Wie verbrachten Schulkinder die Schulschließungen Anfang 2021?

Schulschließung

Auch im zweiten Lockdown lernen Kinder weniger 

Die Schulkinder in Deutschland haben im Corona-Lockdown Anfang 2021 im Schnitt nur 4,3 Stunden am Tag mit schulischen Tätigkeiten verbracht. Das ist zwar eine knappe Dreiviertelstunde mehr als während der ersten Schulschließungen im Frühjahr 2020. Aber immer noch 3 Stunden weniger als an einem üblichen Schultag vor Corona.

Das geht aus einer Befragung des ifo Instituts unter 2122 Eltern hervor. »Besonders bedenklich ist, dass 23 Prozent der Kinder sich nicht mehr als zwei Stunden am Tag mit der Schule beschäftigt haben«, sagt der Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann. »Die Coronakrise ist eine extreme Belastung für die Lernentwicklung und die soziale Situation vieler Kinder.«

Die Schulkinder haben täglich mehr Zeit mit Fernsehen, Computerspielen und Handy (4,6 Stunden) verbracht als mit dem Lernen für die Schule. 26 Prozent der Schüler*innen hatten täglich gemeinsamen Unterricht für die ganze Klasse, zum Beispiel per Video. Aber 39 Prozent hatten dies nur maximal einmal pro Woche. 56 Prozent der Eltern denken, dass ihr Kind pro Stunde zu Hause weniger lernt als im regulären Unterricht in der Schule, 22 Prozent sind vom Gegenteil überzeugt. 21 Prozent der Schüler*innen nahmen seit den ersten Schließungen an Maßnahmen wie Förder- oder Nachhilfeunterricht oder Ferienkursen teil.

Leistungsschwächere Schüler*innen und Nicht-Akademikerkinder haben zu Hause deutlich weniger effektiv und konzentriert gelernt. Die große Mehrzahl der Schulkinder hat zu Hause Zugang zu Computer und Internet. Für die Hälfte der Kinder aber war die Situation während der Schulschließungen eine große psychische Belastung – deutlich mehr als während der ersten Schließungen (38 Prozent). Ein knappes Drittel (31 Prozent der Eltern berichten, ihr Kind habe während der Corona-Pandemie wegen Bewegungsmangel an Körpergewicht zugenommen. Für 76 Prozent der Kinder war es eine große Belastung, nicht wie gewohnt Freunde treffen zu können. Aber es gibt auch positive Aspekte: Die Mehrheit der Eltern gibt an, dass ihr Kind durch die Schulschließungen gelernt hat, sich eigenständig Unterrichtsstoff zu erarbeiten (56 Prozent) und mit digitalen Techniken besser umzugehen (66 Prozent).

Die Stichprobe der 2.122 Eltern wurde so gezogen, dass sie die Elternschaft in Deutschland nach Alter, Geschlecht, Bundesland und Schulabschluss möglichst gut abbildet.

 

 

Wie Präsenzpflicht im Büro das Leben von Frauen verändert
Frauen im Arbeitsleben nach der Pandemie: Neue Herausforderungen Die Corona-Pandemie hat tiefe Spuren im Arbeitsleben hinterlassen, besonders bei Frauen in Deutschland. Die Deloitte-Studie »Women @ Work« zeigt auf, wie sich neue Stressfaktoren und...
Stress im Studium: Oft ist das Lernumfeld entscheidend
Ursachen für erhöhten Studienstress während der Pandemie – Wichtige Erkenntnisse auch für den »normalen« Studienbetrieb. Pandemie verstärkte Studienstress: Ursachen und Auswirkungen Die COVID-19-Pandemie hat viele Studierende stark belastet....
Studie: Corona-Einschränkungen beeinträchtigten mathematische Kompetenzen nicht
Langzeitstudie widerlegt Befürchtungen zu Mathematikdefiziten Haben Schüler*innen in Mathe weniger gelernt, weil sie von Schulschließungen 2020/21 betroffen waren? Diese Frage können Wissenschaftler*innen des LIfBi nun erstmals anhand eines...

.