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MINT-Talente im Bildungswesen

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»Kein MINT-Talent soll verloren gehen. Jeder soll passgenau gefördert werden«. Das forderte Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Jugend forscht, beim Öffentliches Fachgespräch zum Thema »MINT-Bildung in Deutschland« am Mittwochvormittag in Berlin vor dem Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.

Unter MINT-Fächern versteht man die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Baszio unterstich, dass der Wettbewerb »Jugend forscht« seit 1965 MINT-Förderung betreibe und sich mehr als eine Viertelmillion Kinder und Jugendliche seitdem an dem Wettbewerb beteiligt hätten. Baszio forderte, diese Fächer im Bildungswesen mehr als bisher zu etablieren. Schulische und außerschulische Forschungsmöglichkeiten müssten zusammen gebracht werden.Jenseits der Förderung im MINT-Bereich sei es auch wichtig, die Neugierde der zu erhalten, betonte Michael Fritz, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung »Haus der kleinen Forscher«. Möglichkeiten sich in MINT-Fächern auszuprobieren, hinterließen Spuren in den Köpfen der Kinder. Die heute Sechsjährigen seien noch 2080 im Beruf. »Niemand kann sich vorstellen, wie dann die Anforderungen sein werden«, betonte Fritz.

Alle müssten sich auf eine drastische Beschleunigung der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft einstellen. Das betonte Stephan Noller, Mitgesellschafter der Computerfirma Calliope in Berlin. Derzeit halte das Bildungssystem mit dieser Entwicklung nicht ausreichend Schritt. Sowohl im Einsatz digitaler Mittel, um den Unterricht interessanter und individueller zu gestalten, wie auch bei der direkten Vermittlung digitaler Kenntnisse und Fertigkeiten werde zu wenig getan.

Christian Rittelmeyer, bis 2003 Professor für Erziehungswissenschaft am Pädagogischen Seminar der Universität Göttingen, begrüßte ebenfalls die Initiative für mehr MINT-Förderung im Bildungswegen. Er betonte, dass dadurch aber nicht die übrigen und insbesondere künstlerischen Schulfächer aus dem Blick geraten dürften. Es gebe wissenschaftliche Erkenntnisse, dass es eine »konstitutive Wechselbeziehung zwischen künstlerischen und MINT-Fächern gibt«, betonte Rittelmeyer.

Nathalie von Siemens, Sprecherin des Nationalen MINT-Forums, forderte eine Allianz für Qualitätssicherung, die Erarbeitung einheitlicher, akzeptierter Qualitätskriterien sowie die Finanzierung von MINT-Bildungsforschung und Begleitforschung. Das Nationale MINT Forum vertritt über 30 nicht profitorientiere Institutionen und Vereinigungen.

Obwohl MINT-Fächer für zukünftiges Innovations- und Wachstumspotential stünden, seien die Frauen in den deutschen Innovationssystemen unterpräsentiert, unterstrich Ulrike Struwe, Geschäftsführerin der Geschäftsstelle des Kompetenzzentrums Technik - Diversity - Chancengleichheit der Fachhochschule Bielefeld und Leiterin der Geschäftsstelle Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen. Es ginge insgesamt darum, mehr Frauen für MINT-Fächer zu gewinnen. Interessierte Mädchen würden zu oft Entmutigungserfahrungen machen. Deutschland sei auf das Potential gut ausgebildeter Frauen auch in MINT Fächern dringend angewiesen.

Heike Wiesner, Professorin für Betriebliche Informations- und Kommunikationssysteme an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin, betonte, dass laut einer europäischen Studie durch die Beschäftigung von mehr Frauen im IT-Bereich das gesamte Bruttoinlandsprodukt für Europa um neun Milliarden Euro steigen könnte. Derzeit würden lediglich 17,8 Prozent der Frauen in Deutschland im IT-Bereich arbeiten, dieser Anteil liege unter dem EU-Durchschnitt. Sie bemängelte, dass Frauen in der Fachkultur von MINT-Fächern oft nicht willkommen geheißen würden. Das müsste sich dringend ändern.

 

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