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Absolventen des tertiären Bildungsbereichs in der EU: Frauen in der Pädagogik überrepräsentiert

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Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe von männlichen Absolventen dominiert 

Im Jahr 2014 erwarben in der Europäischen Union (EU) fast 5 Millionen Personen einen tertiären Bildungsabschluss, davon waren 58% Frauen und 42% Männer. Von Männern dominierte Fachrichtungen sind Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe (wo sie 73% der Absolventen stellen) sowie Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik (58%). Auf der anderen Seite sind vier von fünf Absolventen des Bereichs Pädagogik (d.h. 80%) Frauen. Ein weiterer Fachbereich, in dem Frauen stark überrepräsentiert sind, ist Gesundheit und soziale Dienste mit einem Anteil weiblicher Absolventen von 75%.

Ein Drittel der Absolventen kam aus den Sozial-, Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften Der größte Anteil der Absolventen entfiel in allen Mitgliedstaaten auf die Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. In Bulgarien kam fast die Hälfte aller Absolventen (49%) aus diesem Bereich. Auch in Luxemburg (46%), Zypern (44%) und Litauen (43%) verzeichnete dieser Fachbereich hohe Anteile. Jeder fünfte Absolvent in Rumänien, Österreich, Finnland (je 21%) und Deutschland (20%) erwarb seinen Abschluss im Bereich Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe.

Der Anteil der Absolventen im Bereich Gesundheit und soziale Dienste war besonders hoch in Belgien (25%), wo jeder vierte Abschluss auf diesen Fachbereich entfiel, und lag auch in Schweden (23%), Dänemark (21%) und Finnland (20%) bei mindestens 20%.

Geisteswissenschaften und Künste fanden im Vereinigten Königreich und in Italien (je 16%) Zulauf. Im Vereinigten Königreich entfielen 17% der Abschlüsse auf Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik. Einen relativ hohen Anteil hatte dieser Fachbereich auch in Malta (15%) und Deutschland (14%). Den bei weitem größten Anteil an Absolventen der Pädagogik verzeichnete Luxemburg (26%).

80 Prozent der Absolventen im Bereich Pädagogik sind Frauen

In allen Mitgliedstaaten waren unter den Absolventen des tertiären Bildungsbereichs mehr Frauen als Männer (auf EU-Ebene waren 58% der Absolventen Frauen). Besonders hoch war der Frauenanteil in Estland und Polen (je 66%). Am ausgewogensten war das Verhältnis von Männern und Frauen in Deutschland (51%) und Irland (52%). Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe sind eindeutig männlich dominiert, sowohl auf EU-Ebene (73% der Abschlüsse in diesem Bereich wurden an Männer vergeben) als auch in sämtlichen Mitgliedstaaten. Der Männeranteil unter den Absolventen dieser Fächer reichte von 61% in Polen bis 85% in Irland. Auch Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik sind in den meisten Mitgliedstaaten eine Männerdomäne, mit Ausnahme von Rumänien (41% der Absolventen sind Männer), Portugal (43%), Zypern (46%), Italien (47%) und Bulgarien (50%). Den höchsten Anteil männlicher Absolventen im Bereich Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik wiesen die Niederlande auf, die mit 73% weit über dem EU-Durchschnitt von 58% lagen.

Frauen sind im Bereich Pädagogik in allen Mitgliedstaaten überrepräsentiert. Ihr Anteil beträgt in der EU 80% und reicht von 62% in Luxemburg bis 97% in Rumänien. Auch im Bereich Gesundheit und soziale Dienste waren Frauen sowohl auf EU-Ebene (75%) als auch in allen Mitgliedstaaten stärker vertreten, wobei Estland (90%) auf den höchsten und Zypern (65%) auf den niedrigsten Frauenanteil kam.

Geografische Informationen
Die Europäische Union (EU) umfasst Belgien, Bulgarien, die Tschechische Republik, Dänemark, Deutschland, Estland, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Kroatien, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, Ungarn, Malta, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, die Slowakei, Finnland, Schweden und das Vereinigte Königreich.

Methoden und Definitionen
Tertiäre Bildung bezieht sich auf die Stufen 5-8 der Internationalen Standardklassifikation für das Bildungswesen (International Standard Classification of Education, ISCED) von 2011, d.h. Kurzstudiengänge, Bachelor oder gleichwertiger Abschluss, Master oder gleichwertiger Abschluss sowie Promotion oder gleichwertiger Abschluss.

Absolventen sind Personen, die im Bezugskalenderjahr einen Bildungsabschluss erwerben. Jede Person wird dabei pro Bezugsjahr nur einmal als Absolvent gezählt, auch wenn sie mehrere Qualifikationen auf verschiedenen Gebieten erworben hat.