Weiterbildungsmarkt: Anbieter verunsichert

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BIBB und DIE veröffentlichen wbmonitor-Umfrageergebnisse 2025

Wirtschaftsstimmung der Weiterbildungsbranche auf Mehrjahrestief

Die deutsche Weiterbildungsbranche blickt auf ein wirtschaftlich schwieriges Jahr zurück. Der wbmonitor-Klimawert, der die wirtschaftliche Stimmung der Branche auf einer Skala von -100 bis +100 abbildet, sank 2025 für alle Anbieter um 17 Punkte auf -4 – der zweite Rückgang in Folge und damit nur knapp über dem Corona-Tiefpunkt von 2020 (-13 Punkte). Für das laufende Jahr rechnen die Anbieter mit einer weiteren Verschlechterung auf -13 Punkte.

Das ergibt die wbmonitor-Umfrage 2025 von Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und Deutschem Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE).

Hauptgrund für die gedrückte Stimmung ist eine arbeitsrechtliche Unsicherheit: Nach dem »Herrenberg-Urteil« gilt für die rechtssichere Beschäftigung von Honorarkräften nur eine befristete Übergangsregelung. Viele öffentlich finanzierte Einrichtungen fürchten, deren Auslaufen könnte ihre finanzielle Stabilität gefährden.

Volkshochschulen besonders unter Druck

Am stärksten betroffen sind Einrichtungen, die sich vorrangig über Mittel von Kommunen, Ländern, Bund oder EU finanzieren: Ihr Klimawert brach um 39 Punkte auf -26 ein, der Erwartungswert fiel auf -43 Punkte.

Hinter dieser Gruppe stehen vor allem Volkshochschulen, deren Angebot stark auf freiberuflichen Lehrkräften beruht – eine Einschränkung dieser Praxis nach Ende der Übergangsregelung träfe sie im Kern. Ursprünglich bis Ende 2026 befristet, wurde die Regelung inzwischen um ein Jahr verlängert.

Lichtblick bei arbeitsmarktnaher Weiterbildung

Gegen den Trend verbesserte sich die Stimmung bei Anbietern SGB-geförderter Weiterbildung im Auftrag von Arbeitsagenturen und Jobcentern: Ihr Klimawert stieg um 15 Punkte auf +8, getragen von leicht gestiegenen Förderzahlen – moderat, aber immerhin eine Trendwende.

Privatwirtschaftlich finanzierte Anbieter verhalten

Auch privat finanzierte Anbieter zeigten sich zurückhaltend. Bei Unternehmensaufträgen hält der Abschwung an: Der Klimawert liegt bei +16 Punkten, weniger als halb so hoch wie 2022 (+40). Anbieter, die ihre Einnahmen direkt von Teilnehmenden erzielen, blieben mit +11 Punkten unverändert. Beide Werte dürften die schwache Gesamtwirtschaft Deutschlands spiegeln.

Trägerschaft entscheidet über die Stimmungslage

Auch nach Trägertyp zeigen sich Unterschiede: Wirtschaftsnahe Anbieter wie Kammern, Innungen oder Berufsverbände meldeten mit +34 Punkten eine positive Stimmung. Deutlich schlechter schnitten Non-Profit-Träger wie Kirchen, Gewerkschaften oder Verbände ab (-12 Punkte), Volkshochschulen bildeten mit -25 Punkten das Schlusslicht. In beiden Gruppen dürfte sich die ungeklärte Honorarkräftefrage niederschlagen.

Hintergrund
Der wbmonitor ist ein Kooperationsprojekt von BIBB und DIE, das mit einer jährlichen Umfrage bei Anbietern beruflicher und allgemeiner Weiterbildung zu mehr Transparenz über die Weiterbildungslandschaft und ihre Strukturen beiträgt sowie aktuelle Veränderungen aufzeigt. An der Umfrage 2025 zum Thema »Fachkräftebedarf in der Weiterbildung« beteiligten sich 1.115 Anbieter.


In aller Kürze
Die Wirtschaftsstimmung der Weiterbildungsbranche sank 2025 auf -4 Punkte. Vor allem Volkshochschulen leiden unter der Unsicherheit zur Honorarkräftebeschäftigung nach dem Herrenberg-Urteil.


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