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Generation Z: Was junge Menschen weltweit denken und fühlen

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VARKEY Foundation

Die Varkey-Stiftung stellt eine umfassende Studie vor, die Einstellungen und Wohlbefinden der 15- bis 21-Jährigen in 20 Ländern untersucht hat  •  Junge Deutsche sehen das Leben in ihrem Land positiver als in jedem anderen befragten Land der Europäischen Union 

Junge Menschen in Deutschland stehen legaler Einwanderung nach wie vor positiver gegenüber, als die meisten ihrer Zeitgenossen in Europa. 37% der jungen Menschen äußerten, es sollte Einwanderern besser ermöglicht werden, auf legalem Weg zu leben und zu arbeiten, während 19% die Meinung vertraten, dies solle erschwert werden. Im Vergleich dazu unterstützen nur 27% der jungen Menschen in Frankreich und 31% in Großbritannien die Erleichterung legaler Einwanderung.

Diese Erkenntnisse finden sich in der neuen Veröffentlichung der Varkey-Stiftung und basieren auf ausführlichen Meinungsumfragen, die von Populus durchgeführt wurden. Generation Z: Studie der Weltgesellschaft – Was die jungen Menschen weltweit denken und fühlen ist die aktuell umfassendste globale Untersuchung über Meinungen und Ansichten der Generation Z – der heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die um die Jahrtausendwende geboren wurden.

Die gleichen Fragen wurden Mitgliedern der Generation Z (der zwischen 1995 und 2001 Geborenen) in Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Neuseeland, Nigeria, Russland, Südafrika, Südkorea, der Türkei und den USA gestellt. Es ist das erste Mal, dass eine internationale Vergleichsstudie über Einstellungen junger Menschen in dieser Größenordnung durchgeführt wurde.

Während 42% der jungen Menschen in Deutschland finden, dass ihre Regierung zu wenig tut, um die globale Flüchtlingskrise zu bewältigen, meinen nur 16%, es werde zu viel getan. Derweil halten 26% den Umfang der Aktivitäten für etwa angemessen. Extremismus und die Zunahme des weltweiten Terrorismus sind die am häufigsten angeführten Aspekte, weshalb junge Deutsche ängstlich sind, was die Zukunft betrifft (84%).

Die Studie untersuchte auch jene weltweiten Entwicklungen, die junge Menschen ängstlich in die Zukunft sehen lassen. Es wurde herausgefunden, dass mehr als acht von zehn jungen Menschen (83%) Terrorismus und Extremismus als Gründe für Zukunftsängste anführen. Ein ähnlich großer Anteil (81%) äußerte sich besorgt über die Möglichkeit von Konflikten und Kriegen – mehr als sich beunruhigt zeigten von anderen Faktoren wie Klimawandel (66%), der gewachsenen Kluft zwischen Armen und Reichen (69%), dem Risiko einer weltweiten Pandemie (62%) und der Geschwindigkeit des technologischen Wandels (30%).

Die Studie fand zudem heraus, dass junge Menschen im Allgemeinen pessimistisch in die Zukunft blicken. 37% der jungen Menschen finden, die Welt entwickle sich zum Schlechteren, verglichen mit nur 20%, die glauben, sie werde besser. 39% meinen, sie entwickle sich weder zum Besseren noch zum Schlechteren. Die Länder mit dem größten Anteil junger Menschen, die die Welt auf dem Weg in die Verschlechterung sehen (53%), sind Frankreich, Italien und die Türkei, während die größten Anteile junger Menschen mit der Meinung, dass die Welt besser werde, in China (53%) und Indien (49%) zu finden sind.

Die Studie zeigt außerdem, dass die meisten jungen Menschen auf der ganzen Welt liberale Werte von Toleranz, Gleichbehandlung und Fortschritt unterstützen – von der Rechtmäßigkeit gleichgeschlechtlicher Ehen (63%) über die Gleichbehandlung von Männern und Frauen (89%) bis hin zu gleichen Rechten für Transgender (74%) – selbst in einigen Fällen, in denen diese Werte den Gesetzen oder Normen ihrer Heimatländer zuwiderlaufen.

