Weiterbildungsguide gr

Anzeige

Anzeige

 

ANZEIGEN

Anzeige

Weiterbildung

Personalmanagement

Beruf & Arbeit

Bericht zu Chancen und Herausforderungen expandierender digitaler Technologien

ILO5

Die verstärkte Nutzung digitaler Technologien bei der Arbeit im und außerhalb des Büros verändern das traditionelle Modell der Arbeit rasant. Neuer ILO - Eurofound Bericht zu Möglichkeiten und Herausforderungen   

Die verstärkte Nutzung digitaler Technologien wie Smartphones, Tablets, Laptops und Computer bei der Arbeit im und außerhalb des Büros verändern das traditionelle Modell der Arbeit rasant. Der neue ILO/Eurofund-Bericht »Working Anytime, Anywhere: The effect on the world of work« untersucht die daraus resultierende Veränderung der Arbeitswelt und kommt zu folgenden Ergebnissen: Die Verbesserung der Work-Life-Balance, geringere Fahrtzeiten zum Arbeitsplatz und steigende Produktivität sind Vorteile dieser technologisierten Arbeitsweise. Aber die neuen Möglichkeiten können auch Nachteile bringen, wie verlängerte Arbeitszeiten, Arbeitsverdichtung und Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit.

Der neue Bericht »Working anytime, anywhere: The effects on the world of work« umfasst gemeinsame Forschungsergebnisse von ILO und Eurofound aus 15 Ländern, einschließlich der EU-Mitgliedsstaaten (Belgien, Frankreich, Finnland, Deutschland, Ungarn, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden und Großbritannien) und Argentinien, Brasilien, Indien, Japan und den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Studie untersucht verschiedene Arten der Nutzung neuer Arbeitstechnologien außerhalb des Unternehmens, wie reguläre Telearbeit von zu Hause aus, gelegentliche Telearbeit und ICT-mobile work (ICTM – Mobile Information und Informationstechnologien wie Smartphones, Laptops, Tablets, Desktop Computer).

Der Bericht hebt einige positive Auswirkungen von T/ICTM (Telework/ mobile Informations- und Kommunikationstechnologien) hervor, beispielsweise größere Arbeitszeitautonomie mit höherer Flexibilität in der Arbeitszeitorganisation. Dies trägt zur besseren Vereinbarung von Berufs- und Familienpflichten bei und erhöht die Produktivität. Nachteile ergeben sich durch die Tendenz länger zu arbeiten. Auch häufige Überschneidungen zwischen bezahlter Arbeit und Privatleben, verbunden mit hohen Stresslevels, sind relevant.Der Bericht unterscheidet klar zwischen von zu Hause aus arbeitenden Telearbeitern, die sich einer besseren Work-Life-Balance zu erfreuen scheinen und hochgradig mobilen Arbeitnehmern, die einem höheren Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind.

»Die Studie belegt, dass der Gebrauch moderner Kommunikationstechnologien allgemein eine bessere Work-Life-Balance erreichen kann. Abhängig vom Ort der Arbeit und den verschiedenen Anforderungen im Beruf verschwimmen aber auch die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben«, so Jon Messenger, Koautor der Studie.

Besonders Mehrarbeit, die durch moderne Kommunikationstechnologien geleistet wird, ist ein wichtiges Thema. Hier sind beispielsweise zusätzliche Arbeiten von zu Hause aus zu nennen, die als unbezahlte Überstunden zu werten sind. Ebenso sollte sichergestellt sein, dass die erforderliche Pausenzeit eingehalten wird, um negative Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Arbeitnehmer zu vermieden, so Oscar Vargas von Eurofound. Derzeit bietet nur die EU ein umfassendes Rahmenwerk zum digitalen Übergang in die Telearbeit, nämlich das European Framework Agreement on Telework. Die meisten Initiativen beziehen sich auf formale, zu Hause stattfindende Telearbeit. Dagegen scheinen Probleme häufiger bei informeller, gelegentlicher Telearbeit (T/ICTM) aufzutreten.

Da Telearbeit immer mehr zunimmt, ist auch das Bedürfnis auf »Digitales Abschalten« Teil der Diskussion. Frankreich und Deutschland haben auf Unternehmensebene dazu Vereinbarungen getroffen. In der neuen französischen Gesetzgebung wurde das »Recht auf Abschalten« in der Arbeitsgesetzgebung berücksichtigt. Zukünftig mag das in konkrete Maßnahmen münden, wie das Abschalten von Computerservern außerhalb der Arbeitszeit, um Emails in der Pausenzeit und in den Ferien zu vermeiden. Dies passiert bereits heute schon in einigen Unternehmen und Behörden.

 

 

Das könnte Sie auch interessieren...

Weiterbildung: Bessere Beratung, solidere Finanzierung und einheitliche Standards nötig
Studie: In Zeiten der Digitalisierung besonders wichtig   Weiterbildung ist in der digitalen Arbeitswelt so wichtig wie nie. Doch die Qualifizierungslandschaft ist...
Digitalisierung erhöht Weiterbildungsbedarf
TNS Infratest-Studie 2017: »Weiterbildungstrends in Deutschland 2017«  -   Arbeitswelt 4.0: Digitale Skills unentbehrlich, aber noch nicht ausreichend...
Digitale Transformation der Wirtschaft läuft noch nicht rund
Unternehmen benötigen eine eigene Digitalstrategie   Ein digitales Archiv statt einem Keller voller Papierakten, die Drohne in der Landwirtschaft, die punktgenau...
Digitalisierung: Arbeitnehmer zeigen wenig Eigeninitiative bei Weiterbildung
Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist das Trendthema 2017 und bedeutet tiefgreifende Veränderungen für Unternehmen und Mitarbeiter. 60 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland...
Unternehmen wollen digitale Bildungslücke schließen
Mehr Investitionen in Weiterbildung und Technik  43 Prozent der Unternehmen in Deutschland stocken ihre Budgets für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter auf. Der Grund:...
Inklusion: Digitale Medien als Helfer
Neue Förderung soll Barrieren für Menschen mit Behinderungen in der Berufsbildung abbauen    Mit einem neuen Förderprogramm zur Inklusion will das...
Bundesrat für zukunftsfeste Mitbestimmung
Angesichts der wachsenden Zahlen von Arbeitnehmer_innen, die nicht nach Tarif gezahlt werden, halten die Länder Änderungen bei der gesetzlichen Mitbestimmung für erforderlich...
D21-Digital-Index 2016
Lagebild der Digitalen Gesellschaft in Deutschland: Nur mittlerer Digitalisierungsgrad / Digitale Kompetenzen gering ausgeprägt / Aus- und Weiterbildung beruflich weitgehend...
Digitalisierung von Unternehmen: Entscheidend ist die Belegschaft, nicht die Technik
Erfolgskritisch sind vor allem die Mitarbeiter: Unternehmen müssen ihre Angestellten stärker einbinden, damit die digitale Transformation Erfolg hat. Das geht aus den Antworten...
Wie arbeiten wir in der digitalen Arbeitswelt?
TK sucht Umfrageteilnehmer für Zukunftsstudie  In den klassischen Disziplinen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM), ist in den letzten Jahren viel passiert....
Projekt DISTELL erforscht digitale Hochschulbildung
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule Esslingen erforschen im Projekt DISTELL, inwiefern digitale Medien, Technologien und Lehrformate die akademische...
Digitale Überforderung: Bewusste Offline-Zeiten mindern Stress
TÜV Rheinland: Informationsflut stört die Produktivität - Unternehmen sollten digitale Freiräume schaffen  Digitale Kommunikationstechnik soll die Arbeit leichter und...

iwwb