Wirtschaftskammer Wien: So profitiert die Bildung von KI

Künstliche Intelligenz in Klassenzimmer und Lehrsaal: WKW-Forschungsprojekt belegt intensive KI-Nutzung im Bildungsbereich
Künstliche Intelligenz prägt den Wiener Bildungsalltag zunehmend. Ein Forschungsprojekt der FHWien der WKW, beauftragt von der Wirtschaftskammer Wien (WKW), zeigt: Rund ein Drittel der Studierenden nutzt KI täglich, um Zeit zu sparen und ihre Lernarbeit zu optimieren.
Auch Lehrpersonen setzen vermehrt KI-Programme wie ChatGPT ein, sehen aber Herausforderungen bei Bewertung und Datenschutz.
Häufige KI-Nutzung bei Lernenden
Das Projekt »KI in den Bildungseinrichtungen der WKW« befragte im Wintersemester 2024/25 insgesamt 1.577 Lernende aus Schulen, Fachhochschulen und WIFI-Kursen in Wien.
Das Ergebnis: 32 Prozent der FH-Studierenden verwenden KI-Tools täglich, bei Schüler*innen sind es 23 Prozent. Die meisten nutzen die Programme vor allem, um Zeit zu sparen.
Weitere Motivationen sind die Erweiterung von Lerninhalten und die Verbesserung der Textqualität. Einige Lernende gaben zu bedenken, dass der Umgang mit KI auch bequem machen und Denkprozesse beeinflussen könnte.
Selbstbewusste KI-Kompetenz
Die jungen Nutzer*innen schätzen ihre KI-Fähigkeiten überwiegend als fortgeschritten oder sogar expertenhaft ein. Mehr als die Hälfte der FH-Studierenden und fast die Hälfte der Schüler*innen sehen sich in diesem Bereich sicher.
Im Gegensatz dazu bezeichnen etwa ein Drittel der WIFI-Kursteilnehmenden KI noch als Neuland, was auf unterschiedliche Zugangsbedingungen und Erfahrungswerte hinweist.
Teamarbeit versus KI-Einsatz
In Experimenten zu komplexen Aufgaben zeigten sich klare Ergebnisse: Der Erfolg hing mehr von Organisation und guter Kommunikation ab als vom KI-Einsatz. Ein gut organisiertes Team ohne KI erzielte bessere Resultate als ein weniger gut abgestimmtes Team mit KI-Unterstützung. Dennoch half die KI, kreative und innovative Ideen zu fördern, was ihre unterstützende Rolle unterstreicht.
Lehrkräfte zwischen Chancen und Unsicherheit
Auch Lehrende aus Schulen, Fachhochschulen und WIFI-Kursen wurden zur Nutzung von KI befragt. Mehr als die Hälfte der Lehrpersonen an Schulen und Hochschulen setzen KI oft oder sehr oft zur Unterrichtsvorbereitung ein. ChatGPT wurde dabei als bevorzugtes Programm genannt.
Zugleich äußerten Lehrkräfte Unsicherheiten, etwa bei der Bewertung KI-gestützter Arbeiten oder beim Datenschutz. Außerdem zeigen sich Defizite bei technischer Ausstattung, auch wenn die Effizienz und Kreativität im Unterricht durch KI als bereichernd angesehen werden.
Herausforderungen und Empfehlungen
Das Projekt unterstreicht, dass neben technischem Know-how vor allem der menschliche Faktor entscheidend bleibt. Bildungsmanagerin Barbara Kluger-Schieder betont, dass analytisches Denken, Teamarbeit und ethisches Bewusstsein genauso wichtig seien wie technische Fertigkeiten.
Für eine zukunftsfähige Integration von KI in Bildungsinstitutionen empfiehlt die Studie:
- Ausbau der technischen Infrastruktur
- Klärung rechtlicher Rahmenbedingungen
- Praxisnahe Fortbildung der Lehrenden
- Stärkung kritischer Medienkompetenz
- Weiterentwicklung der Didaktik
- Förderung von Teamarbeit und sozialer Dynamik
- Austausch von Best-Practice-Beispielen
Der Einsatz von KI soll so gestaltet werden, dass er die Lebensqualität der Lernenden und Lehrenden verbessert und die Bildungseinrichtungen optimal auf die digitale Zukunft vorbereitet.
VERWEISE
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