Junge Menschen zeigten sich indessen geteilter Ansicht über das Recht auf freie Meinungsäußerung. Nur etwa die Hälfte glaubt, Menschen sollten dieses Recht haben, selbst wenn es beleidigend gegenüber einer Religion (56%) oder gegenüber Minderheiten (49%) sein kann. Die Befürwortung der Meinungsfreiheit inklusive der Beleidigung von Religionen ist am stärksten in der Türkei (78%) und in Argentinien (70%) und am niedrigsten in Nigeria (35%).

Differenzen zeigten sich auch mit Blick auf Religion – die einen geringen Stellenwert im Leben der meisten jungen Menschen in Europa einnimmt, aber einen starken Einfluss auf junge Menschen in Afrika und auf dem amerikanischen Kontinent hat. Weniger als die Hälfte (42%) der jungen Menschen geben den religiösen Glauben als wichtigen Teil ihres Lebens an, zwei Fünftel (39%) sagen aus, dass Religion keinerlei Bedeutung für sie habe. In Afrika hingegen bezeichnen fast acht von zehn jungen Menschen (77%) den religiösen Glauben als wichtig in ihrem Leben.

Die meisten jungen Menschen sind tolerant und kennen Menschen aus anderen Religionen. Knapp zwei Drittel (64%) haben enge Freunde, die anderen Religionen angehören als sie selbst, und nur rund einer von sechs (17%) gibt die Religion einer Person als wesentlichen Faktor in der Entscheidung für oder gegen eine Freundschaft mit anderen an. In Nigeria indes betrachtet ein deutlich größerer Anteil (43%) Religion als bedeutenden Faktor bei der Entscheidung über Freundschaften.

In 14 von 20 Ländern sprechen sich junge Menschen insgesamt dafür aus, es Einwanderern zu erleichtern, in ihrem Land auf legale Weise zu leben und zu arbeiten. Inder sagen am ehesten, dass ihre Regierung es Einwanderern leichter machen sollte, in ihrem Land zu leben und arbeiten; Südkoreaner am wenigsten. Jedoch äußern junge Menschen länderübergreifend in allen Befragungen, ihre Regierungen täten zu wenig dafür, die weltweite Flüchtlingskrise zu lösen: 43% sagen, es werde zu wenig getan, während im Vergleich nur 12% meinen, die Regierungen täten zu viel.

An anderer Stelle in der Studie gibt weniger als ein Fünftel (17%) der jungen Menschen an, dem eigenen Eindruck nach ausreichend Schlaf, Bewegung, Ruhe und Reflexionszeit zu bekommen. Die höchsten Anteile derer, die angeben, ausreichend davon zu bekommen, sind in Nigeria (41%), Indien (24%), Indonesien (22%), Deutschland (21%) und Italien (21%), die niedrigsten in Israel (8%) und Südkorea (11%).

Entgegen häufiger Wahrnehmung betrachten sehr wenige junge Menschen die Aussicht auf »Prominentenstatus und Berühmtheit« (um Durchschnitt 3%) als den wichtigsten Faktor bei Überlegung zur zukünftigen Berufslaufbahn – abgesehen von Nigeria, wo dies mehr als einer von zehn (11%) angibt.

Zentrale Erkenntnisse für Deutschland:

