Weiterbildungsguide gr

Anzeige

Anzeige

 

ANZEIGEN

Anzeige

Weiterbildung

Personalmanagement

Beruf & Arbeit

Bundesregierung beschließt Fünften Armuts- und Reichtumsbericht

BMAS2

5. ARB zeigt Handlungsbedarf, um den sozialen Zusammenhalt und Leistungsgerechtigkeit weiter zu stärken  

Das Bundeskabinett hat heute den Fünften Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (5. ARB) »Lebenslagen in Deutschland« beschlossen. Der Bericht analysiert Lebenslagen in Deutschland wie die Erwerbstätigkeit, die Einkommens- und Bildungssituation, die Gesundheit und das Wohnen für Menschen unterschiedlicher Lebensphasen. Die soziale Lage in Deutschland wird dafür auf Basis vorliegender Statistiken und eigens in Auftrag gegebener Forschungsvorhaben ausführlich beschrieben.

Der 5. ARB richtet stärker als die Vorgängerberichte den Blick auf die gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge von Armut, Reichtum und Ungleichheit. Dazu gehört ganz besonders die Entwicklung der Erwerbseinkommen, die für die große Mehrheit der Menschen die wichtigste Einkommensquelle darstellen.

Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles:

Der Bericht zeigt uns, dass es eine verfestigte Ungleichheit bei den Vermögen gibt. Die reichsten 10 Prozent der Haushalte besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Netto-Vermögens. Die untere Hälfte nur 1 Prozent. Zudem kommt der wirtschaftliche Aufschwung nicht bei allen an. Die unteren 40 Prozent der Beschäftigten haben 2015 real weniger verdient als Mitte der 90er Jahre. Wenn sich harte Arbeit für die, die klein anfangen müssen, kaum auszahlt, schadet das uns allen. Die Studien zeigen aber auch: Wir können daran etwas ändern. Seit der Einführung des Mindestlohns geht die Schere wieder ein Stück zurück. Auch von der Eindämmung bei Leiharbeit und Werkverträgen erhoffen wir uns das. Doch das sind nur erste Schritte. Ich wünsche mir einen Pakt für anständige Löhne – im Handel etwa, in der Pflege oder bei anderen Dienstleistungen.

Der 5. ARB belegt eine insgesamt positive Entwicklung der sozialen Lage in Deutschland: Ökonomische Stabilität und kontinuierliches Wirtschaftswachstum haben zur höchsten Beschäftigtenzahl und niedrigsten Arbeitslosigkeit seit der deutschen Einheit beigetragen. Seit Mitte des letzten Jahrzehnts hat sich die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um ca. sechs Millionen Personen erhöht. In diesem Zeitraum hat sich die Zahl der Arbeitslosen in etwa halbiert, die Jugendarbeitslosigkeit ist um rund 60 Prozent zurückgegangen. Erstmals seit dem Jahr 1993 ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen unter die Eine-Millionen-Marke gesunken.

Das Volkseinkommen ist im Berichtszeitraum deutlich gestiegen. Seit 2005 sind die Arbeitnehmerentgelte stärker gestiegen als die Gewinneinkommen, konnten im Berichtszeitraum ihren langjährigen Rückstand im Vergleich zu den Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen aber nicht ganz aufholen. Auch die Reallöhne sind spürbar gestiegen, zuletzt vor allem für gering Qualifizierte. Betrachtet man die Verteilung der Einkommen insgesamt, werden bestehende Ungleichheiten in Deutschland durch Steuern und Transfers erheblich abgemildert. Der Bevölkerungsanteil im mittleren Einkommensbereich ist im Berichtszeitraum stabil geblieben; der Anteil derjenigen, die wegen eines vergleichsweise niedrigen Einkommens als armutsgefährdet gelten, ist in den vergangenen Jahren etwa gleich geblieben und hat sich zuletzt allenfalls leicht erhöht. Zu Beginn des letzten Jahrzehnts waren die Einkommen allerdings noch deutlich gleichmäßiger verteilt als heute. Die Ungleichheit der Vermögen ist in Deutschland im internationalen Vergleich anhaltend hoch.

