Förderung von Grundbildung und Schulabschlüssen in Rheinland-Pfalz

Themenkreis Frühe Bildung und Schule (Symbolbild)

Bildungschancen in Rheinland-Pfalz: Millioneninvestitionen für Alphabetisierung

Das Land Rheinland-Pfalz investiert im Jahr 2026 verstärkt in die Alphabetisierung und das Nachholen von Schulabschlüssen. Mit einem Volumen von rund 1,5 Millionen Euro an Landesmitteln für die Grundbildung sowie weiteren 950.000 Euro für abschlussbezogene Kurse soll der Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe und dem Arbeitsmarkt verbessert werden.

Stärkung der Grundkompetenzen durch Alphabetisierung

Statistische Erhebungen zeigen, dass etwa jeder siebte Erwachsene im erwerbsfähigen Alter in Deutschland signifikante Lernbedarfe beim Lesen und Schreiben aufweist. Um diese Hürden abzubauen, fördert das Land gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) über 200 Kurse zum Schriftspracherwerb.

Diese Maßnahmen erreichen rund 920 Teilnehmende und werden von Volkshochschulen sowie anerkannten Weiterbildungsträgern umgesetzt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Schaffung niedrigschwelliger Zugänge, um Hemmschwellen wie Scham oder negative Lernerfahrungen abzubauen.

Erweiterung der Angebote um digitale Grundbildung

Neben klassischen Sprachkompetenzen rückt die digitale Teilhabe in den Mittelpunkt der Förderstrategie. Neue Kursformate unterstützen Bürgerinnen und Bürger bei alltäglichen digitalen Aktivitäten wie Online-Banking, Recherche oder Datenschutzfragen.

Ergänzt wird dieses Portfolio durch das Projekt »GrubiNetz«, das in sogenannten Lerncafés einen kostenfreien und unbürokratischen Einstieg in Lernprozesse ermöglicht. Diese Angebote fungieren als Brücke, um Betroffene aus der Anonymität in strukturierte Bildungswege zu führen.

Strukturelle Unterstützung für Schulabschlüsse

Die »Kultur der zweiten und dritten Chance« manifestiert sich zudem im Bereich der nachträglichen Schulabschlüsse. Im aktuellen Schuljahr erhalten 24 Kurse eine finanzielle Förderung, die hälftig auf den Erwerb der Berufsreife und den Sekundarabschluss I verteilt sind.

Zur qualitativen Absicherung und zum Ausbau dieser Strukturen wird das »Kompetenzzentrum Schulabschlusskurse« des Verbandes der Volkshochschulen unterstützt. Ziel ist eine optimierte Beratung potenzieller Teilnehmender sowie eine dauerhafte Etablierung flächendeckender Kursangebote, um bildungspolitische Benachteiligungen strukturell auszugleichen. 


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