  1. Die Befürwortung der gleichgeschlechtlichen Ehe ist in Deutschland stärker als in allen untersuchten Ländern (82%) – verglichen mit nur 33% in der Türkei.
  2. 75% der jungen Deutschen geben an, eine starke Beziehung zu Familie und Freunden zu haben – ein höherer Prozentwert als in jedem anderen Land außerhalb Asiens.
  3. Junge Deutsche sind insgesamt pessimistischer angesichts der Zukunft. 22% der Jugendlichen erleben die Welt eher als einen sich verschlechternden Ort zum Leben denn als einen sich verbessernden. 36% geben an, dass die Welt sich verschlechtere, verglichen mit gerade mal 14%, die denkt, die Welt verbessere sich. 46% geben weder eine Verbesserung noch eine Verschlechterung zu Protokoll.
  4. Als Hauptgrund für ihr Empfinden, ihr Land sei ein guter Ort zum Leben, nannten junge Deutsche: »Es ist ein freies Land, in dem ich die Freiheit habe, auf die Weise zu leben, die ich möchte«. 54% der Deutschen wählten diesen Grund – mehr als in jedem anderen Land der Studie.
  5. Junge Deutsche sehen das Leben in ihrem Land positiver als in jedem anderen befragten Land der Europäischen Union. Drei Viertel der jungen Deutschen (75%) meinen, ihr Land sei ein guter Ort zum Leben – verglichen mit nur 2%, die es für einen schlechten Ort halten. (23% gaben an, es sei weder gut noch schlecht.)
  6. 69% der jungen Deutschen gaben an, glücklich mit ihrem Leben zu sein, gegenüber nur 10%, die sich als unglücklich bezeichneten.
  7. Geld war der Faktor, der dem größten Teil der Deutschen Sorgen im Leben bereitet (46%).

Zentrale Erkenntnisse – International:

Wohlbefinden, Hoffnungen und Ziele:

  1. Mehr als zwei Drittel der jungen Menschen quer durch die Studie beschreiben sich als glücklich (68%). Schwellenländer wie Indonesien (90%), Nigeria (78%) und Indien (72%) neigen dazu, einen höheren Grad der Zufriedenheit anzugeben als hochentwickelte Volkswirtschaften wie die USA (63%), Kanada (60%), Frankreich (57%), Australien (56%) und Großbritannien (57%). Der Zufriedenheitsgrad nimmt ab, wenn junge Menschen die ersten Jahre des Erwachsenseins erleben. Junge Männer geben eher an, glücklich zu sein, als junge Frauen (62% gegenüber 56%).
  2. Geld ist die häufigste Quelle persönlicher Ängste unter jungen Menschen – die Hälfte (51%) gibt finanzielle Angelegenheiten als einen ihrer wichtigsten Angstbereiche an. Nur 10 Prozent in der Studie nennen soziale Medien als einen ihrer wichtigsten Angstbereiche.
  3. Weniger als ein Fünftel (17%) der jungen Menschen der Studie gibt an, ausreichend Schlaf zu haben, sich regelmäßig zu bewegen und Ruhe und Reflexion genügend Zeit zu widmen. Die höchsten Anteile derer, die angeben, ausreichend davon zu haben, sind in Nigeria (41%), Indien (24%), Indonesien (22%), Deutschland (21%) und Italien (21%).
  4. Für rund die Hälfte der jungen Menschen (46%) ist Schule einer ihrer wichtigsten Angstbereiche. Die größten Anteile junger Menschen, die sich unter Druck fühlen, sind in Südkorea (70%) und Kanada (63%) – beide unter den oberen zehn Plätzen der PISA-Rangliste für Mathematik und Lesen der OECD.
  5. Weniger als ein Drittel der jungen Menschen (30%) gibt ein gutes seelisches Gesamtwohlbefinden zu Protokoll, bewertet danach, über die eigenen Probleme nicht zu viel nachzudenken, sich nicht sorgenvoll, schikaniert, ungeliebt oder einsam zu fühlen. Indonesien (40%), China (36%), Deutschland (36%), Israel (38%) und Nigeria (34%) vergaben die besten Noten auf der Gesamtwohl-Skala; junge Menschen in Brasilien (16%) und Argentinien (18%) die schlechtesten.
  6. Zwei Drittel der jungen Menschen der Studie empfinden gute Beziehungen zu ihren Eltern und eine starke Beziehung zu Freunden (67%). Die größten Anteile mit diesen starken Beziehungen sind in Indien, Indonesien und China.
  7. Auf die Frage nach Prioritäten für ihre Zukunft wählten junge Menschen Familie als wichtigsten Punkt (47%); mehr als Freunde (5%), Gesundheit (21%), zukünftige Berufslaufbahn (12%) und Geld (9%).