Die Grafik zeigt Balkendiagramme zur gefühlten Verteilung von Armut und Reichtum in Deutschland. 44 Prozent haben das Gefühl, der Anteil armer Menschen habe stark zugenommen, 40 Prozent glauben, er habe etwas zugenommen und 8 Prozent glauben, er sei gleich geblieben. Beim Anteil reicher Menschen haben 31 Prozent den Eindruck, dass dieser stark gestiegen sei, 39 Prozent sind der Meinung, der Anteil habe etwas zugenommen und 16 Prozent glauben, er sei gleich geblieben. An der Befragung nahmen 2.021 Personen teil.

5. ARB

 

Den Erstellungsprozess zum 5. ARB haben ein wissenschaftliches Gutachtergremium sowie ein Beraterkreis, dem eine Vielzahl an Verbänden und Institutionen angehören, begleitet. Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe hatte das BMAS zu einem intensiven Meinungsaustausch eingeladen und damit seinen Anspruch einer frühzeitigen und transparenten Beteiligung von Sachverständigen erfüllt. Jeweils etwa 100 Vertreterinnen und Vertreter aus der Wissenschaft, von Verbänden und den Sozialpartnern sowie verschiedener Ressorts der Bundesregierung nahmen an den Symposien teil.

 

 

Das könnte Sie auch interessieren...

Langzeitarbeitslose aus Sicht von Personalern: Geringere Motivation gilt als Hauptproblem
Personalentscheider werten eine in der Bewerbung angegebene längere Arbeitslosigkeit als »Signal für geringere Motivation«. Das ist der zentrale Befund einer Studie, die das...
14 Prozent der Erwerbstätigen nutzen öffentliche Verkehrsmittel
Im Jahr 2016 fuhren rund 14 % der Erwerbstätigen regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Ergebnissen...
AK Österreich: Weiterbildung wird zu wenig unterstützt
Arbeiterkammer fordert zahlreiche Besserstellungen  Investitionen in die Weiterbildung rechnen sich sowohl für die Unternehmen als auch für die Beschäftigten. Die...
Mehr als jeder Fünfte ist atypisch beschäftigt
Rund jeder fünfte Erwerbstätige zwischen 15 bis 64 Jahren ging 2016 einer atypischen Beschäftigung nach (20,7 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von...
Zu Hause arbeiten und Abschalten - geht das?
Studie untersucht Folgen für Frauen und Männer: Im Homeoffice oder mit völlig selbstbestimmten Arbeitszeiten fällt Abschalten besonders schwer – klare Regeln für...
MigrantInnen in der Frühen Bildung unterrepräsentiert
Nur 11 Prozent der Fachkräfte im Arbeitsfeld haben einen Migrationshintergrund  Nur 11,1% der rund 456.100 Erwerbstätigen in der Frühen Bildung hatten im Jahr 2014 einen...
Zeitarbeit geht auf die Gesundheit: Fehlzeiten fast eine Woche länger
Fast eine Million Menschen in Deutschland sind derzeit laut einer aktuellen Antwort der Bundesregierung in Leiharbeit beschäftigt - 4,4 Prozent mehr als 2015. Nach Angaben der...
Neuer Höchststand: 1,1 Millionen offene Stellen im zweiten Quartal 2017
Im zweiten Quartal 2017 gab es bundesweit 1.099.000 offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Damit lag die Zahl um 35.000 über dem bisherigen Höchststand vom ersten...
Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen 2016: Budget gewachsen, Ausschöpfung stagniert
Auch 2016 wurde das Budget der Jobcenter für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen weiter erhöht. Insgesamt standen den Jobcentern 2016 über 3,85 Milliarden Euro zur Verfügung. F...
Home-Office ist für vier von zehn Arbeitnehmern in Deutschland karriererelevant
Die Sehnsucht nach mehr Selbstbestimmung, was Arbeitszeit und Arbeitsort angeht, hat im vergangenen Jahr weltweit deutlich zugenommen - und Angebote zur flexiblen...
Eurostat: Arbeitslosenquote des Euroraums im Juni 2017 bei 9,1 Prozent
Quote der EU28 bei 7,7 Prozent       Im Euroraum (ER19) lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Juni 2017 bei 9,1%. Damit verzeichnete sie einen R...
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Juli 2017
BA: »Arbeitslosigkeit nimmt aus jahreszeitlichen Gründen zu«   »Die Nachrichten vom Arbeitsmarkt sind positiv: Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat im Juli aus...

iwwb