Weiterbildungsguide gr

Anzeige

Anzeige

 

ANZEIGEN

Anzeige

Weiterbildung

Personalmanagement

Beruf & Arbeit

Industrie 4.0 braucht Fachkräfte

IAQ

IAQ-Forscher Prof. Gerhard Bosch zur beruflichen Ausbildung  

Die vierte industrielle Revolution wird Wirtschaft und Arbeit in Deutschland tiefgreifend verändern. Die Datenvernetzung über das Internet bietet wesentlich effizientere Rationalisierungshebel als die Automatisierung, die in der Vergangenheit für einen Wandel sorgte. »Das bedeutet aber nicht das Ende qualifizierter Industriearbeit, der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften bleibt weiterhin hoch«, stellt Prof. Dr. Gerhard Bosch, Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE), klar.

Gefahr für das Ausbildungssystem drohe dagegen von anderer Seite: Die Studienanfängerquote ist von 39 Prozent im Jahre 2003 auf 58 Prozent 2015 gestiegen. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich aber deutlich konservativer als das Bildungsverhalten, zeigt Gerhard Bosch im aktuellen IAQ-Standpunkt auf: »Zwar steigen die Anforderungen, aber der Anteil der hochqualifizierten Tätigkeiten, für die man einen akademischen Abschluss braucht, liegt in den OECD-Ländern nirgendwo über 25 Prozent und damit deutlich unter den Quoten von Hochschulabsolventen«.

Der Run auf die Hochschulen könne Unternehmen auf Dauer veranlassen, ihre Rekrutierungs- und Qualifizierungsstrategien zu verändern, warnt Bosch. Damit werde das Potenzial der guten Bewerber für eine Berufsausbildung ausgetrocknet. Die Konkurrenz zwischen Lehre und dem Bachelorstudium, die bislang nur vereinzelt zu beobachten ist, werde sich so noch verschärfen.

Der Bildungsforscher setzt sich dafür ein, das Image der industriellen Ausbildung dringend zu verbessern, »denn die Wirtschaft ist für die neuen Herausforderungen mit beruflich gut ausgebildeten Fachkräften besser gerüstet als mit der angelsächsischen Kombination. Hier setzen die Betriebe einerseits auf Angelernte, andererseits auf praktisch wenig erfahrene Akademiker. Seit 20 Jahren werden in Deutschland die Berufe regelmäßig modernisiert. Diese kontinuierliche Verbesserung sollte auch die Leitschnur für die Einführung von Industrie 4.0 sein.

Die bisherigen Versuche, das Ansehen der Berufsausbildung zu verbessern, waren nach Ansicht des Arbeitsmarktexperten nur halbherzig, da wichtige Probleme kaum thematisiert und in der Praxis nicht gelöst wurden darunter die Entlohnung, die Arbeitsplatzgarantie und die im deutschen Qualifikationsrahmen verankerte Gleichstellung von Meistern und Fachwirten mit den Absolventen von Bachelor-Studiengängen.

Gerhard Bosch: »Die Versprechen, die heute mit einer Berufsausbildung gegeben werden, wie gute Bezahlung, Sicherheit und Aufstiegsmöglichkeiten, müssen in der Praxis auch eingehalten werden, sonst orientieren sich die Jugendlichen anders!«

 

 

 

Das könnte Sie auch interessieren...

Studie: 10.000 Fachleute für digitale Medien gesucht
Steigende Nachfrage nach Online-Redakteuren, Online-Marketing-Spezialisten, Webdesignern und App-Entwicklern  Deutsche Unternehmen suchen verstärkt Fachleute und...
Führungskräfte: Digitale Transformation erhöht den Stress
Manager spüren erhöhten Wettbewerbsdruck - Transparenz von Produkten, Preisen und Köpfen als Ursache - Persönliche Kommunikation und Führungsverhalten leiden   ...
Bundesregierung stärkt internationales Engagement in der dualen Ausbildung
Bilanzkonferenz zur internationalen Berufsbildung zieht positives Fazit - Berufliche Bildung im Ausland aber oftmals noch nicht anerkannt genug  Viele Länder kämpfen mit...
Erneut starker Anstieg der Anfänger bei Bildungs­programmen im Übergangs­bereich im Jahr 2016
Im Jahr 2016 begannen 298.800 junge Menschen ein Bildungsprogramm im Übergangsbereich. In diesem ausbildungsrelevanten Sektor können durch den Erwerb beruflicher Grundkenntnisse...
Digitalisierung: Deutsche rechnen mit starkem Wandel der Arbeitswelt
»ZukunftsMonitor« zeigt Erwartungen zum Einfluss der Digitalisierung auf Denken und Arbeiten    Drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland...
Weiterbildung für die Arbeitswelt 4.0
TNS Infratest-Studie 2017: »Weiterbildungstrends in Deutschland 2017«  -   So sieht Weiterbildung 4.0 aus: selbstorganisiert, eigenverantwortlich sowie zeit- und...
Weiterbildung: Bessere Beratung, solidere Finanzierung und einheitliche Standards nötig
Studie: In Zeiten der Digitalisierung besonders wichtig   Weiterbildung ist in der digitalen Arbeitswelt so wichtig wie nie. Doch die Qualifizierungslandschaft ist...
Digitalisierung erhöht Weiterbildungsbedarf
TNS Infratest-Studie 2017: »Weiterbildungstrends in Deutschland 2017«  -   Arbeitswelt 4.0: Digitale Skills unentbehrlich, aber noch nicht ausreichend...
Digitale Transformation der Wirtschaft läuft noch nicht rund
Unternehmen benötigen eine eigene Digitalstrategie   Ein digitales Archiv statt einem Keller voller Papierakten, die Drohne in der Landwirtschaft, die punktgenau...
Digitalisierung: Arbeitnehmer zeigen wenig Eigeninitiative bei Weiterbildung
Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist das Trendthema 2017 und bedeutet tiefgreifende Veränderungen für Unternehmen und Mitarbeiter. 60 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland...
Unternehmen wollen digitale Bildungslücke schließen
Mehr Investitionen in Weiterbildung und Technik  43 Prozent der Unternehmen in Deutschland stocken ihre Budgets für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter auf. Der Grund:...
Bericht zu Chancen und Herausforderungen expandierender digitaler Technologien
Die verstärkte Nutzung digitaler Technologien bei der Arbeit im und außerhalb des Büros verändern das traditionelle Modell der Arbeit rasant. Neuer ILO - Eurofound Bericht zu...

iwwb