Persönliche, gemeinschaftliche und religiöse Werte:

  1. Sehr wenige junge Menschen betrachten die Aussicht auf »Prominentenstatus und Berühmtheit« (im Schnitt 3%) als den wichtigsten Faktor bei Überlegungen zu ihrer zukünftigen Berufslaufbahn.
  2. Weniger als die Hälfte (42%) der jungen Menschen sagen, dass religiöser Glaube einen wichtigen Teil ihres Lebens darstelle, zwei Fünftel (39%) sagen aus, Religion habe keinerlei Bedeutung für sie. Junge Menschen in Afrika geben am ehesten an, dass religiöser Glaube in ihrem Leben wichtig sei (77%). Die am wenigsten religiösen Regionen sind Europa, Australien und Japan. Sehr wenige junge Menschen in der Studie (5%) glauben, dass eine stärkere Rolle von Glaube und Religion der maßgeblichste Faktor beim Vereinen von Menschen sein könnte.
  3. Die meisten jungen Menschen sind tolerant und kennen Menschen anderer Religionen. Knapp zwei Drittel (64%) haben enge Freunde, die anderen Religionen angehören als sie selbst, und nur rund einer von sechs (17%) gibt die Religion einer Person als wesentlichen Faktor in der Entscheidung für oder gegen eine Freundschaft mit anderen an. In Nigeria dagegen betrachtet ein deutlich größerer Anteil (43%) Religion als bedeutsamen Faktor für die Entscheidung über Freundschaften.
  4. Drei Viertel (74%) der jungen Menschen weltweit finden, dass Transgender dieselben Rechte haben sollten wie Nicht-Transgender. Die Befürwortung gleicher Rechte ist in Indien höher (79%) als in Frankreich (71%). Die höchste Unterstützung ist in Kanada (83%), Neuseeland (80%), Argentinien (80%) und Großbritannien (80%) zu finden.
  5. Fast zwei Drittel der jungen Menschen (63%) meinen, dass gleichgeschlechtliche Ehe legal sein sollte, wobei Frauen sich weitaus eher dafür aussprechen als Männer (70% gegenüber 54%). In Indien (53%) und Südkorea (47%) unterstützt rund die Hälfte der jungen Menschen die gleichgeschlechtliche Ehe, obwohl sie in diesen Ländern derzeit illegal ist. Die Befürwortung ist am höchsten in Deutschland (82%) und am niedrigsten in Nigeria (16%).
  6. Zwei Drittel der jungen Menschen (66%) sprechen sich dafür aus, dass Frauen die legale Möglichkeit eines qualifizierten Schwangerschaftsabbruchs zur Verfügung stehen sollte, wenn sie diese benötigen. Die Zahl ist höher in Ländern, in denen Abtreibung nur stark eingeschränkt oder illegal ist, wie in Nigeria (24%), Brasilien (45%) und Argentinien (50%). Die Befürwortung des qualifizierten Schwangerschaftsabbruchs ist am höchsten in Frankreich (84%).
  7. Neun von zehn (89%) jungen Menschen sind der Meinung, dass Männer und Frauen gleichbehandelt werden sollten. China und Kanada waren die Länder, die sich am deutlichsten zu Gendergleichstellung bekennen (94%), Nigeria (68%) und Japan (74%) am geringsten.
  8. Junge Menschen sind uneinig beim Recht auf freie Meinungsäußerung. Nur etwa die Hälfte glaubt, dass Menschen dieses Recht haben sollten, auch wenn es beleidigend gegenüber einer Religion (56%) oder gegenüber Minderheiten (49%) sein kann. Die Befürwortung der Meinungsfreiheit inklusive der Beleidigung von Religionen ist am stärksten in der Türkei (78%) und in Argentinien (70%) und am niedrigsten in Nigeria (35%) und China (39%).
  9. Eltern sind die bedeutsamste Einflussgröße für die Wertvorstellungen junger Menschen (89% gaben an, dass sie ihre Werte ein wenig oder viel beeinflusst haben). Im Vergleich dazu gaben 70% an, dass Lehrer ihre Werte beeinflussten. Nur 30% aller jungen Menschen glauben, dass Berühmtheiten ihre Wertvorstellungen beeinflussen – wobei der höchste Prozentwert in Nigeria und der geringste in Argentinien und der Türkei zu finden ist. Zum Vergleich: Nur ein Sechstel der jungen Menschen (17%) sagten, dass Politiker überhaupt einen Einfluss auf ihre Wertvorstellungen haben.
  10. Mehr als die Hälfte der jungen Menschen (60%) sagen aus, dass ihr Land ein guter Ort zum Leben sei. »Es ist ein freies Land, in dem ich die Freiheit habe, auf die Weise zu leben, die ich möchte,« ist der Hauptgrund, der hierfür angegeben wird. Junge Menschen in Kanada (87%) und Nigeria (87%) sagen am ehesten, dass sie ihr Land für einen guten Ort zum Leben halten. Südkorea ist das einzige Land, in dem junge Menschen, alles in allem, finden, es sei ein schlechter Ort zum Leben.
  11. In den meisten Ländern geben junge Menschen am häufigsten Familie als den Faktor an, der ihr Zugehörigkeitsgefühl zur Gemeinschaft erhöhe. Dies wurde besonders in China (55%) und Frankreich (39%) zum Ausdruck gebracht. Junge Menschen in Großbritannien (29%), Deutschland (43%), Kanada (29%), Australien (30%), Neuseeland (28%) und Israel (32%) gaben hingegen am häufigsten Freunde als Faktor für das Zugehörigkeitsgefühl zur Gemeinschaft an.

