Erwerbstätigkeit im Ruhestandsalter

Alter Mann in Werkstatt

Zur Rolle von Einkommensarmut und finanzieller Situation

Welche Rolle spielen Einkommensarmut und die wahrgenommene finanzielle Situation hinsichtlich der Erwerbsabsicht und der Erwerbsbeteiligung im Ruhestandsalter?

Dies untersucht ein Beitrag in der neuen Ausgabe von Bevölkerungsforschung Aktuell.

Die Erwerbsbeteiligung im Ruhestandsalter ist in Deutschland in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Neben Reformen des Rentenrechts und einer veränderten Neigung zur Weiterführung des Erwerbslebens, hat auch die finanzielle Situation Einfluss darauf, ob ältere Menschen weiterhin arbeiten. Auf der Grundlage von Daten der Studie »Transitions and Old Age Potential« (TOP) geht der Artikel der Frage nach, welche Rolle Einkommensarmut und eine als schwierig wahrgenommene finanzielle Situation hinsichtlich der Erwerbsabsicht und der Erwerbsbeteiligung im Ruhestandsalter spielen.

Einkommensarmut fördert Pläne zur verlängerten Erwerbsbeteiligung

Die Befunde deuten darauf hin, dass bei beiden Geschlechtern ein Einkommen unterhalb der Armutsrisikoschwelle im Allgemeinen häufiger mit Plänen zur Weiterführung einer Erwerbstätigkeit im Ruhestandsalter einhergeht. Es gibt allerdings geschlechtsspezifische Unterschiede. So ist bei Frauen dieser Zusammenhang nur schwach ausgeprägt.

Hingegen nennen Männer, die von Einkommensarmut bedroht sind, mit 45 Prozent deutlich häufiger Pläne zur verlängerten Erwerbsbeteiligung als jene mit Einkommen oberhalb der Armutsrisikoschwelle. So kann vor allem bei Männern, die sich unterhalb der Armutsrisikoschwelle befinden, eine deutlich höhere Erwerbsbeteiligung im Ruhestandsalter beobachtet werden als bei Männern, die nicht als einkommensarm gelten.

Höhere Erwerbsquote bei unzureichender finanzieller Situation

Dagegen zeigt sich bei der wahrgenommenen finanziellen Situation und den Plänen zur Weiterführung der Erwerbstätigkeit im Ruhestandsalter vor allem ein Zusammenhang bei den Frauen: 38 Prozent der Frauen, die angaben, nicht mit dem zur Verfügung stehenden Geld zurechtzukommen, zeigten eine Absicht zu fortgeführter Erwerbstätigkeit im Ruhestandsalter.

Bei den Männern sind die Unterschiede bei der Erwerbsabsicht zwischen denjenigen, die mit ihrem Geld zurechtkamen und denen, die ihre finanzielle Situation schlechter wahrnahmen, dagegen vergleichsweise schwach ausgeprägt. Im Hinblick auf die tatsächliche Erwerbstätigkeit im Ruhestandsalter zeigt sich aber insgesamt, dass eine als unzureichend wahrgenommene finanzielle Situation sowohl bei Männern als auch bei Frauen mit einer höheren Erwerbsquote einhergeht.

 

 

Erwerbstätigkeit älterer Menschen nimmt mit steigendem Bildungsniveau zu
Erwerbstätigkeit älterer Menschen in Deutschland und der EU binnen zehn Jahren deutlich gestiegen Zur Bewältigung des Fachkräftemangels wird unter anderem über eine stärkere Beteiligung älterer Menschen am Erwerbsleben diskutiert. In Deutschland...
Chancen längerer Erwerbstätigkeit
Ein längeres Erwerbsleben ist für die Beschäftigten keine Bedrohung, sondern eine Chance auf mehr Wohlstand und Teilhabe. Das stellt die Bundesregierung in ihrem Vierten Bericht zur Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre fest, der nun als...
Alternde Belegschaften: Weiterbildung hilft dabei, digitale Kompetenzen zu fördern
Ältere Arbeitnehmer können durch geeignete Weiterbildung bei digitalen Kompetenzen aufholen. Dies geht aus einer Studie des Forschungsnetzwerks EconPol hervor, die diese Fähigkeiten unter verschiedenen Altersgruppen in Industriestaaten untersucht...

Wir benutzen Cookies
Der BildungsSpiegel setzt auf seiner Website sog. Cookies ein. Einige von ihnen sind für den reibungslosen Betrieb essentiell, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern. Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Website zur Verfügung stehen.