsweise denken 20 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen, dass es für Frauen nicht akzeptabel sei, wenn sie außer Haus einer Erwerbsarbeit nachgehen.

Nötig sind Maßnahmen, um Arbeitsbedingungen zu verbessern und Geschlechterrollen zu verändern. Dies beinhaltet beispielsweise die Förderung von gerechter Entlohnung für gleichwertige Arbeit, einer Debatte über Berufswahlentscheidungen von Frauen und Männern, die Honorierung bislang unbezahlte Pflegearbeit und die Bekämpfung von Diskriminierung. Gewalt und Belästigungen gegenüber Frauen und Männern am Arbeitsplatz müssen entschieden bekämpft werden.

 

 

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