Weltbürgerschaft:

  1. Extremismus und globaler Terrorismus (83%) sowie Konflikt und Krieg (81%) waren die am häufigsten gewählten Faktoren, welche junge Menschen ängstlich in die Zukunft blicken lassen. Verglichen damit sind junge Menschen weniger ängstlich hinsichtlich des Klimawandels (66%) und der zunehmenden Kluft zwischen Arm und Reich. Durchweg äußerten sie Vertrauen in Technologie: 84% sagten, technologischer Fortschritt sei der Faktor, der sie hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt – ein größerer Anteil als bei jedem anderen Faktor.
  2. Junge Menschen sind, alles in allem, pessimistisch im Hinblick auf die Zukunft. Durch die Studie gaben die meisten Befragten einen negativen Ausblick auf die Zukunft der Welt zu Protokoll und glaubten, dass die Welt ein schlechterer Ort zum Leben werde. Insgesamt 37 Prozent der jungen Menschen denken, die Welt verschlechtere sich, verglichen mit 20%, die meinen, sie werde besser und 39%, die angaben, sie werde weder besser noch schlechter. Es gibt indes große Unterschiede zwischen Ländern. Die Länder mit dem größten Anteil junger Menschen, die meinen, die Welt werde schlechter, waren Frankreich (53%), Italien (53%) und die Türkei (53%). Die optimistischsten, wo die größten Anteile junger Menschen annehmen, die Welt werde ein besserer Ort, sind die Schwellenländer China (53%), Indien (53%) und Nigeria (37%).
  3. In 14 von 20 Ländern sprechen sich junge Menschen dafür aus, es Einwanderern zu erleichtern, in ihrem Land zu leben und zu arbeiten. Inder sagen am ehesten, dass ihre Regierung es Einwanderern leichter machen sollte, in ihrem Land zu leben und arbeiten; Südkoreaner sagen dies am wenigsten. Studienübergreifend finden junge Menschen, dass ihre jeweilige Regierung zu wenig dafür tue, die weltweite Flüchtlingskrise zu lösen: 43% meinten, es werde zu wenig getan, während im Vergleich nur 12% meinen, die Regierungen würden zu viel tun.
  4. Mehr als zwei Drittel der jungen Menschen (69%) in der Studie äußern sich sorgenvoll hinsichtlich der Zukunft, aufgrund von anhaltend mangelhaftem Bildungszugang für viele Kinder. Junge Menschen in Indien gaben an, Zugang zu hochwertigem Unterricht und Bildungswegen sei die Maßnahme, die am meisten dazu beitragen könnte, Menschen auf der ganzen Welt zu verbinden.
  5. Mehr als zwei Drittel der jungen Menschen (67%) geben an, einen umfassenderen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten (über die eigenen Bedürfnisse und die der eigenen Familie hinaus), sei wichtig. Ein Viertel der jungen Menschen (26%) gab an, dass mehr Wissen darüber, wie man sich engagieren kann, ihnen am meisten dabei helfen könne, diesen Beitrag zu leisten; 19% nannten bessere Qualifikationen.
  6. In den meisten Ländern (in 14 der 20 befragten) wählten junge Menschen am häufigsten eine »vollständige Beseitigung von Vorurteilen aufgrund von Rasse, Religion und Gender« als den Faktor, der am meisten dazu beitragen würde, Menschen zusammenzuführen – im Gegensatz zu anderen Faktoren wie größere Zusammenarbeit zwischen Ländern, mehr ökonomische Gleichstellung und Zugang zu besserer Bildung.

