Kultur- und Kreativbereich erhält umfangreiche EU-Mittel

EU Kommission

EU unterstützt Erholung der Kreativbranche mit über 2 Milliarden Euro 

Die Europäische Kommission wird die Kultur- und Kreativbranche in Europa in den kommenden Jahren über das Programm Kreatives Europa mit 2,4 Mrd. Euro unterstützen. Über Kreatives Europa werden 2021 so viele Mittel wie noch nie bereitgestellt: Künstlerinnen und Künstler aus allen Bereichen des Kultursektors werden mit rund 300 Mio. Euro unterstützt, damit sie über Genres und Grenzen hinweg zusammenarbeiten können, um neue Publikumsschichten zu erreichen. Das Gesamtbudget des Programms in Höhe von 2,4 Mrd. Euro für die siebenjährige Laufzeit ist gegenüber dem Vorläuferprogramm um 63 Prozent gestiegen.

Nach der Annahme des Arbeitsprogramms für das erste Jahr der Laufzeit von Kreatives Europa 2021-2027 am 26. Mai 2021 können nun die ersten Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlicht werden. Diese Aufforderungen stehen allen Organisationen offen, die im Kultur- und Kreativsektor tätig sind.

Die EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Mariya Gabriel, erklärte: »Mehr als acht Millionen Menschen in der EU arbeiten im Kulturbereich. Kultur kennt keine Grenzen und keine Nationalität. Die Kunst ist ein Fenster in die Welt und trägt dazu bei, Brücken zu bauen. Jetzt, da Museen, Kinos, Kulturerbestätten und Theater langsam wieder öffnen, möchte ich der Kultur- und Kreativbranche erneut die Unterstützung der Kommission zusichern. Dank seiner erhöhten Mittelausstattung wird Kreatives Europa insbesondere die Erholung im Kulturbereich stärken und zugleich die unglaubliche Vielfalt und Kreativität fördern, durch die sich dieser Sektor auszeichnet.«

Der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Thierry Breton ergänzte: »Der künstlerische und kreative Ausdruck bildet den Kern der Kultur- und Kreativwirtschaft und unserer europäischen Identität. Das neue, gestärkte Programm Kreatives Europa wird europäischen Werken, die auf der ganzen Welt geschätzt werden, neue Impulse geben und die Urheber, Produzenten, Vertreiber und Aussteller Europas fördern, die so sehr unter der Pandemie gelitten haben. Durch die Förderung der Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette und über sprachliche Grenzen hinweg und durch die Unterstützung neuer innovativer Geschäftsmodelle wird MEDIA zum Ausbau eines dynamischen und kulturell vielfältigen audiovisuellen Ökosystems beitragen. In Zeiten, da der Medienpluralismus zunehmend bedroht ist, wird Kreatives Europa zum ersten Mal auch eine gesunde und nachhaltige Nachrichtenmedienbranche in der EU fördern.«

Kreatives Europa sieht für das Jahr 2021 verschiedene gemeinsame Ziele für den Kultur- und Kreativsektor vor. Stärker als bisher im Vordergrund stehen die länderübergreifende Schaffung und die weltweite Verbreitung und Förderung europäischer Werke sowie bereichsübergreifende Innovationen; zudem werden höhere EU-Kofinanzierungssätze die Finanzierung erleichtern. Bei allen finanzierten Maßnahmen und Projekten soll die Gleichstellung der Geschlechter gewahrt werden, und bei der Entwicklung und Durchführung der Aktivitäten sind die Umweltziele der EU zu berücksichtigen.

Der Aktionsbereich MEDIA unterstützt als Teil von Kreatives Europa die Entwicklung und den Vertrieb international attraktiver Filme und audiovisueller Werke innerhalb und außerhalb Europas. MEDIA leistet zudem Beiträge zur Talentförderung und umfasst gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Medienkompetenz und zur Förderung von Freiheit und Pluralismus. Zugleich unterstützt das Programm weiter die kulturelle und sprachliche Vielfalt Europas.

Kreatives Europa umfasst unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Förderung der Übersetzung literarischer Werke und der Entwicklung von Publikationspartnerschaften
  • EU-Preise für Literatur, Musik, Architektur und Kulturerbe und die Initiativen »Kulturhauptstädte Europas« und »Europäisches Kulturerbe-Siegel«
  • Verbesserung der Zugänglichkeit und Sichtbarkeit europäischer audiovisueller Werke auf verschiedenen Plattformen und über Grenzen hinweg
  • Labor für kreative Innovationen – Förderung innovativer Ansätze für die Schaffung, den Vertrieb und die Bekanntmachung von Inhalten über Sektorgrenzen hinweg
  • Förderung der Medienkompetenz, des Pluralismus und der Freiheit als europäische Werte

Hintergrund
Der Kultur- und Kreativsektor bereichert mit seinen vielen Facetten seit jeher das Leben in Europa und trägt nicht nur zum sozialen Zusammenhalt und zur Vielfalt Europas bei, sondern ist mit einem Anteil von 4,2 Prozent am Gesamt-BIP der EU und 3,7 Prozent der Arbeitskräfte ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor.

Im Jahr 2014 wurde die EU-Förderung für den Kultur- und Kreativsektor in einem einzigen eigenständigen Programm zusammengeführt: dem Programm Kreatives Europa. Seither besteht das Programm aus drei Aktionsbereichen: Der Aktionsbereich KULTUR deckt alle Bereiche des Kultur- und Kreativsektors mit Ausnahme des audiovisuellen Sektors und der Nachrichtenmedien ab; der Aktionsbereich MEDIA unterstützt den audiovisuellen Sektor und die Filmbranche, und der sektorübergreifende Aktionsbereich bietet Möglichkeiten für interdisziplinäre Kooperationen.

Im Zeitraum 2014-2020 beteiligten sich 41 Länder an Kreatives Europa, und es wurden über 13.000 Finanzhilfen gewährt, die jeweils mehreren Organisationen zugutekamen. Im Rahmen des Programms wurden 647 kulturelle Kooperationsprojekte kofinanziert, an denen sich 3.760 Organisationen aus ganz Europa beteiligten, und es wurden Schulungen für über 16.000 Kulturschaffende, die Entwicklung bzw. der Vertrieb von über 5.000 Filmen, der Betrieb von 1.144 Kinos und die Übersetzung von 3.500 Büchern in ganz Europa gefördert.

 

 

Bundestagsausschuss stimmt für Kita-Qualitätsgesetz
Der Bundestagsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat am Mittwochmittag dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung (KiTa-Qualitätsgesetz) in geänderter...
Deutscher Ethikrat: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in gesellschaftlichen Krisen nicht alleinlassen
Am 28. November 2022 veröffentlichte der Deutsche Ethikrat im Rahmen einer Bundespressekonferenz in Berlin seine Ad-hoc-Empfehlung »Pandemie und psychische Gesundheit. Aufmerksamkeit, Beistand und Unterstützung für Kinder, Jugendliche und junge...
Kompetenzen für die Transformation entwickeln
Wie ist es möglich, berufliche Kompetenzen für die gesellschaftliche Transformation optimal zu entwickeln? Welche Voraussetzungen braucht es für eine erfolgreiche und zukunftsgerichtete Entwicklung von Kompetenzen? Damit hat sich nicht nur der...

Mastodon
Wir benutzen Cookies
Der BildungsSpiegel setzt auf seiner Website sog. Cookies ein. Einige von ihnen sind für den reibungslosen Betrieb essentiell, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern. Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Website zur Verfügung stehen.