Hochschulausgaben 2024 um 5 Prozent auf 79,2 Milliarden Euro gestiegen

Themenkreis Studium und Lehre (Symbolbild)

Stabile Eigenfinanzierung: Hochschulen decken 55 Prozent ihrer Kosten

Die Ausgaben für Lehre, Forschung und Krankenbehandlung an deutschen Hochschulen sind im Jahr 2024 auf insgesamt 79,2 Milliarden Euro angestiegen. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und unterstreicht die wachsende Bedeutung des tertiären Bildungssektors sowie der universitären Spitzenmedizin.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, treiben insbesondere steigende Personalkosten und die Aufwendungen im medizinischen Bereich diese Entwicklung voran. Damit setzen die Bildungseinrichtungen trotz moderater Zuwächse bei den Drittmitteln ihren Expansionskurs in der Infrastruktur und im Personalwesen fort.

Personalkosten und Sachaufwand als primäre Ausgabentreiber

Den größten Anteil am Budget nehmen mit 44,6 Milliarden Euro die Personalausgaben ein. Dieser Posten, der rund 56 Prozent der Gesamtsumme ausmacht, erhöhte sich im Vergleich zu 2023 um 6 Prozent. Parallel dazu verzeichnete der laufende Sachaufwand, also die Mittel für den täglichen Betrieb und Verbrauchsgüter, einen identischen Anstieg auf 27,8 Milliarden Euro.

Im Gegensatz dazu blieben die Investitionsausgaben für langfristige Anlagen und Bauvorhaben mit einem Plus von lediglich 0,7 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres stabil.

Dynamik in der universitären Medizin und im Fachhochschulsektor

Eine überdurchschnittliche Dynamik zeigt sich bei den medizinischen Einrichtungen der Universitäten. Hier stiegen die Aufwendungen für Forschung, Lehre und Krankenversorgung um 7 Prozent auf insgesamt 39,2 Milliarden Euro. Universitäten ohne medizinischen Fokus verzeichneten hingegen ein moderateres Plus von 4 Prozent bei einem Volumen von 28,5 Milliarden Euro.

Auch die Fachhochschulen sowie Verwaltungsfachhochschulen weiteten ihr Budget aus und investierten mit 10,3 Milliarden Euro rund 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr in ihren Bildungsauftrag.

Stabile Eigenfinanzierung und Verschiebungen in der Einnahmestruktur

Die Gesamteinnahmen der Hochschulen wuchsen analog zu den Ausgaben um 5 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich eine konstante Eigenfinanzierungsquote von 55 Prozent. Maßgeblich hierfür waren Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit und Vermögen, die primär durch Entgelte für Krankenbehandlungen in den Universitätskliniken generiert wurden. Diese Erlöse stiegen um 6 Prozent auf 29,4 Milliarden Euro.

Die Einwerbung von Drittmitteln, also Geldern von externen Stellen für spezifische Forschungsvorhaben, entwickelte sich mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro deutlich verhaltener. Während der Bund als wichtigster Geldgeber 3,4 Milliarden Euro bereitstellte, verzeichneten die Mittel aus der gewerblichen Wirtschaft mit einem Plus von 7,5 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro die höchste relative Steigerung innerhalb dieser Kategorie.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft trug mit 3,2 Milliarden Euro zur Finanzierung wissenschaftlicher Projekte bei.

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