.

Personalie: Dr. Hanna Beißert erhält Qualifikationsprofessur an der Goethe-Universität Frankfurt

DIPF 11

Neue Qualifikationsprofessur erforscht die Rolle von Herkunft und Geschlecht für die Bildung

Der soziale und kulturelle Hintergrund sowie das Geschlecht üben einen starken Einfluss auf die Bildungschancen und Bildungswege von Kindern und Jugendlichen aus. Mit einer gemeinsamen Berufung stärken das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und die Goethe-Universität Frankfurt am Main die Forschung in diesem Feld: Die Qualifikationsprofessur für »Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Unterricht und Heterogenität« wurde jetzt mit Dr. Hanna Beißert besetzt.

»Im Rahmen der Professur werde ich mich intensiv mit der Rolle von Geschlecht und Herkunft im Bildungssystem befassen – und mit der Frage, wie man deren Einfluss auf Bildungsentscheidungen und Bildungschancen reduzieren kann«, erläutert Professorin Beißert.

Insbesondere möchte die Wissenschaftlerin zwei Forschungsfelder in den Blick nehmen: (1.) die kognitive Entwicklung und Begabtenförderung in der Grundschule sowie geschlechts- und herkunftsbezogene Ungleichheiten im MINT-Bereich sowie (2.) die sozio-moralische Entwicklung von Kindern mit einem starken Fokus auf soziale Ausgrenzung in heterogenen Bildungskontexten.

»Es ist mir zudem ein zentrales Anliegen, dass die Ergebnisse meiner Forschung auch in der pädagogischen Praxis ankommen. Diesen Austausch werde ich gezielt unterstützen«, betont die Bildungsforscherin.

Am DIPF wird Professorin Beißert in der Abteilung »Lehr- und Lernqualität in Bildungseinrichtungen« tätig sein. An der Goethe-Universität gehört die Professur zum Fachbereich Erziehungswissenschaften. Sie ist zudem im vom DIPF koordinierten interdisziplinären Forschungszentrum »Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk« (IDeA) angesiedelt, zu dessen Gründungsinstitutionen auch die Goethe-Universität zählt. IDeA erforscht Entwicklungs- und Lernprozesse von Kindern und Möglichkeiten, sie gezielt zu fördern.

»Wir freuen uns sehr, dass wir mit Hanna Beißert eine ausgezeichnete Wissenschaftlerin als neue Professorin gewinnen konnten. Die Professur ergänzt hervorragend die inhaltliche Bandbreite der am DIPF behandelten Themen. Denn als einen Schwerpunkt will das Institut die verschiedenen Voraussetzungen und Verläufe von Bildungsprozessen erforschen und so zu gerechteren Bildungschancen beitragen«, sagt Prof. Dr. Kai Maaz, Geschäftsführender Direktor des DIPF. Prof. Dr. Christiane Thompson, Vizepräsidentin der Goethe-Universität, ergänzt: »Die Goethe-Universität und das DIPF arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen, um das Wissen über gute Bildung mit exzellenter Forschung zu erweitern. Die Berufung von Hanna Beißert, zu der wir ihr herzlich gratulieren, ist ein weiterer Baustein, um diese wichtige Kooperation zu vertiefen.«

Hanna Beißert arbeitet bereits seit längerer Zeit als Wissenschaftlerin am DIPF. Dort leitet sie unter anderem mehrere Projekte zu den bereits genannten Schwerpunkten der Professur, die sie im Rahmen ihrer neuen Tätigkeit fortführen und weiterentwickeln wird. Die Forscherin hat Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie an der Universität Mannheim studiert und wurde an der Goethe-Universität in Psychologie promoviert. Zuletzt vertrat sie eine Juniorprofessur für empirische Bildungsforschung an der Universität Konstanz.

Kontakt
Prof. Dr. Hanna Beißert, +49 (0)69 247 08- 239, [email protected]


Über das DIPF

Das DIPF ist das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation mit Standorten in Frankfurt am Main und in Berlin. Es will dazu beitragen, Herausforderungen in der Bildung und für das Erforschen von Bildung zu bewältigen. Dafür unterstützt das Institut Schulen, Kindertagesstätten, Hochschulen, Wissenschaft, Verwaltung und Politik mit Forschung, digitaler Infrastruktur und Wissenstransfer. Übergreifendes Ziel seiner Aktivitäten ist eine qualitätsvolle, verantwortliche, international anschlussfähige und Gerechtigkeit fördernde Bildung, die zudem bestmöglich erforscht werden kann. www.dipf.de

Über die Goethe-Universität Frankfurt

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der größten deutschen Universitäten. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist die Goethe-Universität Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. www.goethe-universitaet.de

 

  LINKS  

  •  ...

 

 

Kompetenzzentren für digitale Bildung: DIPF unterstützt Vernetzung und Transfer
In Deutschland werden derzeit vier »Kompetenzzentren für digitales und digital gestütztes Unterrichten in Schule und Weiterbildung« aufgebaut. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert nun einen von der Universität Potsdam...
Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf politische Einstellungen und Partizipation?
Hat die Corona-Pandemie die politischen Einstellungen in Deutschland nachhaltig verändert? Welche sozialen Gruppen sind davon besonders betroffen? Und hat sich auch deren gesellschaftliche Teilhabe gewandelt? Zum 01.02.2023 ist am Leibniz-...
Privatschüler*innen kommen öfter aus einkommensstarken Haushalten und solchen mit hoher Bildung
Selbst bei Wohnortnähe: Sozial benachteiligte Schüler*innen selten auf Privatschulen Immer mehr Schüler*innen in Deutschland gehen auf Privatschulen – aber längst nicht aus allen Familien: Vor allem Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen...

Wir benutzen Cookies
Der BildungsSpiegel setzt auf seiner Website sog. Cookies ein. Einige von ihnen sind für den reibungslosen Betrieb essentiell, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern. Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Website zur Verfügung stehen.