Masterplan für neue Wege in der Lehrkräftebildung

Stifterverband

Lehrkräftebildung muss neugestaltet werden, um schnell exzellenten Nachwuchs für den Lehrberuf zu gewinnen und zu qualifizieren.

Welche Weichen dafür gestellt werden sollten, hat der Stifterverband in einem Masterplan mit 75 Maßnahmen zusammengefasst. Die Grundlage dafür haben Akteure aus allen Bereichen und Phasen der Lehrkräftebildung in einer Zukunftswerkstatt »Lehrkräftebildung neu denken« geschaffen, die der Stifterverband im Mai dieses Jahres durchgeführt hat.

Der dramatische Mangel an qualifizierten Lehrkräften ist eine der größten Herausforderungen für unser Bildungssystem. Um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit und den gesellschaftlichen Wohlstand in Deutschland zu sichern, muss eine Trendwende her.

Der Stifterverband hat in einem Masterplan 75 Maßnahmen definiert, die aufzeigen, wie ausreichend Lehrkräfte gewonnen und befähigt werden können, guten Unterricht zu erteilen.

Um die aktuellen Herausforderungen zu meistern und die Weichen für eine auch in Zukunft qualitätsvolle Lehrkräftebildung zu stellen, sind nach Auffassung des Stifterverbandes folgende Punkte besonders wichtig:

  • Die bestehende Ausbildung und künftige Reformmaßnahmen müssen zu einer durchgängigen Professionalisierung beitragen. Dafür sind Ausbildung und zeitgemäße Anforderungen des Berufes immer wieder abzugleichen und anzupassen.
  • Der Fragmentierung der verschiedenen Ausbildungsbereiche und -phasen kann durch eine optimale Abstimmung und Verzahnung von Studium, Referendariat sowie Fort- und Weiterbildung entgegengewirkt werden. Voraussetzung dafür sind verbindliche Kooperationsstrukturen, um die Zersplitterung der Verantwortlichkeiten zu überwinden.
  • Die Öffnung alternativer Wege ins Lehramt ist geboten, um schnell gezielt neue Zielgruppen zu erschließen.
    Wünschenswert sind vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten im Beruf. Berufliche Tätigkeitsprofile und Karriereperspektiven sollten transparenter gestaltet werden.
  • Die Lehrkräftebildung muss in den Landesregierungen wie auch in den Universitäten Chefsache sein. Dafür müssen die politischen Steuerungsinstrumente optimiert und die Strategiefähigkeit der Zentren für Lehrkräftebildung deutlich gesteigert werden.

»Es muss uns gelingen, so schnell wie möglich Wege zu finden, dem massiven Lehrkräftemangel zu begegnen, sonst droht uns ein Bildungsnotstand«, betont Volker Meyer-Guckel, Generalsekretär des Stifterverbandes. »Der Masterplan fasst geeignete Wege in 75 Maßnahmen zusammen. Sie sind als zentrale Hebel für eine Neugestaltung der Lehrkräftebildung zu verstehen. Der Masterplan ist eine Orientierungshilfe für alle Entscheidungsträger in der Politik wie auch in den Hochschulen, um die viel diskutierten Veränderungen möglich zu machen«.

Allein durch eine Öffnung der Zugangswege zum Lehrkräfteberuf und eine gezielte Ansprache bisher unterrepräsentierter Personengruppen - internationale Lehrkräfte, Personen mit Berufserfahrung in anderen Berufen - sowie die Einbeziehung weiterer Hochschulen können zusätzliche Lehrkräfte gewonnen werden. Personen, die sich nicht zu Studienbeginn für ein lehramtsbezogenes Studium entscheiden können oder wollen, gehen bisher dem Pool potenzieller Lehrkräfte verloren. Die Einführung eines Ein-Fach-Studiums als zusätzliche Alternative würde die Durchlässigkeit zwischen fach- und lehramtsbezogenen Studiengängen erhöhen und die Anerkennung internationaler Lehramtsabschlüsse erleichtern.

Hintergrund
Der Masterplan ist kein Forderungskatalog des Stifterverbandes. Er dokumentiert die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt »Lehrkräftebildung neu denken«, die der Stifterverband im Mai 2023 veranstaltet hat. Mehr als 150 Akteurinnen und Akteure aus allen Phasen und Bereichen der Lehrkräftebildung aus Bundes- und Landespolitik sowie Zivilgesellschaft haben sich daran beteiligt. Je nach Ausgangslage können die vorgeschlagenen Maßnahmen in den jeweiligen Ländern flexibel genutzt werden.


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