Bildungsinvestitionen 2023: Deutschland unter dem EU-Durchschnitt

EU Kommission 6

EU-Kommission fordert von den Mitgliedsstaaten mehr Bildungsinvestitionen

Die EU-Länder haben 2023 insgesamt 806 Milliarden Euro in Bildung investiert, was im Durchschnitt 9,6 Prozent der öffentlichen Ausgaben und 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht.

Deutschland liegt mit 9,2 Prozent der öffentlichen Ausgaben und 4,5 Prozent des BIP unter dem EU-Durchschnitt. Trotz eines Aufwärtstrends bei den Bildungsinvestitionen nach der COVID-19-Pandemie erreichen die Ausgaben noch nicht das Niveau vor der Krise.

Bildungsinvestitionen als Zukunftsinvestition

Die Exekutiv-Vizepräsidentin der EU-Kommission, Roxana Mînzatu, betonte, dass Ausgaben für Bildung als Investitionen und nicht als Kosten zu sehen seien. Bildung sei ein wichtiger Motor für Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit in Europa.

Vor diesem Hintergrund sieht der Vorschlag für den nächsten mehrjährigen EU-Finanzrahmen eine Aufstockung der Mittel für Bildung vor, unter anderem durch nationale und regionale Partnerschaftspläne, einen Europäischen Fonds für Wettbewerbsfähigkeit und das Erasmus+ Programm.

Erholung nach der Pandemie und wirtschaftlicher Nutzen

Der Bericht zeigt erste Anzeichen für eine Erholung der Bildungsfinanzierung seit der Pandemie, jedoch liegen die Ausgaben noch unter dem Vorkrisenniveau. Schätzungen gehen davon aus, dass das BIP der EU-Länder bis 2030 durch bessere Grundkenntnisse in der Bevölkerung um 8 bis 10 Prozent höher ausfallen könnte. Außerdem führt ein zusätzliches Bildungsjahr im Durchschnitt zu einem 7-prozentigen Einkommensanstieg.

Mehr Flexibilität und EU-Fördermittel

Die neuen EU-Regeln für wirtschaftspolitische Steuerung eröffnen den Mitgliedsländern mehr Spielraum für strategische Bildungsinvestitionen. Obwohl die Hauptverantwortung bei den nationalen Regierungen liegt, unterstützt die EU mit rund 148 Milliarden Euro Fördermitteln für Bildung und Kompetenzen im Zeitraum 2021-2027, zum Beispiel über Erasmus+ und den Europäischen Sozialfonds+.

Zusätzlich stehen im Rahmen der Fazilität für Konjunkturbelebung und Widerstandsfähigkeit weitere 75 Milliarden Euro für Investitionen bereit.

Die EU-Kommission ruft die Mitgliedstaaten dazu auf, Bildungsinvestitionen weiterhin prioritär in ihren Haushaltsplänen zu behandeln. 


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