Digitale Transformation revolutioniert auch das Lernen

Bildungsexperte Prof. Scheer mahnt Umdenken an - Vorratswissen nicht ausreichend
Das Aneignen von »Vorratswissen«, wie es seit Jahrhunderten in der Schule praktiziert wird, taugt nur noch für das notwendige Grundlagenwissen und nicht mehr für unsere komplexer gewordene Welt. So revolutioniert die Digitale Transformation auch das Lernen, sagt der Bildungsexperte Prof. August-Wilhelm Scheer.
»Moderne Wissensvermittlung muss situativ, personalisiert und dynamisch-adaptiv erfolgen«, sagt Prof. Scheer. Seine aktuellen Thesen zur Zukunft des Lernens machen deutlich, wie wichtig Tools zur Erschließung des Bedarfswissens künftig sein werden. »Wissen pauken und horten gilt nicht mehr«,sagt Professor Scheer. Zwar werden in den Schulen, an Berufsschulen und Universitäten auch Techniken, soziale Fähigkeiten, Sprachen und analytische Fertigkeiten vermittelt. Diese bleiben Grundvoraussetzung für den späteren Beruf. Darüber hinaus aber sei ein Umdenken in Bezug auf das Lernen für dringend erforderlich: Was über das Grundlagenwissen hinausgeht, wird sich in den Bedarfsbereich verlagern.
Die jüngeren Generationen nutzen digitale Wissensverfügbarkeiten bereits ganz natürlich: Informationen, die man braucht, werden kurzerhand gegoogelt. Wichtig ist laut Prof. Scheer, der vor 20 Jahren mit der IMC AG auch eines der weltweit größten Unternehmen zur digitalen Bildung gründete, Ängste des Menschen durch Begeisterung zu ersetzen und Fertigkeiten zu erwerben, mit der Veränderung umzugehen. »Digitalisierung ist keine Gefahr, sondern in der Arbeitswelt eine Bereicherung und Erleichterung«, sagt der Visionär auf dem Gebiet der digitalen Bildung.
Digitale Trainings und Wissensmanagement rücken in der Konsequenz enger zusammen. Je spezieller das Fachgebiet, desto mehr liegt das Expertenwissen tatsächlich in den Unternehmen. User-generated Content erhält eine wachsende Bedeutung, schnelle Reaktionszeiten sind erforderlich. Unternehmen und ihre Content-Manager benötigen beim Digitalen Training entsprechenden Tools, die beratende Anleitung und bedarfsgerechte Aufbereitung von wertigen Content - insbesondere durch Learning Management Systeme für den Abruf von Lerninhalten. Auch der öffentliche Bildungssektor muss nach Meinung von Prof. Scheer endlich nachziehen. Universitäten könnten mit ihren Absolventen einen postgraduierten Bildungsvertrag unterschiedlicher Dauer bis hin zu lebenslang abschließen. Für praktische Übungen kommen die Absolventen auf virtuellen Plattformen zusammen.
VERWEISE
Ähnliche Themen in dieser Kategorie
Transformation der Bildungslandschaft: Die Digitalstrategie für Rheinland-Pfalz Die neue »Digitalstrategie für die Bildungslandschaft in Rheinland-Pfalz« definiert den Rahmen für eine umfassende Modernisierung des Bildungswesens bis zum Jahr 2035. Im Zentrum steht das Ziel, …
Bund und Länder verabschieden Digitalpakt 2.0 Die flächendeckende Digitalisierung der deutschen Schullandschaft erhält eine langfristige finanzielle Absicherung. Am 18. Dezember 2025 einigten sich die Bildungsministerien der Länder und das Bundesministerium für Bildung, …
KI gewinnt an Bedeutung – Datenschutz bleibt Pflicht Auf dem Portal erwachsenenbildung.at hat Karin Lamprecht von CONEDU einen lesenswerten Beitrag zum Einsatz von KI in der Weiterbildung veröffentlicht. Lamprecht bietet einen fundierten Überblick darüber, wie Einrichtungen …
KI-Fortbildungsinitiative gestartet Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein‑Westfalen (MSB NRW) hat die landesweite Fortbildungsinitiative »KI‑Skilling.NRW« für Lehrkräfte gestartet. Ziel ist, rund 200.000 Lehrpersonen im Bundesland darin zu stärken, …