Hintergrund
Für diese Studie wurden 20.088 Onlinebefragungen in 20 Ländern durchgeführt, mit jungen Menschen im Alter von 15 bis 21, vom 19. September bis zum 26. Oktober 2016.
Eine Stichprobengröße von 1000 Befragten in jedem Markt war das Ziel der Arbeit vor Ort (außer in Nigeria), da dies eine solide Grundlage bildet, um eine Analyse durchzuführen. Die Fehlerspanne bei einer Stichprobengröße von 1000 ist +/- 3,1% bei einer statistischen Sicherheit von 95%. Das heißt, würde die Studie weitere 100 Mal durchgeführt werden, so wäre in 95 von 100 Fällen eine Schwankung der Ergebnisse um maximal +/- 3,1% zu erwarten.
Junge Menschen in Nigeria mit einer Online-Methodik zu erreichen, ist schwierig, da es dort weniger junge Menschen in Onlinepanels gibt. Deshalb wurde in diesem Markt nicht die volle Stichprobe von 1000 Menschen erreicht. Populus zeigt sich zufrieden damit, vergleichende Schlüsse aus den Daten auf der Grundlage von 547 Befragten in Nigeria zu ziehen, obgleich angemerkt werden sollte, dass eine kleinere Grundlage eine leicht erhöhte Fehlerspanne erzeugt, d.h. +/- 4,2%.
Alle Befragten waren Teilnehmer in weltweiten Onlinepanels und wurden per E-Mail zur Teilnahme an dieser Studie eingeladen. In allen Ländern wurde der gleiche Fragebogen eingesetzt; er wurde vom Übersetzungsteam bei Populus in entsprechende Sprachen übersetzt. Um repräsentative Daten sicherzustellen, befragte Populus in jedem Land Probanden in einer Spanne von Alter, Gender und Region.
Aufgrund der sensiblen Natur einiger Themen der Studie wurde in einzelnen Ländern (oder bei bestimmten Zielgruppen) nicht die gesamte Liste der Fragen gestellt, um rechtliche Bestimmungen zu erfüllen. Fragen zu Einwanderung, gleichgeschlechtlicher Ehe und Abtreibung wurden nur Probanden im Alter von 18+ gestellt. Darüber hinaus wurden in Indonesien und Russland keine Fragen zu gleichgeschlechtlicher Ehe und Abtreibung gestellt. In Indonesien, Russland und Frankreich wurde keine Religionszugehörigkeit erfragt.

 

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