Rekordniveau bei deutschen Forschungs- und Entwicklungsausgaben
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137,1 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung: Investitionen erreichen 3,17 Prozent des BIP
Die Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland haben im Jahr 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Mit Gesamtausgaben von 137,1 Milliarden Euro stiegen die Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent.
Dieser Zuwachs spiegelt sich auch im Anteil am Bruttoinlandsprodukt wider, der auf 3,17 Prozent kletterte. Damit übertrifft die Bundesrepublik erneut die Vorgaben der europäischen Wachstumsstrategie »Europa 2020« (mindestens 3 Prozent des BIP), während das nationale Ziel für das Jahr 2025 noch weitere Anstrengungen erfordert.
Wirtschaft als tragende Säule der Innovation
Der Unternehmenssektor übernimmt weiterhin die Rolle des Hauptfinanziers für wissenschaftliche Neuerungen. Mit einem Anstieg um 2,3 Prozent auf 92,5 Milliarden Euro trägt die Wirtschaft mehr als zwei Drittel der gesamten Aufwendungen.
Parallel dazu verzeichneten auch die Hochschulen ein deutliches Plus von 4,7 Prozent auf insgesamt 24,1 Milliarden Euro. Besonders dynamisch entwickelten sich die außeruniversitären Forschungseinrichtungen, deren Ausgaben um 10,1 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro anwuchsen.
Dynamik in Naturwissenschaften und Mathematik
Innerhalb der außeruniversitären Institute konzentrierten sich die Mittel massiv auf die Naturwissenschaften und die Mathematik. Nahezu 40 Prozent der dortigen Gelder flossen in diese Fachbereiche, was einer Steigerung von 22,8 Prozent entspricht. Maßgeblich verantwortlich für diesen Sprung waren die Disziplinen Physik und Astronomie. Hohe Investitionen bei einer einzelnen Großforschungseinrichtung führten hier zu einem Zuwachs von über 46 Prozent.
Staatliche Förderung und strukturelle Entwicklung
Die gemeinschaftliche Finanzierung durch Bund und Länder bleibt ein verlässliches Fundament für die Wissenschaftslandschaft. Rund 300 gemeinsam geförderte Organisationen ohne Erwerbszweck, darunter namhafte Gesellschaften wie Max-Planck und Fraunhofer, steigerten ihre Ausgaben um 4,6 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro.
Ein noch stärkeres relatives Wachstum zeigten sonstige öffentlich geförderte Träger, die ihre Aufwendungen um mehr als die Hälfte erhöhten.
Personelle Trends und Geschlechterverteilung
Die positive finanzielle Entwicklung korrespondiert mit einem personellen Ausbau in der außeruniversitären Forschung. Die Zahl der Vollzeitäquivalente – also der auf volle Arbeitszeit umgerechneten Stellen – im wissenschaftlichen Bereich stieg um 2,1 Prozent auf 67.200 Personen.
Auffällig ist dabei der Zuwachs bei Wissenschaftlerinnen, der mit 4,1 Prozent deutlich über dem der männlichen Kollegen lag. Trotz dieser Annäherung besteht bei einem Frauenanteil von 36,7 Prozent im wissenschaftlichen Stab weiterhin eine Differenz zur Geschlechterparität, auch wenn die Quote über alle Beschäftigtengruppen in Forschung und Entwicklung hinweg mit 42,2 Prozent bereits höher ausfällt.
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