KI-Transformation: Warum Weiterbildung für Frauen jetzt zur Priorität wird

Themenkreis Weiterbildung und Lernen (Symbolbild)

Geschlechtergerechte Weiterbildung als Antwort auf den digitalen Wandel 

Die Einführung generativer Künstlicher Intelligenz (KI) wird die Arbeitswelt tiefgreifend wandeln, betrifft Frauen und Männer jedoch in ähnlichem Maße.

Eine aktuelle Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und des Indeed Hiring Labs, veröffentlicht im »DIW Wochenbericht« (14+15/2026), zeigt auf Basis von Millionen Stellenanzeigen, dass sich kein eindeutiges geschlechtsspezifisches Muster bei der beruflichen Transformation abzeichnet.

Entscheidend für die berufliche Zukunft ist demnach weniger das Geschlecht als vielmehr die individuelle Fähigkeit, die neuen Technologien effizient zu nutzen.

KI-Transformation unabhängig vom Geschlechteranteil

Die Untersuchung von knapp 3.000 beruflichen Kompetenzen verdeutlicht, dass Berufe mit einem hohen Potenzial für KI-gestützte Veränderungen nicht primär durch eine Geschlechtergruppe dominiert werden. Vielmehr bleiben sowohl frauendominierte Bereiche, wie die Pflege und Kinderbetreuung, als auch klassische Männerdomänen, wie das Bauwesen, vergleichsweise unberührt von der technologischen Umgestaltung.

Die stärksten Anpassungsprozesse werden in Berufsfeldern mit einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis erwartet. Eine Ausnahme stellt die Softwareentwicklung dar: Dieser Bereich weist ein hohes Transformationspotenzial auf, wird jedoch weiterhin überwiegend von Männern ausgeübt.

Weiterbildung als Schlüssel zur technologischen Teilhabe

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die Diskrepanz zwischen der potenziellen Betroffenheit und der tatsächlichen Anwendung der Technologie. Obwohl Frauen strukturell nicht stärker durch KI gefährdet sind, nutzen sie entsprechende Anwendungen im beruflichen Kontext bislang seltener als Männer. Es bestehe daher das Risiko, weniger durch die Technik selbst als vielmehr durch Personen mit einer höheren KI-Expertise verdrängt zu werden, die entsprechende Produktivitätsvorteile realisieren können.

Die Autorinnen betonen, dass die Vorbereitung auf den Umgang mit KI wichtiger ist als die genaue Verteilung von Frauen und Männern über die Berufe hinweg.

Strategische Förderung von KI-Kompetenzen bei Frauen

Um die Potenziale der technologischen Entwicklung breit nutzbar zu machen, fordern die Forschenden eine gezielte und gendersensible Förderung von KI-Kompetenzen.

Da Frauen seltener in technologischen Berufen vertreten sind und KI-Tools weniger häufig nutzen, ist ein geschlechtergerechter Ausbau von Weiterbildungsangeboten erforderlich. Besonders in Branchen mit geringer Digitalisierung sollte die Aneignung technologischer Fähigkeiten gezielt gefördert werden.

Ein praxisnahes Beispiel stellt der Einsatz von KI in der Pflege zur Entlastung bei administrativen Tätigkeiten dar. Solche Maßnahmen könnten nicht nur den Fachkräftebedarf abmildern, sondern durch die Vermittlung moderner Kompetenzen auch die berufliche Position von Frauen nachhaltig stärken. 


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