Akademische Karriere ohne Grenzen: Mobilität im weltweiten Vergleich

Themenkreis Wissenschaft und Forschung (Symbolbild)

Starke Anziehungskraft des deutschen Wissenschaftssystems

Die grenzüberschreitende Mobilität – also der Wechsel von Studierenden und Forschenden in ein anderes Land zu akademischen Zwecken – nimmt weltweit stetig zu. Deutschland festigt dabei seine Position als eines der attraktivsten Gastländer. Die Publikation »Wissenschaft weltoffen kompakt 2026« des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) legt entsprechende Daten vor.

Demnach waren im Wintersemester 2024/25 rund 402.000 internationale Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Dies entspricht einem Zuwachs von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ausländische Studierende stellen damit 14 Prozent der gesamten Studierendenschaft im Land.

Indien führt die Herkunftsländer an

Diese Entwicklung spiegelt einen langfristigen globalen Trend wider. Im Jahr 2023 studierten weltweit etwa 7,3 Millionen Menschen außerhalb ihres Heimatlandes. Seit dem Jahr 2010 wuchs diese Gruppe international mobiler Studierender um 92 Prozent.

Auf dem deutschen Campus bildet Indien mit rund 58.800 Eingeschriebenen im Wintersemester 2024/25 das primäre Herkunftsland. China und die Türkei folgen auf den weiteren Plätzen. Besonders ausgeprägt ist das Interesse an ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Zuletzt wählten 43 Prozent der internationalen Studierenden diesen Bereich.

Mehr englischsprachige Studiengänge und internationales Personal

Als ein Treiber dieser Dynamik gilt der gezielte Ausbau englischsprachiger Angebote. Im Jahr 2025 verzeichnete Deutschland bundesweit 2.381 solcher Studiengänge.

Auch das wissenschaftliche Personal wird internationaler. Im Jahr 2024 beschäftigten deutsche Hochschulen rund 68.300 ausländische wissenschaftliche und künstlerische Angestellte.

Deutsche Forschende zieht es ins Ausland

Die Mobilität erweist sich als wechselseitiger Prozess. Deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verlegen ihre Tätigkeiten für Karriereabschnitte oder für ein Promotionsvorhaben – also den Weg zur Erlangung des Doktorgrades – ebenfalls oft ins Ausland. Als bevorzugte Zielregionen gelten hierbei die Schweiz, Österreich, das Königreich Großbritannien und Nordirland sowie die Niederlande.

Hintergrund
»Wissenschaft weltoffen« analysiert bereits seit 2001 die Internationalisierung im Hochschul- bzw. Wissenschaftskontext in Deutschland und weltweit. Die Kompaktausgabe des jährlichen Datenreports enthält aktuelle Kennzahlen zu Quoten sowie Herkunfts- und Zielländern international mobiler Studierender in Deutschland bzw. im Ausland sowie zur Wissenschaftlermobilität nach und aus Deutschland. Zudem werden Indikatoren zu Internationalisierungsstrukturen an Hochschulen in Deutschland berichtet. Die präsentierten Indikatoren basieren sowohl auf internationalen Daten von OECD und UNESCO sowie nationalen Daten des Statistischen Bundesamtes als auch auf Daten aus eigenen Umfragen unter Organisationen, die Auslandsaufenthalte fördern.


In aller Kürze
Die internationale Mobilität in Studium und Wissenschaft wächst. Deutschland zieht besonders viele Studierende – vor allem aus Indien im Bereich Ingenieurwissenschaften – sowie ausländisches Fachpersonal an. 


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