Zusatzqualifikationen in der dualen Berufsausbildung
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Eine angehende Industriekauffrau verhandelt bereits im zweiten Lehrjahr souverän auf Englisch mit Lieferanten aus Übersee, da sie begleitend einen Kurs für Außenwirtschaft absolviert. Solche zusätzlichen Kompetenzen bereiten Auszubildende optimal auf die Anforderungen des modernen Arbeitsmarktes vor. Betriebe gewinnen dadurch hochspezialisierte Fachkräfte, während Jugendliche ihre berufliche Laufbahn individuell gestalten.
Relevanz und Struktur der Zusatzqualifikationen
Zusatzqualifikationen – also freiwillige, über die reguläre Ausbildungsordnung hinausgehende Lernangebote – stärken die duale Berufsausbildung und sichern den Fachkräftenachwuchs.
Eine aktuelle BIBB-Auswertung zum Stichtag 30. Oktober 2025 strukturiert das bundesweite Angebot in der Datenbank des Fachportals »AusbildungPlus«. Insgesamt umfasst das Register 2.165 verifizierte Qualifizierungsangebote, die Auszubildenden bereits während der Erstausbildung fachspezifisches Spezialwissen vermitteln. Durch diese Flexibilität passen Betriebe die Qualifikation ihres Nachwuchses direkt an betriebliche Bedarfe an.
Akteure und Anbieter im Überblick
Die Trägerlandschaft dieser Angebote präsentiert sich vielseitig. Den größten Beitrag leisten staatliche Berufsschulen mit 1.329 Angeboten. Private sowie öffentliche Bildungsanbieter und freie Träger stellen 271 Optionen bereit. Ausbildungsbetriebe selbst engagieren sich mit 242 eigenen Qualifizierungsmaßnahmen.
Die Industrie- und Handelskammern sowie deren angeschlossene Bildungszentren steuern 210 Angebote bei. Kleinere Kontingente entfallen auf Fachverbände mit 45, Handwerkskammern mit 40 sowie Hochschulen mit 28 Angeboten.
Inhaltliche Schwerpunkte und regionale Unterschiede
Thematisch stehen internationale Kompetenzen im Vordergrund. Rund 700 Angebote fokussieren Fremdsprachenzertifikate oder organisierte Auslandspraktika. Es folgen kaufmännische Qualifizierungen mit 338 Angeboten. Die Bereiche Technik und Technologie verzeichnen 234 Offerten, dicht gefolgt von der Informationstechnologie mit 221 Angeboten. Für das Gesundheitswesen existieren 139 Angebote, während fachübergreifende Kompetenzen 119-mal vertreten sind.
Geringere Anteile entfallen auf Tourismus und Gastronomie mit 76, den Bau- und Ausbausektor mit 43 sowie Medien und Telekommunikation mit 22 Angeboten. Am Ende der Skala stehen Agrar- und Sozialberufe mit 10 Angeboten.
Die geografische Verteilung offenbart regionale Unterschiede. Nordrhein-Westfalen führt die Statistik mit 623 Angeboten an, gefolgt von Baden-Württemberg mit 428. Niedersachsen verzeichnet 222 Angebote, während Hessen und Bayern jeweils 147 Optionen bereithalten. Im Saarland sind 97 Angebote registriert. Es folgen Berlin mit 85, Thüringen mit 84, Sachsen mit 68, Rheinland-Pfalz mit 66 und Schleswig-Holstein mit 61 Angeboten. Für Hamburg verzeichnet die Statistik 46 Zusatzqualifikationen. Die hinteren Plätze belegen Brandenburg mit 28, Mecklenburg-Vorpommern mit 26, Sachsen-Anhalt mit 22 und Bremen mit 18 Angeboten.
Das Portal »AusbildungPlus« und seine Standards
Das BIBB betreibt das Fachportal »AusbildungPlus« seit dem Jahr 2015 als zentrale, kostenfreie Informationsplattform. Bildungsanbieter nutzen die Datenbank zur Steigerung ihrer nationalen Reichweite, während Jugendliche und Betriebe gezielt nach regionalen Angeboten suchen.
Zur Sicherung eines einheitlichen Niveaus unterliegen alle registrierten Zusatzqualifikationen strengen Qualitätsmaßstäben. Die Angebote müssen sich an Auszubildende in staatlich anerkannten dualen Berufen richten und deren Ausbildung inhaltlich erweitern.
Zudem ist vorgeschrieben, dass die Durchführung während der Ausbildungszeit oder spätestens sechs Monate nach dem Abschluss erfolgt. Ein Mindestumfang von 40 Unterrichtsstunden sowie der Abschluss mittels Zertifikat, Prüfungszeugnis oder Teilnahmebescheinigung sind zwingende Voraussetzungen für eine Aufnahme in die Datenbank.
In aller Kürze
Zusatzqualifikationen stärken die duale Ausbildung. Eine BIBB-Auswertung erfasst bundesweit 2.165 Angebote, vor allem an Berufsschulen und im internationalen Bereich, als wichtiges Instrument zur Fachkräftesicherung.
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