Risiko »Skill Mismatch«: Wenn Qualifikation und Jobanforderung divergieren

LifBi2

Relevanz von Kompetenzen in einer dynamischen Arbeitswelt

Die kontinuierliche Transformation der Arbeitsmärkte durch Automatisierung und technologischen Fortschritt verändert die Anforderungen an die Erwerbstätigen grundlegend.

In diesem Kontext rückt das neue Forschungsprojekt »Skills that Matter: Workplace Skills in a Changing World« (SKILLS) die Frage nach der Werthaltigkeit moderner Kompetenzen in den Mittelpunkt. Das Verbundvorhaben der Leibniz-Institute GESIS, LIfBi und ifo untersucht, welche Fähigkeiten in einer digitalisierten Ökonomie über den beruflichen Erfolg entscheiden.

Ganzheitliche Betrachtung von Qualifikationsprofilen

Bisherige Analysen konzentrierten sich primär auf formale Qualifikationen und kognitive Leistungen. Das Projekt SKILLS erweitert diesen Fokus signifikant um nicht-kognitive Kompetenzen. Darunter werden überfachliche Fähigkeiten wie Persönlichkeitsmerkmale, Motivation und Werthaltungen verstanden.

Es wird davon ausgegangen, dass diese weichen Faktoren in einer volatilen Arbeitswelt massiv an Bedeutung gewinnen, da sie die Anpassungsfähigkeit des Einzelnen stärken.

Folgen von Diskrepanzen am Arbeitsmarkt

Ein zentraler Aspekt der Untersuchung ist der sogenannte »Skill Mismatch«. Dieser beschreibt eine mangelnde Übereinstimmung zwischen den individuellen Fähigkeiten einer Person und den tatsächlichen Anforderungen ihres Arbeitsplatzes.

Solche Diskrepanzen können weitreichende gesellschaftliche und bildungspolitische Konsequenzen haben, da sie nicht nur die individuelle Produktivität mindern, sondern auch das psychische Wohlbefinden sowie die langfristige Erwerbsbiografie negativ beeinflussen.

Datengestützte Analyse und strukturelle Perspektive

Für die Analyse werden umfangreiche Datensätze wie das »Programme for the International Assessment of Adult Competencies« (PIAAC) und das Nationale Bildungspanel (NEPS) genutzt. Ziel ist es, die Erträge von Kompetenzen auf das Einkommen im Zeitverlauf und im internationalen Vergleich neu zu bewerten.

Die Ergebnisse sollen fundierte Ansätze für die Bildungspolitik liefern, um den lebenslangen Kompetenzaufbau strukturell zu verankern und auf den demografischen Wandel zu reagieren. 


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