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Druck am Arbeitsplatz: Zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer gehen trotz Krankheit ins Büro

Kranke Frau

Der Winter hat begonnen und deutsche Arbeitnehmer haben mit verschiedenen Krankheiten zu kämpfen – von der gewöhnlichen Erkältung bis hin zu Migräne und Stress. Eine aktuelle Studie von CareerBuilder zeigt: 64 Prozent der Beschäftigten gehen trotz Krankheit ins Büro. Hauptgrund ist der starke Druck am Arbeitsplatz.

Fast die Hälfte der Arbeitnehmer (47 Prozent) gab in der Umfrage an, dass sich ihr Stresslevel im Büro während der vergangenen sechs Monate deutlich erhöht habe. Somit überrascht es nicht, dass sich viele von ihnen verpflichtet fühlen, bei Krankheit zu arbeiten, um das stetig wachsende Aufgabenvolumen zu bewältigen. Viele der Befragten glauben, dass eine Auszeit nur mehr ungelesene Mails und eine noch längere To-Do-Liste zur Folge habe – und der Stress so immer größer würde.

Darüber hinaus ergab die CareerBuilder-Studie, dass 19 Prozent der deutschen Arbeitnehmer auch deshalb krank zur Arbeit gehen, weil sie sich einen Tag ohne Lohn nicht leisten können.

Noch unerwarteter war, dass sich 21 Prozent der Arbeitnehmer sogar in ihr E-Mail-Postfach einloggten, obwohl sie ihrem Arbeitgeber mitgeteilt hatten, dass sie sich zumindest den halben Tag unwohl fühlten.

Jene Arbeitnehmer hingegen, die sich eine Auszeit gönnten, gaben dafür folgende Motive an:

  • 42 Prozent meldeten sich aufgrund eines Arztbesuches krank
  • 31 Prozent wollten einfach nur entspannen
  • 16 Prozent mussten Besorgungen machen.

»Unsere aktuelle Studie hat uns sehr überrascht, nicht zuletzt weil sich viele Arbeitnehmer eine Auszeit gönnen, um sich von mentalen genauso wie physischen Krankheiten zu erholen. Dies zeigt, dass sie müde und gestresst sind und unter immensem Druck stehen. Arbeitgeber müssen für das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter ernsthaft Sorge tragen«, so Janet Prosper von CareerBuilder.

Und sie führt fort: »Ob Sie in einem stressigen Arbeitsumfeld arbeiten oder nicht; es ist wichtig, sich bei einer Erkrankung ausreichend Zeit zur Erholung zu nehmen statt einfach weiter zu arbeiten. Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, sicherzugehen, dass Sie fit genug sind, um zu arbeiten, und dieser Standard muss aufrechterhalten werden. Denn wenn sich Arbeitnehmer nicht genug Zeit nehmen, um richtig gesund zu werden, kann dies die Produktivität und die Arbeitsmoral in Unternehmen senken – und Arbeitnehmer werden sich langfristig häufiger krank melden«.

CareerBuilder gibt drei Tipps, wie Arbeitnehmer das mentale Wohlbefinden am Arbeitsplatz verbessern können:

  • Hören Sie auf Warnsignale
    Die Bandbreite der Stress-Symptome ist enorm und kann von Angst über Appetitlosigkeit bis hin zu Schlafstörungen reichen. Wenn Sie sich wegen solcher Symptome Sorgen machen, sollten Sie sofort einen Arzt konsultieren.

  • Bewegen Sie sich
    Es ist bewiesen, dass regelmäßige sportliche Aktivitäten Stress reduzieren und das mentale Wohlbefinden verbessern. Auch wenn Ihnen gar nicht danach ist, machen Sie in der Mittagspause einen Spaziergang oder gehen Sie nach der Arbeit eine kurze Runde joggen, um Ihren Kopf frei zu bekommen.

  • Reden Sie mit jemandem
    Ob Sie mit einem Kollegen oder Ihrem Vorgesetzten sprechen: Es ist wichtig, dass Sie gute Beziehungen zu anderen Mitarbeitern aufbauen, da sie Ihnen helfen und Sie in stressigen Situationen unterstützen können.

Hintergrund
Die Studie wurde mit 1.013 Voll- und Teilzeitkräften in Deutschland durchgeführt. Die Interviews wurden im September und Oktober 2015 von Redshift Research anhand von E-Mail-Einladungen und einer Online-Umfrage geführt. Die Ergebnisse jeder Stichprobe unterliegen möglichen Abweichungen, deren Grad von der Anzahl der Interviews und den Prozentsätzen abhängt, die die Ergebnisse wiedergeben. Bei dieser Studie im Speziellen besteht eine Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent, dass die Ergebnisse nicht mehr als 3,1 Prozentpunkte von den Ergebnissen abweichen, die man gewonnen hätte, wenn Interviews mit allen Menschen des Universums – hier repräsentiert durch die Stichprobe – geführt worden wären.

 

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